Stäfa

Sommerlicher Sound aus Stäfa

Die sechsköpfige Band Audiodelikt aus Stäfa bringt in Kürze ihr erstes Album auf den Markt. Mit schweizerdeutschen Liedern über Frauen und Liebe will sie schon bald in der Schweizer Mundartszene mitmischen.

Die sechsköpfige Band Audiodelikt (von links) Philippe Krebs, Adriano Manuel, Dominic Meli, Adrian Wyss, Carlo Dennis und Dominic von Orelli.

Die sechsköpfige Band Audiodelikt (von links) Philippe Krebs, Adriano Manuel, Dominic Meli, Adrian Wyss, Carlo Dennis und Dominic von Orelli. Bild: zvg

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

«Was lange währt, wird endlich gut.» So kündigt die Stäfner Band Audiodelikt ihr Debütalbum «Sexi, Fanki, Kuul» auf ihrer Homepage an. Bis zur Taufe ihres Erstlingswerks war es ein langer und nicht immer einfacher Weg. Gestartet als einfache Musikgruppe, die Coversongs zum Besten gab, etablierte sich Audiodelikt zu einer Band mit Wiedererkennungscharakter.Die Bandmitglieder interpretieren die Lieder nicht mehr einfach neu, sie stammen mittlerweile aus eigener Feder. Gesungen wird auf Mundart. Dominic Meli, der Leadsänger der Band, sagt: «Wenn man auf Schweizerdeutsch singt, müssen die Texte perfekt sein. Man hört automatisch viel genauer hin, wenn die Lieder in der eigenen Sprache gesungen werden.»

Während dreier Jahre sammelte die sechsköpfige Band ihre Lieder und traf anschliessend die Auswahl jener Songs, die es auf ihre erste Platte schafften. Es sei alles andere als ein Konzeptalbum, sagt Meli. Vielmehr sei es eine Platte, die die Entwicklung der Band über die Jahre aufzeige und widerspiegle. Die 13 Lieder, die man auf der CD hören kann, widmen sich vor allem den Frauen und dem allgegenwärtigen Thema Liebe. «Einmal singen wir über einen One-Night-Stand, dann wieder über eine Frau, die jemanden verlassen hat. Halt über alles, was uns gerade selbst irgendwie beschäftigt», sagt Dominic Meli. In einem Song, der auch dem Album zu seinem Namen verholfen hat, besingt die Band die Zürcher Highsociety. Mit Songzeilen wie «Uf es Sprüngli zum Sprüngli» nimmt die Band ebenjene Zürcher Oberschicht auf die Schippe.

Das Album macht Lust auf den Sommer und kann in der Hängematte zu Hause genau gleich gut gehört werden wie am See mit Freunden.

Geld gegen Privatkonzerte

Mit den 13 ausgewählten Liedern machte sich Audiodelikt im Juni 2015 auf den Weg nach Hopferau im schwäbischen Landkreis Ostallgäu zu Dreamshelter Music. Die Band stand während zweier Wochen im Studio und nahm ihr Album auf. Die Kosten dafür trugen die sechs Musiker selbst. Auf diesen Moment hätten sie lange gewartet, erzählt Dominic Meli. So hat Audiodelikt seit 2009 jegliche Einnahmen der Konzerte auf die Seite gelegt, um irgendwann das Album finanzieren zu können. Dass aber die Produktion einer CD alleine nicht reicht, wurde der Band schell klar. Für das Design des Covers, die Produktion der dazugehörigen Videoclips und die Lokalmiete für die Plattentaufe werden weitere Kosten anfallen.

So beschloss die Band spontan, auf Wemakeit zurückzugreifen. Wemakeit ist eine Crowdfunding-Plattform im Internet, auf der man Geld für sein Projekt sammeln kann. Der Geldgeber erhält für seine Spende eine Gegenleistung. Wer einen Betrag von 25 Franken gespendet hat, kriegt das neue Album von Audiodelikt zugeschickt. Für einen Betrag über 1500 Franken spielte die Band schon an einem Anlass des Sponsors. Kommt der gewünschte Gesamtbetrag nach Ablauffrist des Projekts aber nicht zustande, bezahlt auch niemand.

Der Zielbetrag der Band war ambitioniert. Für die Finanzierung aller Projekte benötigte sie 10 000 Franken. Am 3. Dezember 2015 kam dieser Betrag zustande und wurde sogar um fast 5000 Franken übertroffen. Im Gespräch mit dem Frontmann Dominic Meli wird schnell klar: Die Band ist ihren Fans für die Unterstützung dankbar. Meli ist sich ­sicher: «Auch die künftigen Einnahmen aus dem Verkauf unseres Albums fliessen direkt in neue Projekte. Wir wollen den Fans etwas zurückgeben können.»

Eine «Selfmade-Band»

Mit der erfolgreichen Finanzierung ihres Projektes über die Crowdfunding-Plattform war die Arbeit aber noch nicht getan. Es galt viel zu organisieren, bis das Datum für die Plattentaufe endlich stand. Auf ein grosses Label, das der Band diese Arbeit abnimmt, setzen die Stäfner nicht. Audiodelikt verrichtete von A bis Z sämtliche anfallenden Arbeiten selbst. «Wenn wir gewusst hätten, wie viel da auf uns zukommt, hätten wir es vielleicht sein gelassen», sagt Dominic Meli und lacht.

Die Planung des Projektes musste die Band in ihrer Freizeit vornehmen. Alle sechs Mitglieder sind berufstätig. Trotz der zeitintensiven und stressigen Arbeit harmoniert die Band nach wie vor. Ein grosses Plus sei, dass man sich schon so lange kenne und wisse, wie die anderen ticken, sagt der 27-jährige Meli. Er gibt lachend zu: «Es ist wahrscheinlich wie in einer langen Ehe. Man kennt sich eigentlich zu gut und mag sich trotzdem noch.»

Von Stäfa nach Zürich

Auf die Frage, wie die Band reagiere, wenn sich mit dem ersten Album der grosse Durchbruch ankündigen würde, antwortet der Leadsänger sehr pragmatisch: «Wir sind da realistisch und uns durchaus bewusst, dass der grosse Erfolg nicht von heute auf morgen kommen wird. Wir werden nicht mit der Veröffentlichung unseres Albums plötzlich jeden Tag ein Konzert geben können.»

Es sei ein Prozess und es brauche viel Zeit und Geduld. Das selbst erklärte Ziel von Audiodelikt ist es aber, in der Schweizer Mundartszene mitmischen zu können. Einen ersten Schritt von der Dorfband zur Musikgruppe mit nationalem Flair hat Audiodelikt bereits gemacht. Anstatt ihr Album in ihrem Heimatort Stäfa zu taufen, entschieden die sechs Bandmitglieder sich dafür, in der Ambossrampe in Zürich zu feiern.

Plattentaufe am 12. Mai, 19.30 Uhr, Ambossrampe, Zollstrasse 80, Zürich. ()

Erstellt: 10.05.2016, 12:02 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zsz.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 928 55 82. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Newsletter

Das Beste der Woche.

Endlich Zeit zum Lesen! Jeden Freitagmorgen Leseempfehlungen fürs Wochenende. Den neuen Newsletter jetzt abonnieren!