Stäfa

Stäfa will Steuerfuss senken

Die Stäfner Kassen sind gut gefüllt. Davon soll nun auch die Bevölkerung der Verenagemeinde profitieren. Der Gemeinderat beantragt für 2019 eine Steuersenkung um zwei Prozentpunkte.

Gute Neuigkeiten aus dem Stäfner Gemeindehaus: Die erfreuliche Finanzlage ermöglicht in Stäfa eine Senkung des Steuerfusses um zwei Prozentpunkte.

Gute Neuigkeiten aus dem Stäfner Gemeindehaus: Die erfreuliche Finanzlage ermöglicht in Stäfa eine Senkung des Steuerfusses um zwei Prozentpunkte. Bild: Archiv ZSZ

Erstmals seit 2007 beantragt der Stäfner Gemeinderat der Budgetversammlung vom Dezember eine Reduktion des Steuerfusses. Wie die Gemeinde mitteilt, soll der Steuerfuss von 90 auf 88 Prozent gesenkt werden. Ein Schritt, der vor ein paar Jahren noch undenkbar war: 2014 lehnten die Stimmberechtigten die Erhöhung um 8 Prozentpunkte ab. Das in der Folge initiierte Sparpaket zeigte Wirkung. Die Gemeinde legte 2016 und 2017 jeweils Budgets vor, die ein fünf- beziehungsweise sechs­stelliges Plus auswiesen.

Dass die Gemeinde ihre Finanzen im Griff hat, zeigte auch der Rechnungsabschluss 2017: Stäfa verzeichnete ein Plus von 6,2 Millionen Franken. Für die Stabilisierung der Finanzen Stäfas gibt es zwei Erklärungen: Budgetdisziplin und unerwartet gute Erträge. «Die Senkung des Steuerfusses ist ein konsequenter Schritt», sagt Finanzvorsteher Simon Hämmerli (FDP). Kapital anzuhäufen mache angesichts der Negativzinsen keinen Sinn.

Das Budget 2019 weist ein Plus von 0,1 Millionen Franken aus. Der Aufwand beträgt 119,5 Millionen Franken. Die Bereiche bewegen sich mehrheitlich im Rahmen der Budgetvorgabe, heisst es in der Medienmitteilung. Laut Häm­merli ist Stäfa aktuell zwar nicht mehr «im totalen Sparmodus». «Aber wir achten dar­auf, nicht durch zusätzliche Angebote Mehrausgaben zu generieren.» Ein Leistungsabbau für die Bürger habe es durch diese Praxis auch in den letzten Jahren nicht gegeben.

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6 Millionen an Finanzausgleich

Nicht abzuschätzen ist die Entwicklung bei den nicht beeinflussbaren Kosten, insbesondere den Verschiebungen durch Bund und Kanton. Dort zeichnen sich aktuell Zusatzlasten ab, die im Budget 2019 mit rund 2,2 Millionen Franken zu Buche schlagen (neuer Beitrag an den Bahninfrastrukturfonds des Bundes, Kostenübernahme Mittel und Gegenstände in Pflegeheimen, Asylwesen).

Bei den Personalkosten ist eine Quote von 1,5 Prozent für Teuerung und individuelle Lohnver­änderungen eingesetzt. In den Finanz­ausgleich fliessen 6 Millionen Franken. Die aktuelle Diskussion zu diesem Thema (siehe Artikel unten) betrifft Stäfa laut Finanz­vorsteher Hämmerli als kleine­ Gebergemeinde – im Vergleich zu Zolli­kon oder Küsnacht – nur marginal.

Positiv ist die Steuerentwicklung von Stäfa: Der einfache Steu­er­ertrag weist per August 2018 eine Höhe von 61,2 Millionen Franken aus. Damit liege er nochmals deutlich höher als im Vorjahr. Die Mehreinnahmen sind auf keinen herausstechenden Fak­tor zurückzuführen. «Die Löhne der Stäfner sind gestiegen», sagt Hämmerli dazu.

Investitionen sind finanziert

Der Gemeinderat rechnet für das Jahr 2019 mit einem Cashflow von 8,4 Millionen Franken. Investitionen sind im Umfang von 8,4 Millionen Franken geplant. Sie können somit selbst finanziert werden. In den kommenden Jahren werden die Investitionen aber stark ansteigen. Der Finanzplan für die Jahre 2019–2023 zeigt ein Investitionsvolumen allein im steuerfinanzierten Bereich von 124 Millionen Franken, davon rund 60 Millionen im Schulbereich als Folge des Entwicklungsprojekts Schule Stäfa 2030. Eine Finanzierung aus selbst erarbeiteten Mitteln werde kaum möglich sein, heisst es in der Mediemitteilung der Gemeinde. Dann wird auch eine Anpassung des Steuerfusses nach oben wieder ein Thema. Ein Schritt, der für den Finanzvorsteher so konsequent wie jetzt die Steuerfusssenkung wäre.

Das Verwaltungsvermögen steigt als Folge der Aufwertung per 1. Januar 2019 um 150 Millionen Franken auf 222 Millionen, das Eigenkapital auf 244 Millionen. Die Aufwertung wurde durch die Gemeindeversammlung im Rahmen der Einführung des harmonisierten Rechnungslegungsmodells 2 beschlossen. Die neue, stattliche Höhe des Ei­gen­kapitals dürfe nicht glauben las­sen, dass die Ausgabendisziplin gelockert werden könne, schreibt die Gemeinde. Das aufgewertete Verwaltungsvermögen stelle kein realisierbares Vermögen dar.

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(zsz.ch)

Erstellt: 09.11.2018, 19:53 Uhr

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