Social Media

Seegemeinden machen um Social Media noch einen Bogen

Die digitale und mobile Welt öffnet den Gemeinden neue Wege zur Kommunikation. Aber nur die wenigsten nutzen Facebook, Twitter, Instagram und andere Social Media. Das gilt auch in der Region Zürichsee.

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Mehr als die Hälfte der Schweizer nutzt regelmässig Social Media. Aber nur ein Bruchteil der Städte und Gemeinden begegnet ihnen auf Facebook, Twitter, Instagram, Youtube und anderen digitalen Netzwerken.

Eine Umfrage der ZSZ bestätigt diese brachliegenden Informationswege in der Region Zürichsee. Hier informieren nur Küsnacht, Meilen und Richterswil ihre Bevölkerung auf Facebook, Männedorf via Twitter und Youtube. Der Adliswiler Stadtpräsident Farid Zeroual (CVP) begründet die Zurückhaltung: «Der Hauptkommunikationskanal für Informationen und Services der Stadt Adliswil ist die Website.» Adliswil sei heute bewusst nur mit einzelnen Infoseiten der Stadtpolizei, Bibliothek und der Jugendarbeit auf Facebook vertreten.

«Die sozialen Medien sind für die Art Information, die wir haben, kaum geeignet.» Daniel Scheidegger, Gemeindeschreiber von Stäfa

Zwei weitere Gemeinden beschränken Social-Media-Aktivitäten auf die Jugendarbeit: Horgen mit Facebook, Thalwil mit Facebook und Instagram. «Für die breite Bevölkerung setzt Horgen auf virtuelle Dienste wie SMS-Informationen oder Mail-Informationen im Abo», sagt Gemeindeschreiber Felix Oberhänsli. Thalwil verwendet auch Crossiety. «Dieser digitale Dorfplatz» ist eine interessante Möglichkeit, dass sich Thalwilerinnen und Thalwiler untereinander digital austauschen können», erklärt die Kommunikationsbeauftragte, Joana Büchler. Crossiety will in diesem Jahr auch Männedorf einführen, teilt Gemeindeschreiber Jürg Rothenberger mit. Damit hätte Männedorf neben Twitter und Youtube ein drittes Standbein in den Social Media.

Handlungsbedarf bekannt

Die übrigen Gemeinden halten sich zurück. Der Stäfner Gemeindeschreiber Daniel Scheidegger schreibt: «Die sozialen Medien sind für die Art Information, die wir haben, kaum geeignet.» Zudem sei der Aufwand, diesen Kanal interessant zu betreiben, hoch. Für den Zolliker Gemeindepräsident Sascha Ullmann (GLP) seien die Social Media eine Option. «Aus Ressourcengründen konnten wir uns bislang jedoch nicht vertieft mit den Möglichkeiten, Grenzen und Konsequenzen in unserer Arbeit auseinandersetzen.»

Dass Handlungsbedarf besteht, sind sich die Gemeinden bewusst. In Horgen sei eines der internen Legislaturzielsetzungen die Kommunikation nach aussen. «Demzufolge wird sich der Gemeinderat demnächst mit Social Media auseinandersetzen», sagt Gemeindeschreiber Oberhänsli. Thalwil wird wahrscheinlich noch 2019 mit Facebook und Instagram auf seine Bevölkerung zugehen, teilt Joana Büchler mit. «Wir möchten unsere Kommunikationskanäle ausbauen. Information ist eine wichtige Grundlagen für Partizipation und ein aktives Gemeindeleben.» Das bestätigt der Verantwortliche für Social Media in Meilen. Für Marc Bamert sind Social Media heute Pflichtstoff für die Gemeinden.

Erstellt: 04.01.2019, 15:23 Uhr

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