Stäfa

Stäfa verliert sein Fotogeschäft

Während 60 Jahren konnte man in Stäfa Kameras kaufen und seine Negative entwickeln lassen. Mit der Schliessung von Foto Sabater ist die Zeit der Fotogeschäfte nun endgültig Geschichte.

«Wir ziehen um.» So werden die Kunden über die Schliessung des Geschäfts informiert.

«Wir ziehen um.» So werden die Kunden über die Schliessung des Geschäfts informiert. Bild: Moritz Hager

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Im August geht in Stäfa eine Ära zu Ende. Der Foto-Fachgeschäft «Foto Sabater» schliesst seine Tore. In dessen Räume wird die Buchhandlung Kupper ziehen. Wirtschaftliche Gründe hätten ihn zu diesem Schritt bewogen, sagt der Inhaber Daniel Sabater. Das Fotogeschäft sei nicht mehr so lukrativ wie früher. Fotos werden jetzt digital und nicht mehr analog aufgenommen. Das Internet übernehme viele Funktionen, die noch vor ein paar Jahren einzig der Fachhandel ausführen konnte. Laut Sabater existieren am rechten Zürichseeufer nur noch zwei Fotogeschäfte. Seine Filiale in Meilen und eine andere in Küsnacht.

Vor gut 60 Jahren eröffneten Felix und Sonja Kägi das Fotogeschäft an der Goethestrasse im Herzen von Stäfa. Während 30 Jahren etablierte sich Felix Kägi zum Dorffotografen von Stäfa. Feste, Hochzeiten und die See-Gfrörni im Jahre 1956 wurden von ihm abgelichtet. Manuelles Entwickeln von Negativen und Fotoabzügen sowie Studioaufnahmen gehörten zum Tagesgeschäft. 1985 wechselte der Laden den Besitzer und hiess fortan Foto Boschung. 20 Jahre später wurde er von Daniel Sabater übernommen.

Ein Herzensentscheid

Sabater führte einst drei Filialen. In Männedorf, Stäfa und Meilen verkauften er und seine Mitarbeiter Kameras, entwickelten Fotos oder machten Passbilder im Geschäft. Geblieben ist jetzt nur noch der Standort Meilen. Dass er diesen weiter betreibt und nicht anstelle der Stäfner Filiale schliesst, war ein Herzensentscheid. Die Miete des Geschäfts in Stäfa sei tiefer als in Meilen. «Auch logistisch ist die Stäfner Filiale lukrativer», sagt Sabater und spricht dabei auf die grösseren Räumlichkeiten an.

Doch Sabater fühlt sich in Meilen zu Hause. «Der Entscheid war nicht wirtschaftlicher Natur. Ich bin kein Zahlenmensch», sagt er. Doch sein Bauchgefühl habe ihn bis jetzt nie im Stich gelassen. Viele Kunden kommen ohnehin schon jetzt nach Meilen in sein Geschäft, um sich vom Chef persönlich beraten zu lassen.

Die Beratung sei das, was ihn vom Online-Handel noch unterscheide. Daniel Sabater erklärt seinen Kunden die Funktionen der jeweiligen Kamera. Trotzdem wird er täglich mit den günstigen Preisen im Netz konfrontiert. «Mittlerweile bezahlt ein Händler mehr für eine Kamera, als wenn der Kunde sie im Internet kauft», erklärt Sabater die höheren Preise. Dies bestätigt er den Kunden gerne, indem er ihnen Beispiele am Computer zeigt.

Standort Meilen funktioniert

Momentan ist Daniel Sabater mit der Räumung der Stäfner Filiale beschäftigt. Langjährige Kunden bedauern die Auflösung des Geschäfts. Wenn es um die Existenz der Filiale in Meilen geht, mag Sabater keine Prognose stellen. Wichtig ist ihm, dass er keine Arbeitsplätze abbauen muss.

«Bis jetzt funktioniert der Standort Meilen noch», sagt er. Natürlich werde sich mit der fortschreitenden Digitalisierung nochmals einiges ändern. Doch Sabater wird auch künftig auf sein Bauchgefühl hören. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 17.06.2016, 16:18 Uhr

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