Herrliberg

Seestrassen-Baustellen sorgen für Aufregung

Am Donnerstagabend kam es an den beiden Baustellen auf der Seestrasse in Herrliberg zu chaotischen Szenen. Manch einem Autofahrer riss wegen des Rückstaus der Geduldsfaden.

Der Verkehr auf der Seestrasse in Herrliberg wird derzeit wegen Baustellen mit insgesamt vier Lichtsignalen geregelt.

Der Verkehr auf der Seestrasse in Herrliberg wird derzeit wegen Baustellen mit insgesamt vier Lichtsignalen geregelt. Bild: Moritz Hager

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Nur knapp einen Kilometer lang ist das Seestrassenstück zwischen den Einmündungen Steinradstrasse und Forchstrasse in Herrliberg. Am Donnerstagabend erwies sich aber dieser Strassenabschnitt als Geduldsprobe für Autofahrer. In zwei kurz aufeinander folgenden Passagen wird der Verkehr dort wegen einer Baustelle einspurig geführt. Genau in diesem Bereich stauten sich die Fahrzeuge derart, dass es kein Durchkommen mehr gab.

Unter den Automobilisten, die zwischen 17 und 18 Uhr am Donnerstag feststeckten, war auch ZSZ-Leser Rolf Locher. Eine Dreiviertelstunde brauchte er, um den Baustellenbereich auf seinem Weg von Erlenbach nach Männedorf zu bewältigen. «Es ging nichts mehr, es war ein Horror», sagt er. Irgendwann sei dann jemand aufs Trottoir und in die Baustelle hinein gefahren. In der Folge fuhren die Autos regelwidrig in beide Richtungen durch den Baustellenbereich. Locher kritisiert nicht einmal, dass die beiden Ampeln kurz hintereinander kommen. «Bei den beiden Lichtsignalen ist keine grüne Welle eingestellt», beschreibt er die Situation. Dabei wäre das doch einfach. So schlimm wie am Donnerstagabend sei es sonst allerdings nicht gewesen.

Rotsünder werden gebüsst

«Bis Freitagmittag war die Distanz zwischen den beiden Baubereichen mit 260 Metern relativ kurz. Leider überfuhren immer wieder Automobilisten das Rotlicht, wodurch zu viele Autos in den verhältnismässig kurzen Warteraum gelangten», legt Thomas Maag, stellvertretender Leiter Kommunikation der kantonalen Baudirektion, die Gründe dar, weswegen der Verkehr am Donnerstag stillstand. Es habe einen Rückstau in den einspurigen Baubereich gegeben, sodass die Verkehrsteilnehmer in der Gegenrichtung nicht mehr passieren konnten. «Dadurch brach der Verkehr zusammen.»

«Die Polizei hat bereits in der Vergangenheit fehlbare Fahrzeuglenker rigoros gebüsst.»Thomas Maag, stv. Leiter Kommunikation der kantonalen Baudirektion

«Seit Freitagmittag beträgt der Abstand zwischen den Baubereichen 370 Meter, was die Situation etwas entschärfen wird», sagt Maag. Trotzdem warnt er: «Wenn Verkehrsteilnehmer bei Rot in den einspurigen Baubereich fahren, besteht die Gefahr eines Verkehrszusammenbruchs.» Wenn es aber zum Zusammenbruch komme, gelte es primär die Ruhe zu bewahren und den Anweisungen der Feuerwehr oder der Polizei zu folgen. Wer das Rotlicht missachtet, riskiert übrigens eine Ordnungsbusse von 250 Franken. «In Herrliberg hat die Polizei bereits in der Vergangenheit mehrfach Rotlichtkontrollen durchgeführt und fehlbare Fahrzeuglenker rigoros gebüsst», sagt Maag. Das werde auch in Zukunft so sein.

Dass parallel an zwei Orten statt nur an einem gebaut wird, hat seine Gründe. «Damit die Bauarbeiten möglichst schnell fertig werden, wird mit zwei Baugruppen an zwei verschiedenen Orten gleichzeitig gearbeitet», erklärt Maag. Eine grüne Welle ist an den Ampeln tatsächlich nicht eingerichtet. «Wenn wir den Verkehr mit einer grünen Welle durch die beiden Baubereiche leiten würden, würden die Wartezeiten einer Bauetappe von fast 600 Metern entsprechen», erklärt Maag. «Beim hohen Verkehrsaufkommen auf der Seestrasse beträgt die maximale Länge einer Bauetappe 150 Meter.» Bei 600 Metern wäre die Wartezeit hingegen ziemlich lange, wie der Sprecher der Baudirektion ausführt: «Bei einer Bauetappe von 100 Metern wartet man vor dem Rotlicht rund 85 Sekunden, bis es wieder grün wird. Bei 600 Metern betrüge die Wartezeit rund 8,5 Minuten.»

Baustelle noch bis Juli

Gebaut wird auf der Seestrasse in Herrliberg voraussichtlich noch bis im Juli. Derzeit werden die restlichen Werkleitungen gelegt. Zusätzlich erneuert der Kanton das seeseitige Trottoir und die Entwässerung. Die Arbeiten sind Teil einer grösseren Instandsetzung, bei welcher nicht nur die Fahrbahn saniert, sondern auch Bachdurchlässe sowie Fussgängerschutzinseln erstellt wurden.

Angst, dass eine Ambulanz oder die Feuerwehr im Baustellenbereich stecken bleiben, muss übrigens niemand haben. Wie von Maag zu erfahren ist, werden Blaulichtorganisationen laufend und zeitnah über Änderungen in der Verkehrsführung informiert und können so eine Alternativroute wählen.

Erstellt: 02.03.2019, 09:25 Uhr

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