Männedorf

«Singen ist für mich Lebensfreude»

Sopranistin Diomari Montoya bietet im Rahmen des Ferienplauschs der Pro Juventute einen fünftägigen Gesangsworkshop an.

Sängerin Diomari Montoya zeigt den Ferienplausch-Teilnehmerinnen in Männedorf, wie sie ihre Stimme kräftigen können.

Sängerin Diomari Montoya zeigt den Ferienplausch-Teilnehmerinnen in Männedorf, wie sie ihre Stimme kräftigen können. Bild: Michael Trost

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Diomari Montoya sprudelt beim Empfang der Mädchen im Schulhaus Hasenacker II in Männedorf vor Energie, Singen ist ihre Leidenschaft. «Singen ist für mich Lebensfreude», erklärt sie, «das möchte ich den Kursbesucherinnen weitergeben.» Diese wirken noch ein bisschen schüchtern, nur einzelne der Gruppe kennen sich bereits. Die sechs Mädchen im Alter zwischen acht und zehn Jahren treffen hier beim Ferienplausch der Pro Juventute aus Stäfa, Männedorf, Zollikon und Wetzikon aufeinander. Nun voreinander zu singen, scheint noch eine Herausforderung zu sein.

Montoya kennt die anfängliche Unsicherheit, sie führt das Angebot bereits zum vierten Mal durch. Die 34-Jährige lässt die Mädchen zuerst zu Musik ihre Namen gestalten und gibt den jungen Sängerinnen einige Zeit, sich kennenzulernen. «Vor anderen zu singen braucht viel Selbstvertrauen», führt die Sopranistin aus, «es hilft, wenn sich die Gruppe besser kennt.»

Montoya selbst bringt dank ihrer professionellen Laufbahn viel davon mit. In Venezuela hat sie klassische Musik studiert und das Studium in der Schweiz an der Zürcher Hochschule der Künste mit dem «Master music performance» ergänzt.

Alle wollen singen

Zwar sind die Vorkenntnisse und Bühnenerfahrungen der jungen Mädchen eher klein, aber die Lust zu singen dafür umso grösser. Die zwei jüngsten der Gruppe, die 8-jährigen Zollikerinnen singen in Chören, eine der ältesten Teilnehmerinnen, eine 10-jährige Wetzikerin hat bereits in Musicals mitgewirkt. Die anderen singen vor allem Zuhause und in der Schule. «Ich versuche, die Vorkenntnisse der Mädchen einzubinden und ihnen die Möglichkeit zu geben, sich in dieser kurzen Zeit weiterzuentwickeln», führt die Kursleiterin aus. Methoden dafür kennt sie genug, nebst ihrer Bühnenkarriere unterrichtet sie ganzheitliche Vokaltechnik im eigenen Gesangsstudio.

Beim Einsingen steigt die Aktivität in der Gruppe, es gefällt den meisten, sich zu bewegen und die Stimme auszuprobieren. Der Gesang jedenfalls wird immer lauter und die Runde übermütiger. Fordert Montoya ein bisschen Konzentration, tut sie dies mit einem Lächeln. Dass das Einsingen nicht das Liebste ist, was die Kursteilnehmerinnen machen, ist ihr klar. Dennoch sei das Einsingen wichtig, um schöner singen zu können, erklärt die professionelle Sängerin und zeigt den Mädchen, wo die Stimmbänder liegen und warum diese «aufgewärmt» werden müssen.

Üben für den Auftritt

Bald folgt der erste Gang auf die Bühne: Alle werden aufgefordert, ihr mitgebrachtes Lied vorzusingen. Bei der Frage, wer beginnen möchte, wird es schnell ruhig in der Schulhaus–Aula. Nachdem die Kursleiterin mit geschlossenen Augen die erste Sängerin bestimmt, tragen die Mädchen ihr Lied zum ersten Mal vor. Alle halten den Blick auf das Liedblatt gesenkt, die Unsicherheit ist greifbar. Montoya versucht, den Mädchen zu mehr Mut zu verhelfen. «Wenn die Teilnehmerinnen neben dem Gesang noch Auftrittskompetenz lernen, ist das super», erklärt sie, diese helfe überall im Leben. Das Schöne beim Ferienplausch sei, dass alle freiwillig hier und deshalb auch sehr offen dafür seien, etwas zu lernen.

«Singen ist für mich Lebensfreude, das möchte ich weitergeben.»Diomari Montoya, Kursleiterin beim Ferienplausch

Offensichtlich täuscht sich die Sopranistin nicht: Noch bevor alle vorgesungen haben, bitten die ersten darum, es noch einmal versuchen zu können. «Jetzt weiss man, wie sich das anfühlt», erklärt die 9-jährige Stäfnerin ihrer Sitznachbarin.

Wie sich das Vorsingen anfühlt, dürfen die Mädchen im Laufe der Woche noch ein paarmal herausfinden, bis das Ferienplausch – Angebot mit dem Abschlusskonzert endet. «Das Ziel ist es bis dahin, Spass zu haben, etwas zu lernen und zu erleben, was es für einen Auftritt braucht», sagt Diomari Montoya und wendet sich wieder den jungen Sängerinnen zu.

Abschlusskonzert am Freitag, 19. Juli, 11 Uhr, im Aula Schulhaus Hasenacker II, Männedorf. Mehr Infos: www.diomari.ch.

Erstellt: 16.07.2019, 17:37 Uhr

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