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Sitz der Linken im Küsnachter Gemeinderat in Gefahr

SP-Gemeinderat Gerhard Fritschi tritt bei den Wahlen nächstes Jahr nicht mehr an. Dadurch könnte die Küsnachter Linke ihren Sitz verlieren – ein Nachfolger ist nämlich noch keiner in Sicht.

In Küsnacht dürfte der Gemeinderat an den Wahlen im Frühjahr 2018 einen Wandel durchmachen: Ob die Linke dabei ihren Sitz behaupten können, ist derzeit fraglich.
In Küsnacht dürfte der Gemeinderat an den Wahlen im Frühjahr 2018 einen Wandel durchmachen: Ob die Linke dabei ihren Sitz behaupten können, ist derzeit fraglich.
Archiv ZSZ

Dass im traditionell bürgerlichen Küsnacht ein linker Politiker im Gemeinderat sitzt, hat Tradition. Nun droht der Verlust dieses Sitzes. Gerhard Fritschi, der bereits die vierte Legislatur im Gemeinderat sitzt, steht bei den Gesamterneuerungswahlen im nächsten April nicht mehr zur Verfügung, wie die Lokalzeitung «Küsnachter» in ihrer Ausgabe von Donnerstag berichtet.

Überraschend kommt dies angesichts der langen Amtsdauer und der Tatsache, dass der pensionierte Gymnasiallehrer bereits 74 Jahre alt ist, nicht. Als Methusalix des Gemeinderats bedürfe es keiner weiteren Erklärungen für seinen Verzicht, sagte Fritschi dem «Küsnachter» denn auch.

Eine Nachfolge für Gerhard Fritschi kann die SP Küsnacht noch nicht präsentieren. «Wir haben konkret noch niemanden in Warteposition», sagt Co-Präsidentin Heidi Häfeli. Man sei personell ziemlich am Limit. Die Suche bezeichnet sie als schwierig. Junge Leute seien nicht mehr so an Gemeindepolitik interessiert. Das ginge aber nicht nur der SP so.

Trotzdem will die SP ihren Sitz im Gemeinderat verteidigen. Ob dies mit einem Parteimitglied geschieht oder ob ein Kandidat für das breiter gefasste linke Bündnis Rotgrünplus antreten würde, ist derzeit noch unklar. «Es kann auch jemand von den Grünen sein oder ein Parteiloser, den oder die wir unterstützen würden», sagt Häfeli. Als Gemeinderatskandidat ausschliessen kann Häfeli René Wider, der zweimal für Rotgrünplus für die Rechnungsprüfungskommission angetreten ist. Für die Parteipräsidentin ist aber klar, dass es im bürgerlich dominierten Küsnacht einen linken Gemeinderat braucht: «Soziale Anliegen dürfen nicht untergehen, und wir sind auf diesem Ohr vielleicht etwas hellhöriger.»

Alle Ämter auf der Kippe

Für die 16-jährige Tätigkeit Gerhard Fritschis hat Häfeli lobende Worte übrig. «Dadurch dass er nicht konfrontativ auftrat, hatte er einen stabilisierenden Einfluss auf den Gemeinderat.» Zudem sei Gerhard Fritschi in der Küsnachter Bevölkerung gut akzeptiert gewesen.

Wie es mit der Vertretung von Rotgrünplus in der kommenden Legislaturperiode von 2018 bis 2022 weitergeht, wird an der Versammlung des Bündnisses in der nächsten Woche Thema sein. Unsicher ist nämlich nicht nur der Sitz im Gemeinderat, auch in der Sozialkommission kommt es zu einer Vakanz, weil Grünenpolitikerin Daniela Brühwiler nicht mehr kandidieren wird. Sie ist inzwischen nach Erlenbach gezogen. Ob Jörg Stüdeli, Mitglied der Alterskommission, welche nicht von der Bevölkerung gewählt wird, nochmals kandidiert, muss sich noch zeigen.

Im ungünstigsten Fall würde Rotgrünplus bei den Gesamterneuerungswahlen am 22. April 2018 gar nicht antreten. Sollte die Suche allerdings erfolgreich sein, will Rotgrünplus seine Kandidaten frühestens im Januar präsentieren.

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