Stäfa

Sonova wächst rasant – trotz Problemen in USA

Sonova hat seinen Umsatz im ersten Halbjahr 2017/18 zweistellig gesteigert. Der führende Hörgerätehersteller hat nicht nur vom Audionova-Zukauf profitiert, sondern auch aus eigener Kraft Marktanteile gewonnen.

Der Stäfner Hörgerätehersteller Sonova hat im ersten Halbjahr 2017/18 deutlich mehr umgesetzt und verdient als in der selben Zeitspanne des Vorjahres.

Der Stäfner Hörgerätehersteller Sonova hat im ersten Halbjahr 2017/18 deutlich mehr umgesetzt und verdient als in der selben Zeitspanne des Vorjahres. Bild: Keystone

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Am Montag war die letzte Ergeb­nis­prä­sentation von Lukas Braun­sch­weiler in seiner Eigenschaft als Konzernchef von So­nova: Im April übernimmt Arnd Kaldowski den Chefposten beim Weltmarktführer im Bereich Hörsysteme. Braunschweiler tritt nach sechs Jahren ab und übernimmt ab Juni 2018 als designierter ­neuer Verwaltungsrat bei Sonova reine Kontrollaufgaben.

Integration auf Kurs

Beim Zahlenkranz, den der 61- jäh­rige Braunschweiler für die ersten sechs Monate im Geschäftsjahr 2017/18 vorlegte, stehen die positiven Fakten an erster Stelle. So hat Sonova deutlich mehr umgesetzt und verdient. Der Umsatz kletterte um 17,1 Prozent auf 1,253 Milliarden Franken. Zum Wachstum trug die im September 2016 übernommene holländische Fachhandelskette Audionova 12 Prozent bei. Das organische Wachstum betrug 5 Prozent. Damit ist Sonova laut Braunschweiler wahrscheinlich schneller als die Konkurrenz unterwegs und hat Marktanteile gewonnen. Das gilt vor allem im Kerngeschäft Hörgeräte, etwas weniger im Retailgeschäft (Vertrieb via Läden), das Sonova unter der Marke Audionova zusammengefasst hat.

Die Integration von Audionova befinde sich auf Kurs, sagte Braunschweiler. Ein Indikator dafür sei, wie schnell Audionova die Technologie von Sonova adaptiere. Ursprünglich gingen die neuen Besitzer in Stäfa davon aus, dass bis im Frühjahr 2018 etwa 80 Prozent der von früheren Audionova-Einheiten verkauften Geräte Sonova-Produkte sein werden. Nun seien es im September bereits 90 Prozent gewesen.

Absturz an der Börse

Demgegenüber steht ein eher schwaches Abschneiden im Schlüsselmarkt USA. Hier stieg der Umsatz im Berichtszeitraum um 0,5 Prozent in Lokalwährung. Im Hörgerätegeschäft wurde das laut Braunschweiler «sehr solide Wachstum bei allen Marken» durch den anhaltenden Erfolg neuer Produkteinführungen getragen. Der Anstieg sei aber durch einen Rückgang im US-Retailnetzwerk gedämpft worden, das zurzeit ein Programm zur Rationalisierung und strategischen Neuausrichtung durchläuft. «Wir wollen in den USA kein flächendeckendes Netzwerk bauen, sondern ein Netzwerk von Spezialzentren in wichtigen Märkten und Grossstädten», erklärte Braunschweiler. Das betrifft insbesondere den Süden der USA, in den Ballungsgebieten für reiche Rentner. Weltweit ist der Bedarf an Hörgeräten ausgewiesen: Bei den Erwachsenen müssten nach Angaben von Braunschweiler 15 Prozent ein Hörgerät tragen. Von diesen besitzt aber nur ein Fünftel eine solche Korrektur.

Trotz starken Zahlen hat Sonova die Erwartungen der Analysten verfehlt. Die Papiere rutschten im Handelsverlauf um fast 7 Prozent ab. Die Abgaben wurden zudem mit dem massiven Plus der Aktie im bisherigen Jahresverlauf und mit Gewinnmitnahmen erklärt. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 13.11.2017, 15:47 Uhr

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Sonova

Erstes Halbjahr des Geschäftsjahres 2017/18 in Zahlen

Der Stäfner Hörgerätehersteller Sonova hat den Umsatz im ersten Geschäftshalbjahr 2017/18 um 17,1% auf 1,25 Milliarden Franken gesteigert. Das Geschäftsjahr dauert von April 2017 bis März 2018. In beiden Geschäftsbereichen – sowohl im mit Abstand grössten Segment Hörgeräte als auch bei den Hörimplantaten – erzielte Sonova ein starkes Wachstum.

Vor allem die grösste Region Emea (Europa, Mittlerer Osten und Afrika) verzeichnete mit fast 35% ein dynamisches Wachstum. Einzig der grösste Retailmarkt Deutschland blieb im ersten Berichtsquartal hinter den Erwartungen zurück. Die Einmalkosten im Zusammenhang mit der Übernahme von Audionova fielen mit 6,8 Millionen Franken kleiner aus als im Vorjahr mit 10,1 Millionen.

Auch dadurch stieg der Betriebsgewinn (Ebit) per Ende September um 16,2% auf 209,7 Millionen Franken. Der Reingewinn erhöhte sich um 15,9% auf 176,2 Millionen. Der zu Beginn des Geschäftsjahres 2017/18 von der Konzernleitung gegebene Ausblick bleibt unverändert. (ths)

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