Hombrechtikon

Spektakulärer Holzschlag in Hombrechtikon

Rund 150 Bäume werden zurzeit im Bochslenholz gefällt. Sie drohten in den Tobelbach zu fallen und bargen Risiken für Passanten. Der Holzschlag weist wegen des steilen Geländes seine Tücken auf.

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«Achtung Holzschlag!» Eine Warntafel zeigt an, dass ein Teilstück des Wanderwegs beim Auslauf des Lützelsees entlang des Tobelbachs bis ins Hombrechtiker Quartier Tobel in dieser Woche gesperrt ist. Tobel bedeutet enges Tal bis hin zu Schlucht. In solch steilem Gelände des Bochslenholzes fasst Holzfäller Tobias Fedier festen Fuss und setzt mit der Motorsäge an einer Esche zum Fällschnitt an.

Die Massarbeit bringt den rund 30 Meter hohen Baum wenig später zum Stürzen. Der Stamm fällt aber nicht den Hang hinunter in den Tobelbach, sondern hängt an einer Seilwinde, die ihn nach oben auf die Böschung zieht. «Es braucht Standfestigkeit», sagt Fedier nach getaner Arbeit. «Dort drüben war es noch steiler», fügt er an und zeigt auf eine Stelle, wo bis vor kurzem eine Buche in die Höhe ragte.

Alter und Eschenwelke

Unter den Stümpfen der beiden Laubbäume ist ein Teil des Wurzelwerks deutlich sichtbar, die Wurzeln hängen heraus und sind nicht mehr im Boden verankert. «Diese Bäume waren überaltert», sagt Nils Schönenberger, Förster der Gemeinde Hombrechtikon, der bei der Ammann Ingenieurbüro AG angestellt ist, welche für das Forstwesen in Hombrechtikon zuständig ist. Er nennt den zweiten Grund, wieso seit Montag und noch bis morgen Freitag der Holzschlag durchgeführt wird. «Mehrere Laubbäume sind von der Eschenwelke befallen.»

Der Erreger dieser Baumkrankheit ist ein Pilz. All die betroffenen Bäume hätten in den Tobelbach fallen können. Ein Risiko für Spaziergänger und Passanten durch herunterfallende abgestorbene Kronenteile und Äste bestand ebenfalls.

«Mit dem Holzschlag bringen wir mehr Licht auf den Boden», sagt Schönenberger weiter. Das Waldstück werde so verjüngt. Er bückt sich und hebt einen Buchensamen auf. Eine kleine Pflanze mit drei Blättchen wächst in der Nähe aus dem Boden. Daraus wird dereinst ein Baum, sofern es genügend Licht zum Wachsen gibt. Es ist eine Art Kreislauf, die Natur gleicht den Holzschlag mit der Zeit aus.

Mit rotem Spray hat Schönenberger in Zusammenarbeit mit dem kantonalen Forstmeister jene Bäume markiert, die zu Boden müssen. Weil das Bochslenholz ein Schutzwald ist, beachtete er dabei die Richtlinien des Bundesamtes für Umwelt. Diese sind in der Broschüre «Nachhaltigkeits- und Erfolgskontrolle des Schutzwaldes» zusammengefasst. «Für den Tobelbach galten Kriterien wie Rutschungen, Wildbach und Hochwasser», hält der Förster fest. Was insofern erstaunt, als dass in diesen Tagen wegen der Trockenheit im Sommer und Herbst der Bach nur als dünnes Rinnsal fliesst.

Holzschnitzel zum Heizen

Oben auf der Böschung werden die Stämme in einzelne Stücke zersägt, die ein sogenannter Forstknickschlepper mit ausfahrbarem Kran zusammensammelt und die schliesslich auf dem Lagerplatz landen. Ein Sortiment besteht aus Rundholz, das sich zur Fabrikation von Möbeln und Parkettböden eignet, ein anderes ist für Brennholz. Ausserdem wird ein Sortiment in den kommenden Tagen zu Holzschnitzeln zerkleinert, will heissen: Aus dem Holz entsteht ein erneuerbarer und CO2-neutraler Energieträger.

Ein Kubikmeter Holzschnitzel entspricht dem Heizwert von rund 100 Litern Heizöl. Um ein Einfamilienhaus ein Jahr lang zu heizen, braucht es 2500 Liter Heizöl. 25 Kubikmeter Holzschnitzel führen zum selben Effekt. «Wir bringen es auf rund 220 Kubikmeter Holz», sagt Schönenberger. Der Holzschlag kommt so einer emissionsfreien Heizungstechnologie zugute. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 07.11.2018, 16:54 Uhr

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