Stäfa

Sonova schreibt neue Erfolgsgeschichte

Der Hörgerätehersteller Sonova hat den Umsatz und den Gewinn im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2019/20 deutlich gesteigert. Die Technologieplattform Marvel trägt wesentlich zum starken Wachstum bei.

Die Hörgerätegeschäfte der Phonak Marvel-Plattform sind Hauptverantwortlich für den anhaltenden Erfolg der Sonovagruppe.

Die Hörgerätegeschäfte der Phonak Marvel-Plattform sind Hauptverantwortlich für den anhaltenden Erfolg der Sonovagruppe. Bild: Archiv

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Der Hörgerätemarkt befindet sich im Wandel. Neue Anbieter wie der vor allem für seine Lautsprecher bekannte US-Hersteller Bose drängen in den Markt. Sie vertreiben ihre Produkte ohne die Dienste eines Audiologen. Im Gegensatz zu den Branchenneulingen setzt der Stäfner Klassenprimus Sonova weiter auf sein bewährtes Geschäftsmodell, bei dem der Kunde auch vom Fachhandel unterstützt wird und sich im Laden von Audiologen beraten lassen kann.

Nach Ansicht der Sonova-Spitze lassen sich Hörgeräte alleine oder übers Internet nicht ideal einstellen. In der hohen Abhängigkeit vom Fachhandel sehen Experten allerdings eine Achillesferse für traditionelle Anbieter wie Sonova oder die dänische Demant.

Produktportfolio verbreitert

Noch muss Sonova die neue Konkurrenz, für die es noch kein grünes Licht seitens der US-Regulierungsbehörden gibt, nicht fürchten: Die im November 2018 eingeführte Hörgeräteplattform Marvel entwickelt sich ausgezeichnet. Die neue Technologie erlaubt eine direkte Übertragung von Musik, Telefonaten oder Video-Inhalten via Bluetooth auf beide Hörgeräte eines Nutzers.

In den ersten zehn Monaten seit dem Verkaufsstart sind schon über eine Million Marvel-Geräte verkauft worden. Nach Angaben von Sonova-CEO Arnd Kaldowski am Dienstag handelt es sich um die erfolgreichste Plattform-Einführung in der Unternehmensgeschichte. Damit Marvel den Anfangsschwung beibehält, hat Sonova das auf der Plattform basierende Produktportfolio weiter verbreitert und vor kurzem neue Hörgeräte lanciert.

Die wieder entfachte Wachstumsdynamik – im Vorjahreszeitraum erlebte Sonova eine kleine Delle – schlägt sich auch im Umsatzwachstum nieder. Im ersten Geschäftshalbjahr 2019/20 steigerte der weltweit grösste Hörgerätehersteller den Umsatz um 12 Prozent in Lokalwährungen, getragen durch ein starkes organisches Wachstum in allen Geschäftsbereichen. Die jüngste Aufwertung des Schweizer Frankens gegenüber den wichtigen Währungen reduzierte den Umsatz allerdings um 32,9 Millionen Franken. Insgesamt belief sich der Gruppenumsatz auf 1,43 Milliarden, ein Anstieg um 9,4 Prozent in Schweizer Franken. Gesteigert wurde auch die Profitabilität des Unternehmens. Unter dem Strich blieb ein gegenüber dem Vorjahr um 11 Prozent höherer bereinigter Reingewinn von 215,5 Millionen.

Mehr Marktanteile

Für Kaldowski widerspiegelt die starke Leistung im ersten Halbjahr die positive Entwicklung in allen drei Geschäftsbereichen – Hörgeräte, Hörimplantate und Servicegeschäft (Audiolocial Care), welche zu umfassenden Marktanteilsgewinnen führten. Das Audiological-Care-Geschäft hat nach Angaben des Konzernchefs von den Wachstumsinitiativen profitiert, die Sonova in den vergangenen Jahren startete, und «von unseren laufenden Bemühungen, den Zugang zum Konsumenten zu verbessern».

Aufgrund des starken ersten Halbjahres erhöht Sonova den Ausblick für das gesamte Geschäftsjahr 2019/20 (per Ende März) und erwartet neu ein Umsatzwachstum von 8 bis 10 Prozent und beim bereinigten Betriebsgewinn (Ebita) einen Anstieg um 12 bis 15 Prozent, jeweils in Lokalwährungen. Bisher hatte das Unternehmen ein Wachstum von 6 bis 8 Prozent beim Gesamtumsatz und von 9 bis 13 Prozent beim bereinigten Ebita in Aussicht gestellt.

Die «good news» aus Stäfa liessen die Sonova-Aktionäre unbeeindruckt. Wegen Gewinnmitnahmen verpassten die Aktien am Dienstag ein neues Allzeithoch. Das bisherige datiert von Mitte Juni. Seit Anfang 2017 hat sich der Aktienkurs von Sonova mehr als verdoppelt, allein seit Jahresanfang sind es fast 44 Prozent.

Erstellt: 19.11.2019, 08:43 Uhr

Erstes Halbjahr des Geschäftsjahres 2019/20 in Zahlen

Der Gruppenumsatz von Sonova ist im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2019/20 (per Ende September) um 9,4% in Schweizer Franken auf 1,426 Milliarden Franken gestiegen. Wie die Stäfner Industriegruppe am Dienstag mitteilte, beträgt der Betriebsgewinn auf Stufe Ebita, bereinigt um Restrukturierungskosten von 15,5 Millionen Franken im Zusammenhang mit strukturellen Kostenverbesserungen, 279,5 Millionen Franken, ein Anstieg von 16,1% in Lokalwährungen. Der ausgewiesene Ebita stieg um 5,0% auf 264,0 Millionen. Unter dem Strich blieb schliesslich ein um 11% höherer Reingewinn von 215,5 Millionen Franken.

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