Stäfa

Sieben Bisherige und zwei Neue punkteten

Neun Kandidatinnen und Kandidaten für den Stäfner Gemeinderat hatten ihren grossen Auftritt: An der Podiumsdiskussion im Rössli debattierten sie über den Bushof, Alterspolitik oder Finanzen.

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Zunächst gab am Montagabend NZZ-Redaktor Andreas Schürer, der Moderator des gut besuchten Anlasses, im Rössli-Saal den Podiumsteilnehmern in einer Vorstellungsrunde die Gelegenheit, Werbung in eigener Sache für das Rennen um einen Sitz im Gemeinderat zu machen. Zu Wort kamen erst einmal die neu kandidierenden Jeanette Dietziker (SP) und Philip Hänggi (CVP).

Nervosität war ihnen nicht anzumerken, sachlich und dezidiert trugen sie die Anliegen vor, die sie in der Stäfner Exekutive einbringen möchten. Der früher in Fehraltorf für die SVP politisierende Hänggi betonte, mit der CVP habe er jetzt die ihm zusagende Partei gefunden. Dietziker sicherte sich dank ihrem gewinnenden Auftritt schon mal einige Sympathiepunkte.

Nicht am Podium nahm Cristina Würsten-Wirz teil. Die FDP-Politikerin bewirbt sich als einzige für das Schulpräsidium. Von Amtes wegen gehört sie damit zum Gemeinderat, für den sie so gut wie sicher wiedergewählt werden dürfte. Die übrigen mit dem Status «bisher», die FDP mit Gemeindepräsident Christian Haltner, David Dubach und Simon Hämmerli, die Grünliberalen Claudia Hollenstein und Andreas Utz, sowie Ursula Traber (CVP) und Christoph Portmann (SP) fanden ebenfalls klare Worte, welche Gründe für ihre Wiederwahl sprechen würden. Eine gewisse Routine im Wahlkampf war ihnen anzumerken. Einigkeit herrschte in der Runde, Angefangenes in einem eingespielten Team fortzuführen.

Comeback des Bushofs

Es folgte die rege Diskussion um Sachthemen. Den Reigen eröffnete der Bushof beim Stäfner Bahnhof. Nachdem im März 2012 ein Projektierungskredit in der Höhe von 1,18 Millionen Franken abgelehnt worden war, nahm der Gemeinderat dank besserer Finanzlage das Projekt wieder in den Finanzplan auf. Für Haltner gehört das Comeback des Bushofs zur Zentrumsplanung. «Den Dorfkern zu gestalten, ist ein komplexes Thema.» Die Zentrumsplanung müsse etappenweise erfolgen, ein grosser Wurf auf einmal sei nicht möglich. «Der kommende Viertel-Stundentakt der Züge hat jedenfalls Auswirkungen auf das Bussystem.»

Für eine nachhaltige Planung sprach sich auch Dubach aus. Ein barrierefreier, stufenloser Zugang zu den Perrons, der Verbesserungen für Personen mit Kinderwagen und ältere Menschen bringen würde, war ein Anliegen der SP, CVP und GLP.

Nächstes «Sachgeschäft» waren die Gemeindefinanzen, die dank dem in den letzten Jahren umgesetzten Sparprogramm wieder im Lot sind. Dabei ging es vor allem um den Steuerfuss. Einzig Traber konnte sich eine «mittelfristig kleine Steuersenkung» vorstellen, kategorisch dagegen waren Dietziker und Portmann. Die übrigen Rednerinnen und Redner vertraten in etwa die Meinung, die Hämmerli so formulierte: «Der gegenwärtige Investitionsplan lässt keinen Raum für Steuersenkungen zu.» Falls sich die Finanzlage weiter stabilisiert, könne man darüber nachdenken.

20 000 Einwohner im 2030?

Bei der Alterspolitik stand das Alterszentrum Lanzeln, das in eine Stiftung überführt werden soll, im Mittelpunkt. Für Dubach ist dies ein «guter, weil ausgewogener Vorschlag.» Haltner führte an, die Gemeinde würde zwei Vertreter in der Stiftung stellen, Konsens im Gremium wäre damit gewährleistet. «Wie entwickelt sich Stäfa?», gab als letzte Frage ebenfalls reichlich Stoff zur Debatte.

Die demografische Entwicklung, die wirtschaftlichen und sozialpolitischen Bevölkerungsbewegungen, führen möglicherweise dazu, dass bis 2030 Stäfas Bevölkerung um rund einen Drittel auf 20'000 Einwohner wachsen könnte. «Bei dieser Zahl läuft es mir kalt den Rücken herunter», sagte Traber, um gleich anzufügen, sie könne diesen Gang der Dinge nicht beeinflussen. Einig war sich die Runde, dass bei dieser Konstellation verdichtetes Wohnen unabdingbar wäre und eventuell auch das Bauen von Wohnraum in die Höhe nötig würde, die Erhaltung der Natur aber ebenso wichtig wäre.

Insgesamt lieferten alle Podiumsteilnehmer eine Kostprobe ihrer politischen Fähigkeiten ab und vermochten in eigener Sache zu punkten. Entschieden wird am Urnengang vom 22. April.

Erstellt: 27.03.2018, 14:34 Uhr

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