Stäfa

Stäfner Börsenneuling überzeugt Anleger trotz Verlust

Sensirion hat im ersten Halbjahr 2018 rote Zahlen geschrieben. Grund dafür ist vor allem der Börsengang des Sensorenherstellers im März. Dem gegenüber steht eine Umsatzsteigerung im selben Zeitraum in Höhe von 30 Prozent.

Starke Wachstumsphase für die Industriegruppe Sensirion:  Im ersten Halbjahr 2018 legten die Verkäufe um über 30 Prozent zu.

Starke Wachstumsphase für die Industriegruppe Sensirion: Im ersten Halbjahr 2018 legten die Verkäufe um über 30 Prozent zu. Bild: Keystone

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Das erste Zahlenset von Sensirion als Börsennovize weckt – auf den ersten Blick – wenig Begeisterung. Schliesslich weist der Sensorenspezialist für die ersten sechs Monate im Geschäftsjahr 2018 einen Reinverlust von zwei Millionen Franken aus. Bei näherem Hinsehen wird aber schnell klar, dass der Verlust seine Gründe ausschliesslich in Einmaleffekten hat.

Allen voran betrifft dies die Kosten für den Börsengang in der Höhe von 8,8 Millionen Franken. Wie gut Sensirion im Berichtszeitraum effektiv gearbeitet hat, zeigt das Betriebsergebnis auf Stufe Ebitda. Bereinigt um den Börsengang, liegt der operative Gewinn bei 15,0 Millionen Franken und damit deutlich höher als im Vorjahr (11,3 Mio. Fr.). Die bereinigte Ebitda-Marge beträgt 17 Prozent, womit diese leicht über der erwarteten Spanne von 15 bis 16 Prozent liegt.

Hohe Nettoliquidität

Ohnehin hat sich das Abenteuer «going public» aus Sicht von Sensirion mehr als bezahlt gemacht. Dank dem Geldzufluss aus der mit dem Börsengang verbundenen Kapitalerhöhung weist das Unternehmen per Stichtag 30. Juni 2018 eine Nettoliquidität von 32,9 Millionen Franken aus – gegenüber der Nettoverschuldung von 69,3 Millionen per Ende Dezember 2017. Insgesamt wird der aus dem Börsengang von Sensirion erzielte Bruttoerlös mit 55 Millionen Franken beziffert. Der aktuelle Aktienkurs ist um über 36 Prozent höher als der ohnehin schon ambitionierte Ausgabepreis von 36 Franken.

Auch das am Mittwoch verkündete Halbjahres-Ergebnis wurde von den Anlegern positiv aufgenommen. Die Papiere stiegen gestern zeitweise – in einem leicht negativen Gesamtmarkt – bis über 5 Prozent auf das Tageshoch von 59.70 Franken.

Die freundliche Stimmung gegenüber Sensirion an den Aktienmärkten hat auch damit zu tun, dass die weltweit agierende Stäfner Industriegruppe im ersten Semester mit einem Umsatzwachstum von über 30 Prozent auf 90,2 Millionen Franken punkten kann. Wachstum ist das Versprechen, das Sensirion den Anlegern beim Börsengang abgegeben hat. Darin enthalten ist auch das im September 2017 übernommene Automobilgeschäft von AIC, einem südkoreanischen Anbieter von Sensorlösungen für die Automobilindustrie. Die Integration der akquirierten Geschäftseinheiten verlaufe nach Plan, sagte am Mittwoch Konzernchef Marc von Waldkirch. Die Umsätze mit den neuen Produktlinien entwickelten sich wie erwartet.

Automobilgeschäft floriert

Aus eigener Kraft, also ohne Zukäufe, konnte Sensirion im ersten Halbjahr seine Verkäufe um 18 Prozent steigern, was laut von Waldkirch über den eigenen Erwartungen liegt. Als Grund für den Steigflug gibt Sensirion die weltweit robuste Konjunkturlage und die höhere Nachfrage bei grösseren Kunden an. Dabei konnte das Unternehmen besonders von der Nachfragedynamik aus der Autoindustrie profitieren, vor allem im Bereich Feuchtesensoren für Antibeschlag- und Klimakontrollmodule. Erste signifikante Umsätze wurden mit einer neuen Generation von Gasflusssensoren für Luftmassenmessung in der Motorensteuerung erzielt. Verhaltener wächst der Umsatz im Medizinaltechnik- und im Industriebereich.

Beim Ausblick für das Gesamtjahr zeigt sich die Konzernspitze zuversichtlich, die beim Börsengang formulierten Ziele beim Umsatz zu erreichen oder sogar zu übertreffen. Bei der bereinigten Ebitda-Marge und bei der Bruttomarge hält Sensirion an seiner Prognose von 15 bis 16, respektive 52 bis 54 Prozent fest. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 22.08.2018, 15:33 Uhr

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