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Sensirion glückt das Börsendebüt

Sensirion hat an der Börse am Donnerstag einen Blitzstart hingelegt. Der Kurs des Sensorenherstellers ging am ersten Tag steil nach oben und notierte zum Schluss bei 46.35 Franken — 29 Prozent über dem Ausgabepreis.

Der Sensorenhersteller aus Stäfa schlug sich am ersten Handelstag hervorragend. Die Papiere fanden unter den Anlegern reissenden Absatz.
Der Sensorenhersteller aus Stäfa schlug sich am ersten Handelstag hervorragend. Die Papiere fanden unter den Anlegern reissenden Absatz.
Keystone

An der Schweizer Börse geben sich derzeit die Neulinge die Klinke in die Hand: Den Auftakt machte am Montag A Small World. Heute ist die Reihe an der Basler Medizinaltechnikfirma Medartis, am Dienstag folgt der Airline-Caterer Gategroup. Am Donnerstag betrat Sensirion das Handelsparkett — und übertraf die hohen Erwartungen. Trotz Abgaben am Nachmittag, lag der Schlussstand von 46.35 Franken pro Aktie um 29 Prozent über dem Ausgabepreis von 36 Franken.

Bei Sensirion passt — noch mehr als bei den drei anderen Börsenneulingen — alles zusammen. Nicht nur ist der Zeitpunkt für eine Kotierung mit dem günstigen Börsenumfeld gut gewählt, auch das Zahlenwerk des Sensorenherstellers aus Stäfa stimmt. Das überdurchschnittlich profitable Unternehmen will mittelfristig 10 bis 15 Prozent wachsen und die Marge auf rund 20 Prozent steigern. Bei den kombinierten Feuchte- und Temperatursensoren liegt der Weltmarktanteil bei über 50 Prozent.

Mehrfache Überzeichnung

Wer dachte, dass bei Sensirion die stolze Bewertung von 28 bis 36 Franken als Ausgabepreis pro Aktie der Knackpunkt für die Investoren sei, sah sich eines Besseren belehrt: Die starke Nachfrage von institutionellen Aktionären aus dem In- und Ausland sowie inländischen Privatanlegern führte zu mehrfacher Überzeichnung der angebotenen Aktien. Der aus dem Börsengang erzielte Bruttoerlös für Sensirion beträgt 55 Millionen Franken. So war es keine Überraschung, dass Sensirion am Donnerstag vor Handelsbeginn den Angebotspreis mit 36 Franken pro Aktie am obersten Ende der Preisspanne festlegte. Das entspricht einem Platzierungsvolumen von 276 Millionen Franken und einer Gesamtmarktkapitalisierung von 504 Millionen (ohne Mehrzuteilungsoption).

Nach Eröffnung des Titels kurz nach 9 Uhr hatten die beiden Sensirion-Co-Präsidenten und Ankeraktionäre Moritz Lechner und Felix Mayer die Glocke an der Schweizer Börse SIX geläutet. Und die Anleger griffen am ersten Tag kräftig zu. Das gehandelte Volumen der Papiere belief sich auf fast 2,9 Millionen Stück. Der Eröffnungspreis notierte mit 47 Franken um rund 30 Prozent über dem Ausgabekurs von 36 Franken. Im Tagesverlauf stiegen die Papiere bis auf 47,60 Franken.

Techcluster am Zürichsee

Sensirion wird von Mega-Trends wie dem Internet der Dinge, der Energieeffizienz oder der Digitalisierung der Industrie angetrieben. Am Hauptsitz in Stäfa werden hochwertige Messinstrumente entwickelt – Sensoren, welche etwa den Druck in Gasleitungen oder die Feuchtigkeit in Autos erfassen, aber auch die Temperatur in Smartphones messen. Entsprechend hoch sind bei Sensirion Jahr für Jahr die Aufwendungen in Forschung und Entwicklung: Im vergangenen Jahr lag die Quote bezogen auf den Umsatz von 148 Millionen Franken bei 23 Prozent.

Mit Sensirion als neuem Börsentitel haben die Anleger nun die Auswahl unter gleich drei führenden Sensorik-Unternehmen, die erfolgreich am Zürichsee tätig sind. An dessen Gestaden entwickelt sich ein vielversprechender Hotspot in diesem Bereich. Sowohl die österreichische AMS mit dem Designcenter in Rapperswil-Jona, als auch U-Blox in Thalwil sind in artverwandten Bereichen wie Sensirion zuhause und haben in den letzten Jahren ihre hohen Bewertungen mit einem starken Wachstum gerechtfertigt.

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