Stäfa

Stäfa ist zurück in der Steuer-Elite

Zum ersten Mal seit sieben Jahren hat Stäfa wieder einen Steuerfuss von unter 90 Prozent. Neben dem Budget hat die Gemeindeversammlung auch die übrigen Anträge des Gemeinderats bewilligt.

Hell auf Verlangen: Die Gemeindeversammlung Stäfa entschied sich für das komplette und teurere LED-Beleuchtungskonzept mit der Möglichkeit, Lampen einzeln mit Bewegungsmeldern oder ferngesteuert einzuschalten und zu dimmen.

Hell auf Verlangen: Die Gemeindeversammlung Stäfa entschied sich für das komplette und teurere LED-Beleuchtungskonzept mit der Möglichkeit, Lampen einzeln mit Bewegungsmeldern oder ferngesteuert einzuschalten und zu dimmen. Bild: Archiv Moritz Hager

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Nach sieben mageren Jahren gehört Stäfa wieder zur Elite der steuergünstigen Gemeinden im Kanton Zürich. Dazu braucht es einen Steuerfuss unter der Imageschwelle von 90 Prozent. Das hat am Montagabend die von 377 Stimmberechtigten besuchte Gemeindeversammlung Stäfa mit dem neuen Ansatz von 88 Prozent beschlossen.

6,2 Millionen Franken im Plus bei der Rechnung 2017 waren der letzte Beweis, dass die siebenjährige Sparkur Erfolg zeitigte. Die Schulden wurden fast komplett abgebaut, der Cashflow fürs nächste Jahr beträgt 8,4 Millionen. Das entspricht einem Selbstfinanzierungsgrad von fast 100 Prozent für alle geplanten Investitionen. Antrag 90 Prozent abgelehnt

«Es ist eine Steuersenkung angezeigt», sagte Finanzvorstand Simon Hämmerli (FDP). «Zwei Prozentpunkte weniger sind absolut verkraftbar.» Diese Massnahme folge auch der finanzpolitischen Maxime des Gemeinderats, erklärte er: «Rauf mit dem Steuerfuss, wenn nötig. Runter, wenn möglich.» Hämmerli präsentierte ein Budget 2019 mit einem Gewinn von 100'000 Franken bei je rund 119 Millionen Franken Ausgaben und Einnahmen.

Budget und neuer Steuerfuss wurden auch von RPK-Präsident Michael Meyer (FDP) unterstützt. «Das Haushaltsgleichgewicht lässt das mit gutem Wissen und Gewissen zu.» Gegen die Steuersenkung stark machte sich nur die GLP. Deren Präsident Ueli Lott sprach von drohender Neuverschuldung, Nachholbedarf bei den Investitionen und der Energiestrategie. Auch forderte er, «zuerst die Sparmassnahmen bei den Vereinen aufzuheben». Die SP befürwortet zwar laut Präsident Raphael Mörgeli Budget und Steuersenkung, verlangte aber ebenso eine Aufhebung der Sparmassnamen der letzten Jahre, die vor allem auf dem Buckel der Jungen, Vereine aber auch des Personals im Alterszentrum Lanzeln ausgetragen worden seien.

In der Abstimmungsrunde bekam der Antrag der GLP auf Beibehaltung des Steuerfusses von 90 Prozent keine Mehrheit. Budget und 88 Prozent hingegen wurden deutlich angenommen.

Einleuchtendes Konzept

Mit solch guten Vorgaben fiel es der Gemeindeversammlung nicht schwer, beim neuen Beleuchtungskonzept für Strassen, Wege und Plätze die teurere Variante zu wählen. Der Gemeinderat überliess nämlich dem Souverän die Wahl, ob für die Umstellung der rund 1300 Lampen und Laternen auf LED-Technik auch noch eine Hightech-Steuerung angeschafft werden soll. Diese kostet 585'000 Franken mehr als die Sparvariante von 750'000 Franken, bei der nur die noch nicht ersetzten Natriumdampflampen gegen LED-Lichter ausgetauscht worden wären.

Die kostspieligere Variante kann das Licht aber intelligent streuen, wie Tiefbauvorsteherin Claudia Hollenstein (GLP) die Investition schmackhaft machte. Dank Einzelsteuerung lässt sich jede Lampe individuell einschalten und dimmen. Das reduziert die Energie- und Unterhaltskosten. Diese Vorzüge leuchteten den Stimmberechtigten ein, sodass die insgesamt 1,335 Millionen Franken fast einstimmig bewilligt wurden.

Ebenfalls klare Zustimmung erhielt eine Anpassung des Kernzonenplans Ötikon-Oberhausen. Damit kann am Kronenweg ein privates, denkmalpflegerisch schutzwürdiges Gebäude wirtschaftlicher umgebaut werden. Planungsvorstand Andreas Utz (GLP) sprach scherzhaft von der Korrektur eines Zonenfehlers von 1460 - dem Ursprungsjahr eines der betroffenen Gebäude, in dem sich einst auch das erste Gemeindehaus von Stäfa befand. Wichtigstes Merkmal des geänderten Kernzonenplans ist die Aufstockung von zwei auf drei Wohngeschosse.

Nach knapp eineinhalb Stunden schloss Gemeindepräsident Christian Haltner (FDP) die letzte direktdemokratische Entscheidung dieses Stäfner Jahres. (zsz.ch)

Erstellt: 03.12.2018, 23:06 Uhr

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