Stäfa

Sensirion schreibt erneut Verlust

Die Krise in der Automobilindustrie, eine schwächelnde Konjunktur sowie die globalen Handelskonflikte machen dem Sensorenhersteller Sensirion im ersten Halbjahr 2019 zu schaffen.

Dunkle Wolken über Sensirion: Der Sensorenhersteller schreibt einen Halbjahresverlust von knapp 2 Millionen. Verschiedene Faktoren machen dem Stäfner Unternehmen zu schaffen.

Dunkle Wolken über Sensirion: Der Sensorenhersteller schreibt einen Halbjahresverlust von knapp 2 Millionen. Verschiedene Faktoren machen dem Stäfner Unternehmen zu schaffen. Bild: Keystone

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Sensirion bläst ein kalter Wind ins Gesicht. In den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres ging beim Hersteller von digitalen Mikrosensoren und -systemen der Umsatz um 6,9 Prozent auf 83,9 Millionen Franken zurück. Bei der Automobilsparte von Sensirion - die gut 30 Prozent zum Gesamtumsatz beiträgt - brach der Umsatz um 14 Prozent ein. Unter dem Strich resultierte ein Halbjahresverlust von 1,9 Millionen, der in etwa gleich hoch ausfiel wie 2018 (2,0 Mio).

Im vergangenen Jahr hatten Kosten für den Börsengang im März 2018 und für ein damit zusammenhängendes Mitarbeiterprogramm das Ergebnis belastet. Auch für den Verlust im ersten Halbjahr 2019 macht die Stäfner Industriegruppe vor allem Sonderkosten im Zusammenhang mit dem Börsengang geltend.

Schwache Nachfrage

Die Meldung vom Mittwoch stellt keine grosse Überraschung mehr dar: Bereits Anfang Juli hatte Sensirion einen Umsatzrückgang in der Grössenordnung von 7 Prozent für das erste Halbjahr 2019 in Aussicht gestellt. Der starke Rückgang sei primär auf eine ausgeprägte Nachfrageschwäche in der Automobilindustrie zurückzuführen, gekoppelt mit Lageroptimierungen in der ganzen Lieferkette, sagte Sensirion-Chef Marc von Waldkirch am Mittwoch an einer Telefonkonferenz. Mittels den Sensoren des Weltmarktführers vom Zürichsee wird unter anderem das Klima im Fahrzeuginnern reguliert, die Luftqualität optimiert oder das Beschlagen der Fensterscheibe verhindert. Neben der Automobilindustrie sind die Sensoren von Sensirion auch in der Industrie, der Medizintechnik und der Unterhaltungselektronik zu finden.

Die Bilanz von Marc von Waldkirch für das erste Semester fällt ernüchternd aus: Infolge der aktuellen Krise in der Automobilindustrie, der deutlich niedrigeren weltweiten Industrieproduktion wie auch der anhaltenden globalen Handelskonflikte habe Sensirion ein «herausforderndes erstes Semester» hinter sich. Das Unternehmen spüre in allen Märkten eine reduzierte Nachfrage und eine weiterhin geringe Visibilität, also eine geringe Sichtbarkeit für das weitere Geschäft. Zudem spricht auch von Kundenseite her nichts für die zu Beginn dieses Jahres noch für das zweite Halbjahr erwartete Erholung.

Produktionsausbau in China

Es gibt aber auch ermutigende Signale: So hat Sensirion laut von Waldkirch weder Kunden noch laufende Projekte verloren. Im neuen Bereich für Automobilmodule hätten wichtige Preisnominierungen verzeichnet werden können, die in etwa drei Jahren Umsätze generieren sollen. Und im Industriebereich - dem wichtigsten Standbein von Sensirion - gebe es eine zunehmende Nachfrage nach höherwertigen Kombimodulen. An der bisherigen Intensität im Bereich Forschung und Entwicklung (F&E) und am Ausbau des Produktionsstandorts in China will die Industriegruppe festhalten. Gleichzeitig reagiere man auf das schwierige Marktumfeld mit einem «intensivierten Kostenmanagement». Von den über 790 Beschäftigten bei Sensirion arbeiten rund 500 am Hauptsitz in Stäfa, knapp die Hälfte davon in F&E.

Die mittel- bis langfristigen Wachstumsaussichten bestätigte von Waldkirch. Diese blieben unverändert gut. Die Markttrends, die Technologien und die Produktpipeline stimmten. An der Börse legte die Sensirion-Aktie am Mittwoch ganz leicht zu. Seit Juli haben sich die Papiere etwas erholt, der Kurs liegt jedoch noch immer deutlich unter dem Emissionspreis.

Erstellt: 21.08.2019, 16:32 Uhr

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