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Spielraum zum Sparen wird kleiner

Der Zumiker Gemeinderat rechnet für 2018 mit einem Defizit von 1,6 Millionen Franken. Der Steuerfuss soll vorerst bei 85 Prozent bleiben und der Sparkurs fortgesetzt werden. Das Budget wird laut Gemeinderat aber verstärkt durch Ausgaben belastet, die er nicht steuern kann.

Gute Neuigkeiten für Zumikons Bürger: Der Steuerfuss des einstigen Steuerparadies dürfte 2018 trotz Defizit bei 85 Prozent verharren.
Gute Neuigkeiten für Zumikons Bürger: Der Steuerfuss des einstigen Steuerparadies dürfte 2018 trotz Defizit bei 85 Prozent verharren.
Archiv ZSZ

Die im Voranschlag für 2018 budgetierten Erträge in der laufenden Rechnung beziffert der Zumiker Gemeinderat auf 69,4 Millionen Franken. Das sind rund 1,2 Millionen weniger als im Vorjahr. Die Ausgaben belaufen sich gemäss Mitteilung auf 71 Millionen und sind damit knapp 1,7 Millionen tiefer als im Voranschlag für 2017. Daraus resultiert ein Aufwandüberschuss von 1,6 Millionen Franken.

Im Vorjahr waren es zwei Millionen.Gegenüber der Gemeindeversammlung vom 11. Dezember beantragt der Gemeinderat trotz des veranschlagten Fehlbetrags, den Steuerfuss für 2018 unverändert bei 85 Prozent zu belassen. Eine mögliche Steuererhöhung ist jedoch für 2019 ein Thema, wie Gemeindeschreiber Thomas Kauflin bestätigt. Sie werde im Rahmen der mittelfristigen Finanzplanung vorgeschlagen.

Der Aufwandüberschuss soll aus dem Eigenkapital gedeckt werden. Dieses dürfte deshalb per Ende 2018 auf 37,5 Millionen sinken. Weil das Eigenkapital massgeblich auf langfristigen Anlagen wie Liegenschaften und Grundeigentum basiert, rechnet der Gemeinderat trotz dem vorhandenen Eigenkapital mit einem Engpass bei der Liquidität. Er plant deshalb, zusätzliches Fremdkapital aufzunehmen. Damit sollen laut Thomas Kauflin die Investitionen mitfinanziert werden, wobei der Betrag noch offen ist.

Weniger in Finanzausgleich

Gemeinderat und Verwaltung hätten sich intensiv mit dem Voranschlag befasst, heisst es in der Mitteilung, und als Resultat habe man einige Kürzungen gemacht und Investitionen gestrichen oder verschoben. Insgesamt konnten die Ausgaben damit um die erwähnten 1,65 Millionen reduziert werden. Einsparungen sind unter anderem mittels tieferen Ausgaben in den Bereichen Kranken- und Pflegeheime, Primar- und Sonderschule und Kapitaldienst vorgesehen.

Die grösste Einsparung resultiert aber aus dem Finanzausgleich: Hier rechnet der Gemeinderat noch mit Ausgaben von 27 Millionen Franken, im Vorjahr waren es noch 28,5 Millionen. Gespart wird zudem mit der Streichung der Entwicklungshilfe (siehe Kasten). Für eine Entlastung des Budgets sorgt gemäss Gemeinderat zudem die Tatsache, dass die Gemeindeversammlung Ende September den Kredit für den Einbau einer Aula in die Lehrschwimmhalle abgelehnt habe. Dies sei im Voranschlag berücksichtigt.

Zu den Ausgaben stellt der Gemeinderat fest, dass der nicht beeinflussbare Aufwand «leider weiter zunehme». Er verweist hier etwa auf Ausgaben für die Schulen, Zusatzleistungen zur AHV/IV und die Betreuung von Asylbewerbern. Der wichtigste Faktor auf der negativen Seite sei aber die Entwicklung bei den Steuern: Hier würden die budgetierten Mehrerträge von einer Million aus ordentlichen Steuern wegen tieferen Grundstückgewinnsteuern gleich wieder ins Minus kippen.

Die Nettoinvestitionen fürs kommende Jahr veranschlagt der Zumiker Gemeinderat auf 9,6 Millionen Franken. Das ist etwas mehr als eine halbe Million weniger als im Vorjahr. Grössere Beträge sind mit 2,8 Millionen für den Bereich Abwasser mit dem Rückbau der Kläranlage sowie mit 1,7 Millionen für Gemeindestrassen budgetiert. Insgesamt 3,1 Millionen entfallen auf Sanierungsprojekte in Schulen und Gemeindeliegenschaften.

Unveränderte Strategie

Bilanzierend hält der Gemeinderat fest, dass die Finanzpolitik auch künftig vor grossen Herausforderungen stehe. Es gehe insbesondere darum, die steigenden Ausgaben, welche die Gemeinde nicht beeinflussen könne, mittels Einsparungen oder zusätzlichen Erträgen auszugleichen, um eine weitere Verschlechterung des Ergebnisses zu verhindern.

Der Erneuerungsbedarf bei den Infrastrukturen bleibe aber gross – und der Gemeinderat halte trotz intensiven Sparmassnahmen an der «Strategie der Werterhaltung». Es bleibe das Ziel, die funktionierende Infrastruktur und die hohe Qualität der Dienstleistungen zu erhalten.

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