Männedorf

Spital trotzt Kritikern mit Millionengewinn

Für das Jahr 2018 verzeichnet das Spital Männedorf einen Gewinn von 3,2 Millionen Franken. Dies auch dank dem Verkauf einer sanierungsbedürftigen Liegenschaft für 900'000 Franken.

Ein saftiges Plus: Das Spital Männedorf erzielte 2018 einen Gewinn von 3,2 Millionen Franken.

Ein saftiges Plus: Das Spital Männedorf erzielte 2018 einen Gewinn von 3,2 Millionen Franken. Bild: Michael Trost

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Vor kurzem forderte CVP-Kantonsrat Lorenz Schmid die Aktionäre des Spitals Männedorf in einem Brief zum Handeln auf. Er fürchte Schlimmes für das Spital sowie die Gemeinden als Aktionäre, heisst es in dem Schreiben. Und weiter: «Es ist an der Zeit, die zukünftige Ausrichtung des Spitals zu überprüfen.»

Nun hat das Spital Männedorf die Zahlen für 2018 bekannt gegeben. «Wir blicken auf ein gutes Jahr zurück», heisst es in der Medienmitteilung. 3,2 Millionen Franken Reingewinn verbuchte das Unternehmen. 900000 davon brachte der Verkauf einer denkmalgeschützten Liegenschaft in Stäfa ein. Das sanierungsbedürftige Liebhaberobjekt sei für eine betriebliche Nutzung nicht geeignet gewesen, sagt Mediensprecherin Martina Meyer.

Insgesamt wurden im Spital Männedorf letztes Jahr rund 42200 Patienten behandelt, das sind 3109 mehr als im Vorjahr. «Diese Zunahme zeigt, dass die Patienten mit unserer Arbeit zufrieden sind und die konsequente Verfolgung unserer Strategie über die letzten Jahre greift», sagt CEO Stefan Metzker. «Offenbar schätzen die Patienten auch die Wendigkeit sowie die persönliche Betreuung eines kleinen Spitals.» Obschon aufgrund kantonaler Vorgaben 15 verschiedene Operationen nur noch ambulant durchgeführt werden dürfen, versorgte das Spital Männedorf 0,3 Prozent mehr stationäre Patienten als im Vorjahr, nämlich 7719 Personen. «Wir waren somit gut vorbereitet und haben schon vor der gesetzlichen Reglementierung wenn immer möglich Patienten ambulant behandelt», erklärt Beatrix Frey-Eigenmann, Verwaltungsratspräsidentin des Spitals.

Zufriedene Mitarbeiter

Bei den Geburten verzeichnete das Spital einen neuen Rekord: 552 Kinder erblickten in Männedorf das Licht der Welt. Das sind 17 mehr als im letzten Jahr. Die Bettenauslastung lag 2018 bei 87,8 Prozent und damit um 1,4 Prozent höher als 2017. Der Schweregrad der Behandlung stieg aufgrund der Zunahme der akutgeriatrischen Patienten nochmals an. Auch im ambulanten Bereich wurden im Vergleich zum Vorjahr mehr Leistungen erbracht. Diese Entwicklungen führten zu einer Umsatzsteigerung von 5,3 Millionen auf 129 Millionen. Gleichzeitig konnten die Kosten auf dem Niveau des Vorjahres gehalten werden, heisst es in der Medienmitteilung. Dazu beigetragen habe eine leichte Reduktion der Personalkosten. «Die Personalplanung orientiert sich neu an einer durchschnittlichen Auslastung von 85 Prozent», sagt Stefan Metzker. Spitzenauslastungen würden mit flexiblen Lösungen abgedeckt. «Damit haben wir uns besser auf die Schwankungen eingestellt, denen wir als Grundversorger ausgesetzt sind.»

Als wichtigen Meilenstein bezeichnet das Spital Männedorf die Zertifizierung der zentralen Sterilgutversorgungsabteilung im letzten Jahr. Jährlich werden dort rund 620000 Artikel gereinigt, desinfiziert, überprüft, verpackt und sterilisiert. Seit Januar 2018 kann das Spital diese Dienstleistung nun auch externen Kunden wie Arztpraxen oder Ambulatorien anbieten. Im Sommer 2018 wurde das Spital am Zürichsee ausserdem in einem Arbeitgeber-Ranking von «Bilanz» und «Le Temps» zu einem der besten 250 Arbeitgeber der Schweiz gekürt. Das decke sich mit dem internen Mitarbeiter-Monitoring, wonach rund 80 Prozent der austretenden Mitarbeitenden das Spital Männedorf als Arbeitgeber weiterempfehlen würden, sagt Martina Meyer.

Enge Zusammenarbeit

Für die Zukunft plant das Unternehmen die verstärkte Zusammenarbeit mit Partnerspitälern. Ein wichtiger Erfolgsfaktor sei zudem die enge Kooperation mit verschiedenen Gesundheitsdienstleistern wie der Spitex Zürichsee oder der Permanence Rapperswil-Jona. Ein weiterer wichtiger Partner in der Palliativmedizin ist Onko Plus, welche in enger Zusammenarbeit mit der Spitex schwer kranke Menschen zu Hause betreut. Zwei Mitarbeiterinnen der Organisation haben 2018 Büroräumlichkeiten im Spital Männedorf bezogen.

Laut Stefan Metzker wird das Spital Männedorf auch künftig eine breit abgestützte Grundversorgung mit Spezialitäten anbieten, die auf die Bedürfnisse der Bevölkerung in der Region ausgerichtet sind. Zu den Spezialgebieten gehören die Urologie, die Orthopädie, die Darm- und Übergewichtschirurgie, die Brustchirurgie, die Onkologie, die Akutgeriatrie sowie die Palliativmedizin. ()

Erstellt: 15.03.2019, 10:46 Uhr

Artikel zum Thema

Gesundheitspolitiker fordert neue Strategie für Spital Männedorf

Männedorf In einem Brief appelliert CVP-Kantonsrat Lorenz Schmid eindringlich an die Gemeindepräsidenten im Bezirk Meilen. Die Gemeinden als Aktionärinnen des Spitals seien gefordert – es brauche eine neue Ausrichtung. Das sehen nicht alle so. Mehr...

Neue Kooperation des Spitals Männedorf

Männedorf Zwei Ärzte des Spitals Männedorf haben die heim- und teils die hausärztliche Verantwortung für die Stiftung Alters- und Pflegezentrum Loogarten in Esslingen übernommen. Mehr...

Spital Männedorf wegen Problemarzt unter Beobachtung

Männedorf Das Zentrum für Übergewichtsmedizin am Spital Männedorf war einst um den umstrittenen Arzt Ralf Senner aufgebaut worden, wie ZSZ-Recherchen zeigen. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zsz.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 928 55 82. Mehr...

Newsletter

Das Beste der Woche.

Endlich Zeit zum Lesen! Jeden Freitagmorgen Leseempfehlungen fürs Wochenende. Den neuen Newsletter jetzt abonnieren!

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben