Zollikon

So will Zollikon seine Zentrumsplanung fortführen

Der Zolliker Gemeinderat hat die Eckpfeiler für die Entwicklung des Beugi-Areals verabschiedet. Basis bilden die Forderungen der Abstimmungssieger - und die bisherige Planung.

Mietwohnungen statt Altersheim: Das Zolliker Beugi-Areal soll neu bebaut werden.

Mietwohnungen statt Altersheim: Das Zolliker Beugi-Areal soll neu bebaut werden. Bild: Archiv ZSZ

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Im Juni vergangenen Jahres entschieden die Zolliker sich für einen Neustart auf dem Beugi-Areal: Sie stimmten an der Urne überraschend deutlich der Initiative von Alt-Gemeinderat Jürg Widmer (SVP) zu. Er hatte im Namen der Zolliker Baugenossenschaften gefordert, dass die Wohnüberbauung von den ortsansässigen Genossenschaften erstellt und auf einen Grossverteiler verzichtet werden soll.

Seitdem ist es es still geworden um das Areal, auf dem noch immer das ehemalige Altersheim steht. Seit Sommer 2017 wird es von Austauschstudenten der ETH bewohnt. Der Vertrag wurde inzwischen bis Juni 2022 verlängert. Bis dann sollte Klarheit herrschen, wie es mit dem zentral gelegenen Areal weitergeht. Dies ist dem Projekthandbuch zu entnehmen, das der Zolliker Gemeinderat nun vorlegt. Es definiert die Eckdaten der weiteren Planungsschritte.

Offene Fragen

Laut Projekthandbuch berücksichtigt der Gemeinderat weitere Vorgaben, die von den Initianten ins Spiel gebracht worden waren. Bevor mit der konkreten Planung gestartet wird, klärt das Projektteam offene Fragen. Ein Nutzungskonzept soll beispielsweise den Wohnugsmix und die Anforderungen an die Wohnungen definieren. Weitere Themen sind die Erschliessung oder der Baurechtsvertrag.

Die Annahme der Initiative macht die bisherige Planung - 2015 hatte die Gemeindeversammlung dafür einen Kredit in Höhe von 690 000 Franken gutgeheissen - anders als im Abstimmungskampf noch argumentiert, nicht obsolet. Die Testplanung, das Leitbild zum Ortskern Zollikon Dorf und die Machbarkeitsstudie können weiterhin berücksichtigt werden, so lautet das Fazit einer Analyse. «Die städtebauliche Setzung der oberirdischen Kubaturen ist von hoher Qualität, birgt wertvolle Erkenntnisse und beantwortet bereits einen Grossteil noch offener Fragen», heisst es. Dennoch werden neue Planungskredite gesprochen werden müssen, so etwa für den geplanten Architekturwettbwerb.

Auch Initianten dabei

Wie dem Projekthandbuch weiter zu entnehmen ist, hat der Zolliker Gemeinderat sich entschieden, die Planung in die Teilprojekte «Bau» und «Trägerschaft» zu splitten. Ersteres widmet sich den planungsrechtlichen und erschliessungstechnischen Rahmenbedingungen und erstellt das Architektur-Wettbewerbsprogramm. Im anderen Teilprojekt geht es darum, eine breit abgestützte Trägerschaft für das Areal Beugi zu evaluieren und im Baurechtsvertrag festzuhalten.

Die Abstimmung über das Projekt ist spätestens Anfang 2022 geplant.

Das Projektteam besteht aus insgesamt fünf Personen: einem fachlich ausgewiesenen Pojektbegleiter, dem Gemeindepräsidenten, dem Präsidenten der Baubehörde sowie zwei Vertretungen der Initianten. Für komplexe Aufgaben werden externe und interen Fachleute beigezogen. Der Baurechtsvertrag soll bis Ende 2020 vorliegen, der Architekturwettewerb 2021 starten. Die Abstimmung über das Projekt ist spätestens Anfang 2022 geplant.

Mehrheit wollt nicht

Mit der Annahme der Initiative Widmer war die favorisierte Variante des damaligen Gemeinderats und fast aller Parteien vom Tisch. Sie sah unter der Führung von Gemeindepräsidentin Katharina Kull-Benz (FDP) vor, das Bauprojekt mit einem Investor zu realisieren, mit Coop und der Baugenossenschaft Zurlinden aus Zürich als Partner. Doch eine Mehrheit der Zolliker und Zollikerinnen wollte nicht - weder an der Gemeindeversammlung noch an der Urne. Der seit Sommer 2018 neu eingesetzte Gemeinderat mit Gemeindepräsident Sascha Ullmann (GLP) nimmt nun die ehemaligen Kritiker - und Abstimmungsgewinner - beim Wort, und bezieht sie in die Planung ein.

Das Projekthandbuch ist auf der Website der Gemeinde einsehbar: www.zollikon.ch/publikationen/227369.

Erstellt: 09.10.2019, 11:30 Uhr

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