Zürichsee

Seeforellen laichen in der Fangsaison

Diesen Winter stiegen die Seeforellen aufgrund der Trockenheit später in die Zuflüsse des Zürichsees zum Laichen auf als sonst. Trotzdem wurde die Schonzeit nicht verlängert.

Imposant: Eine Seeforelle aus dem Küsnachter Dorfbach. Die Fischereiaufseher können Individuen aufgrund des Punktmusters identifizieren.

Imposant: Eine Seeforelle aus dem Küsnachter Dorfbach. Die Fischereiaufseher können Individuen aufgrund des Punktmusters identifizieren. Bild: Andreas Hertig

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Eigentlich schwimmen die weiblichen Seeforellen im November und Dezember die Bäche hinauf, um ihre Eier abzulegen. Doch ­diesen Winter sind aufgrund der Trockenheit und der warmen Seetemperaturen im letzten Herbst zahlreiche Forellenweibchen erst im Januar in die Zuflüsse geschwommen. Der tiefe Wasserstand der Seezuflüsse erschwerte zuvor den Aufstieg. «In verschiedenen Bächen konnten wir in der zweiten Hälfte des Januars noch Seeforellen beobachten», sagt der kantonale Fischereiadjunkt Andreas Hertig.

Fische weniger hungrig

Ein Verhalten, das insbesondere am rechten Seeufer, etwa im Küsnachter Dorfbach, zu beobachten gewesen sei. Trotz des späten Ablaichens der Fische wurde der Beginn der Fangsaison am Zürichsee, die traditionelle Seeforellen-Eröffnung, wie üblich am 26. Dezember gefeiert.

Die Terminkollision zwischen Eiablage und dem Ende der fast dreimonatigen Schonzeit scheint auf den ersten Blick eine Gefahr für die Seeforellenbestände zu sein. Beim Fang einer Seeforelle, die kurz vor der Eiablage steht, gingen mehrere Hundert Eier und damit die gleiche Zahl potenzieller Jungfische verloren. Dies ist umso problematischer, als Seeforellen stark gefährdet sind. Eine massenhafte Dezimierung der laichreifen Fische konnte indes vermieden werden, was sich Biologe Hertig damit erklärt, dass die laichreifen Seeforellen weniger hungrig seien. «Obwohl viele Tiere verspätet aufgestiegen sind, wurden zu 99 Prozent Seeforellen gefangen, die schon abgelaicht haben oder nicht laichreif gewesen sind», sagt Hertig und verweist auf Stichproben, welche der Kanton gemacht habe.

Schutzmassnahmen möglich

Trotzdem könnte es sein, dass der Kanton die Schutzmassnahmen für die Seeforellen künftig ausbaut. «Sollten sich die klimatischen Bedingungen weiterhin so verändern, dass sich die Laichzeit verschiebt, wäre es denkbar, dass wir Schongebiete in der Nähe der Zuflüsse einrichten oder die Schonzeit anpassen müssten», erklärt Andreas Hertig. Neben dem Küsnachter Dorfbach sind unter anderem der Feldbach in Hombrechtikon und der Hornbach am Zürichhorn gut frequentierte Laichgründe. Zudem besteht die Hoffnung, dass Seeforellen nach der bald anstehenden Renaturierung des Meilemer Dorfbaches auch diesen verstärkt nutzen werden, um ihre Eier abzulegen. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 23.02.2016, 07:59 Uhr

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