Oetwil/Männedorf

Spital testet bessere Abdeckung durch Rettungsdienst

Rettungswagen sollen in Oetwil und Hombrechtikon bei einem Notfall schneller vor Ort sein. Um dies zu erreichen, lanciert das Spital Männedorf einen weiteren Standort für den Rettungsdienst.

Der zweite Rettungsstandort des Spitals Männedorf soll im Feuerwehrdepot Oetwil eingerichtet werden.

Der zweite Rettungsstandort des Spitals Männedorf soll im Feuerwehrdepot Oetwil eingerichtet werden. Bild: Michael Trost

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Wenn Menschen die Nummer 144 wählen, geht es manchmal um Minuten, die darüber entscheiden, ob ein Leben gerettet oder auch bleibende Schäden verhindert werden können. Ob ein Rettungswagen in Meilen oder 7,3 Kilometer entfernt in Oetwil steht, kann da schon eine wichtige Rolle spielen.

Deswegen richtet das Spital Männedorf nun in Oetwil einen zweiten Rettungsstandort ein. Dabei handelt es sich um eine Pilotphase bis Ende Jahr: Dann soll endgültig über den Standort entschieden werden.

«Uns geht es darum, die Gemeinden Oetwil und Hombrechtikon besser abzudecken», sagt Denise Haller, Leiterin Operationsmanagement und Spezialstationen des Spitals Männedorf. Auch bislang habe der Rettungsdienst die vorgegebenen 15 Minuten, die als Frist vom Alarm bis zum Erreichen des Ziels vorgegeben seien, einhalten können. Aber manchmal habe es eben wirklich 15 Minuten gedauert.

Eine Dauer, die sich künftig mit dem neuen Standort verkürzen dürfte. Die Frage, ob es denn wegen des bisher längeren Zeitraums heikle Fälle gegeben habe, verneint Haller allerdings.

Viel Platz

Ab Montag, 2. September, wird im Feuerwehrdepot am Speerweg 4 ein Rettungsfahrzeug mit einem Team von zwei Rettungssanitätern stationiert sein. Dabei handelt es sich nicht um einen zusätzlichen Wagen, sondern um ein Fahrzeug mitsamt Besatzung, das vom Hauptstützpunkt in Meilen verlegt wird. Im Meilemer Feuerwehrdepot verbleiben zwei Fahrzeuge. Die Zuständigkeit des Spitalrettungsdienstes erstreckt sich von Erlenbach bis Hombrechtikon.

Besetzt ist der Standort in Oetwil von 9.30 bis 20.30 Uhr. «Die meisten Einsätze finden von 9 bis 22.45 Uhr statt», erläutert Haller. Für Notfälle ausserhalb dieser Zeit wird die Ambulanz weiterhin von Meilen her ausrücken. Wobei die Rettungswagen je nach Situation auch von einem Einsatz zum nächsten fahren, sprich vom Spital in Männedorf aus losfahren.

Gespräche über den neuen Standort hat das Spital sowohl mit Oetwil als auch mit Hombrechtikon geführt. Der Speerweg habe sich aber relativ bald als bester Standort herauskristallisiert. «Es gibt eine bestehende Infrastruktur und Platz im Feuerwehrdepot», sagt Haller. Man könne einen kleinen Raum als Büro verwenden, um mit der Einsatzzentrale sowie Schutz & Rettung in Verbindung zu bleiben. Ausserdem sei das Rettungsfahrzeug schnell auf der Hauptstrasse.

«Nur Vorteile»

In Oetwil hat der Gemeinderat der Testphase für den neuen Rettungsdienst zugestimmt. «Es ist sicher das Idealste, wenn die Blaulichtorganisationen zusammen untergebracht sind», sagt Gemeindeschreiber Daniel Sommerhalder zum neuen Standort. Probleme wegen der Sirenen erwartet Sommerhalder nicht. Man werde darauf achten, dass das Rettungsfahrzeug die Sirene erst einschalte, wenn es aus dem Quartier herausgefahren sei. Kosten generiert das Projekt für die Gemeinde Oetwil und das Spital Männedorf keine. «Wir haben nur die Vorteile: Der Rettungswagen wird hier stationiert und die Koordination vom Spital übernommen», betont Sommerhalder.

Und was ist ausschlaggebend dafür, ob der Standort endgültig in Oetwil bleibt? «Es wird darum gehen, wie viele Einsätze wir fahren werden», sagt Haller dazu. Eine erste – glücklicherweise harmlose – Gelegenheit, um den Rettungswagen und seine Crew kennen zu lernen, bietet sich Interessierten am Samstag, 31. August, dem Tag der offenen Tore. Dann wird von 16 bis 21 Uhr auch der Rettungsdienst im Feuerwehrdepot sein, um Fragen zu beantworten.

Erstellt: 26.08.2019, 16:46 Uhr

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