Männedorf

Seniorenwohnungen stossen auf reges Interesse

Gut 50 Personen haben sich über die geplanten Wohnungen der Stiftung Seniorenwohnungen in Männedorf informiert. Das Fischottergehege, das für die Überbauung weichen müsste, war am Anlass hingegen nur am Rande ein Thema. Der Verein, der die Anlage unterhält, ist verärgert.

Helle und geräumige Wohnungen mit Blick aufs Dorf und auf den See sind geplant.

Helle und geräumige Wohnungen mit Blick aufs Dorf und auf den See sind geplant. Bild: PD Nightnurse Images GmbH

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Bis die neuen Alterswohnungen an der Haldenstrasse neben dem Hallenbad Männedorf fertig sind, wird es noch einige Jahre dauern. Das Interesse ist aber schon jetzt gross, wie sich am späteren Montagnachmittag zeigte: Rund 50 vorwiegend ältere Personen kamen trotz der Hitze ins reformierte Kirchgemeindehaus. Dort sind zurzeit die Projekte des Architekturwettbewerbs ausgestellt, den die Stiftung Seniorenwohnungen Männedorf ausgeschrieben hat.

Die Stiftung ist vor 40 Jahren von der Gemeinde gegründet worden. Sie hat zum Ziel, in Männedorf preisgünstige Alterswohnungen anzubieten. Ihre bisherige Liegenschaft, die nicht mehr in gutem Zustand ist, will sie nun ersetzen. Zwei Häuser mit 60 Wohnungen sind geplant. Da lohnt es sich vielleicht, das künftige Angebot an 2½- und 3½-Zimmerwohnungen schon frühzeitig zu studieren, mögen sich einige Männedörfler gesagt haben. Über den Andrang staunten viele selber. «Hier sind aber viele Interessenten», sagte eine Frau, als sie die Menschentrauben vor den ausgestellten Projekten sah.

Wie günstig ist günstig?

Am meisten interessierte natürlich das Siegerprojekt des Zürcher Büros Allemann Bauer Eigenmann Architekten, das die Stiftung weiter verfolgen wird. Die Anwesenden löcherten die Vertreter der Wettbewerbsjury und der Stiftung mit zahlreichen Fragen. Wie gross ist denn die kleinste Wohnung? Aha, tatsächlich: 60 Quadratmeter? Und der Balkon? Und wie sieht die Küche aus? Manche Anwesende wären am liebsten bereits jetzt in eine der Wohnungen, die erst auf dem Reissbrett bestehen, eingezogen.

Doch halt, was ist denn mit dem Baulärm, wenn man nebenan wohnt? Warum gibt es keine Tiefgarage? Und sind die Wohnungen wirklich günstig? Die Verantwortlichen gaben den Kleingruppen, die sie durch die Ausstellung führten, geduldig Auskunft: Ja, Lärm gebe es immer, wenn gebaut werde. Das habe aber auch sein Gutes: «Viele Senioren finden es spannend, wenn etwas läuft.» Und nein, eine Tiefgarage brauche es nicht, weil viele ältere Menschen nicht mehr Auto fahren würden und das Projekt sonst zu teuer wäre. Die Wohnungen sollen schliesslich bezahlbar sein – wobei es der Stiftung jetzt noch schwer fällt, konkrete Mietzinsen zu nennen. Ein Teil der Wohnungen soll aber auch für Rentner bezahlbar sein, die Ergänzungsleistungen beziehen.

Sorgen um Senior Ivo

Und irgendwann kam sie doch, die Frage nach dem Fischotter, dem Wappentier von Männedorf. Denn wegen des Neubaus wird das Fischottergehege, das seit Jahrzehnten auf dem Land der Stiftung Gastrecht geniesst, weichen müssen. Man müsse Prioritäten setzen – Fischotter oder moderne Wohnungen, hiess es von Seiten der Stiftung. Das verstehe sie, sagte die Fragestellerin. «Man kann eben nicht auf alles schauen. Die Wohnungen sind wichtiger.»

Nicht so schnell zufrieden gab sich dagegen ein Vertreter des Fischottervereins. Er hätte die Frage nach der Zukunft des Geheges gerne in einer öffentlichen Runde diskutiert, lief aber mit diesem Anliegen auf. Die Stiftung will jedoch mit dem Verein das Gespräch suchen.

Und Ivo, der Fischotter im besagten Gehege? Er erhielt an diesem Nachmittag – einige hundert Meter von der Ausstellung im Kirchgemeindehaus entfernt – kaum Besuch. Möglicherweise war ihm das recht. Der Otter, mit seinen zehn Jahren selber schon ein Senior, liess sich jedenfalls in seinem Gehege nicht blicken. Vielleicht hielt er an diesem brütend heissen Tag ein langes Mittagsschläfchen.

Die Projekte sind bis Freitag, 27. Juli, jeweils von 16 bis 19 Uhr im Kirchgemeindehaus an der Alten Landstrasse 254 in Männedorf zu sehen. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 24.07.2018, 15:49 Uhr

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