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Sie spinnen sich ihre eigene Fantasiewelt

Die Meilemer Anne Kneubühl und Mathias Ehrismann und ihre Kollegin Sereina Schnyder bewegen sich in einer speziellen Szene: Als Elben verkleidet reisen sie von einem Treffen von Fantasy-Fans zum nächsten.

Haben ein ungewöhnliches Hobby: Sereina Schnyder, Mathias Ehrismann und Anne Kneubühl.
Haben ein ungewöhnliches Hobby: Sereina Schnyder, Mathias Ehrismann und Anne Kneubühl.
Sabine Tschudi

Anne Kneubühl und Mathias Ehrismann aus Meilen sind seit Jahren dem sogenannten Lifeactionroleplay, kurz LARP, verfallen. An der Fantasy Basel, der grössten Schweizer Messe für Filme, Games und Comics, konnten sie neulich ihr ungewöhnliches Hobby richtig ausleben und sich in ihre Verkleidungen bewegen.

Die Messe versteht sich als Plattform für den Austausch unter Gleichgesinnten. «An der Fantasy Basel zu sein, ist wie Heimkommen», sagt Anne Kneubühl, die mit ihrem Partner schon seit zwölf Jahren in der Fantasy-Szene verkehrt. Mit spitzen Ohren, einem feingearbeiteten Brustpanzer aus grün gefärbtem Leder, mit Pfeil und Bogen und sorgfältig manikürten Händen ist sie als Venya, die Hellgrüne, unterwegs.

«An der Fantasy Basel zu sein, ist wie Heimkommen.»

Anne Kneubühl

Tatsächlich wähnt man sich an der Messe in der Fantasiewelt des britischen Schriftstellers John Ronald Reuel Tolkien, des Autors des Fantasy-Klassikers «Der Herr der Ringe» – wäre da nicht das bunte Treiben an der Messe, an der zahlreiche Figuren aus allen möglichen Fabelwelten unterwegs sind. «Wir kennen praktische jeden hier, der einen Stand betreibt», sagt Mathias Ehrismann, der als Ethelion, Sohn der Quelle im blau-weissen Wallegewand unterwegs ist.

Mitten im Elbuniversum

Ehrismann kam über das Bogenschiessen zur sogenannten Mittelalterszene, in der er seine Freundin kennengelernt hat. Seit zwanzig respektive fünfzehn Jahren begeistert die beiden dieses Hobby. Viele der Alltagsgegenstände, welche die beiden benutzen, sind selbst gemacht. Plastik wird möglichst vermieden.

Als die beiden Meilemer und die Valserin Sereina Schnyder 2007 das Mittelerdefest in Lenk besuchten, das auf eine grosse Fangemeinde von Tolkien zurückgeht, war es endgültig um sie geschehen. Als kleinere Gruppe beschlossen sie, ein eigenes Elb-universum zu kreieren. «Wir wollten nicht nur nachspielen sondern auch kreieren», erklärt Sereina Schnyder, die ebenfalls mit Elbohren und echt wirkendem Schwert ausgestattet ist. Sie ist Narendiel, das Flammenherz, und hat ein Schwert aus Latex dabei. In ihrem wirklichen Leben begeistert sie sich für den Schwertkampf.

«Im normalen Leben versuchen wir Charakterzüge umzusetzen, die uns in der Geschichte imponiert haben.»

Mathias Ehrismann

Die Fantasy in Basel ist praktisch ein erster Testlauf für die neu kreierten Kostüme. Das Drachenfest in Deutschland, das diesen Sommer stattfindet, soll dann das richtige Debüt sein. Mehrere Tausend Leute werden dort in ihren alternativen Identitäten um Ruhm und Ehre kämpfen.

Dreidimensionale Geschichte

«Die Rollenspiele sind eine dreidimensionale Art, sich Geschichten zu erzählen», sagt Anne Kneubühl. Und in Geschichten geht es ja oft darum, über sich hinauswachsen», ergänzt Mathias Ehrismann. «Im normalen Leben versuchen wir manchmal Charakterzüge umzusetzen, die uns in der Geschichte imponiert haben.»

Sereina Schnyder ergänzt: «Ich finde die Herausforderung mit alternativen Charaktereigenschaften immer sehr spannend und lehrreich.» Im Schutz des Kostüms könne man Dinge tun und sagen, die man sich sonst vielleicht nicht getraut hätte. «Jedenfalls inspirieren uns diese Figuren dazu, uns ein alternatives Leben auszumalen – und wenn immer möglich auch umzusetzen.»

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