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Seeclub Stäfa will wegen Platzmangel bauen

Beim Seeclub Stäfa wird der Platz knapp. Grund genug für die Gemeinde eine Zonenänderung für das Areal am See in Angriff zu nehmen. Umgezont werden soll allerdings nicht nur das Vereinsgelände der Ruderer.

Die Ruderer des Seeclubs Stäfa sind Opfer des eigenen Erfolgs, wird doch der Platz auf dem Vereinsareal langsam knapp.
Die Ruderer des Seeclubs Stäfa sind Opfer des eigenen Erfolgs, wird doch der Platz auf dem Vereinsareal langsam knapp.
Sabine Rock

Wer von Männedorf kommend auf der Seestrasse nach Stäfa fährt, passiert am Ortseingang ein Eldorado für den Wassersport. Hier reihen sich auf einer Länge von gut 460 Metern das Grundstück des Seeclubs, des Segelclubs und das Seebad Lattenberg aneinander, unterbrochen nur von einer öffentlichen Liegewiese.

Genau dieses gemeindeeigene Stück Land sowie ein Areal auf gleicher Höhe bergseitig der Seestrasse werden nun zum Gegenstand der Politik. Die Gemeinde will nämlich den 1,7 Hektar grossen Bereich von der kantonalen Freihalte- in eine Erholungszone umzonen lassen. Damit wäre die Erstellung neuer oder der Ausbau bestehender Gebäuden möglich. Derzeit haben die Gemeinde und die Vereine die Ausnutzungsziffer für Bauten bereits voll ausgeschöpft.

Platz für Boote und Menschen

Dass der Gemeinderat überhaupt aktiv wird, hängt mit Plänen des Seeclubs Stäfa zusammen, welcher das nordwestlichste Grundstück im betreffenden Areal im Baurecht nutzt. «Wir stossen platzmässig an Grenzen», sagt Stephan Suter, der für die Kommunikation des Vereins zuständig ist. Man müsse sowieso renovieren und dies wolle der Club nutzen, um das Platzangebot zu optimieren, etwa um den Kraftraum und die Garderoben zu vergrössern. Auch für Boote bräuchte es dringend mehr Platz. Suter verweist gerade in Bezug auf die Jugendarbeit auf die soziale Verantwortung des Vereins. «Eigentlich könnten wir jetzt aus Kapazitätsgründen keine weiteren Mitglieder mehr aufnehmen, aber insbesondere Jugendliche wollen wir nicht abweisen.»

Was genau der Seeclub auf seinem Grundstück machen will, ist derzeit noch nicht konkret. «Wir haben zwar ein Musterprojekt für die Gemeinde erstellt, aber damit wir wissen, wie wir genauer planen können, brauchen wir erst die Zonenänderung.» Klar ist: Ein erweitertes Bootshaus wird nicht mehr als zusätzlich fünf Meter in der Breite beanspruchen. «Das ist auch eine Geldfrage, wir haben im Verein nicht unbeschränkt viel Geld», sagt Suter. Und was passiert, wenn die Umzonung politisch nicht durchkommt? «Dann haben wir ein Problem.»

Gebäudehöhe nicht festgelegt

Bei der Umzonung geht es allerdings nicht um das konkrete Projekt, sondern darum, die planungsrechtlichen Voraussetzungen für einen Bau zu schaffen. Doch weswegen soll das gesamte Areal am See umgezont werden und nicht nur die Liegenschaft, die der Seeclub nutzt? «Aktuell gibt es keine weiteren Baupläne», versichert Hochbauvorsteher Andreas Utz (GLP). Es sei allerdings wahrscheinlich, dass in den nächsten Jahrzehnten auch der Segelclub oder die Gemeinde im Seebad bauen wollten und dann sei dies schon jetzt geregelt.

Betroffen von der geplanten Umzonung ist auch ein kleineres Areal bergseitig der Seestrasse, auf welchem heute Boote abgestellt werden. Dieser Bereich sei auch heute schon als Trockenplatz im regionalen Richtplan ausgewiesen, aber im kommunalen Zonenplan noch nicht entsprechend nachgeführt, erklärt Utz. Somit würde hier die der jetzt schon der Erholungszone entsprechende Nutzung mit einer Umzonung schwarz auf weiss festgeschrieben.

Wie hoch neue Gebäude werden dürfen, wird in der nun vorgelegten Änderung der Bau- und Zonenordnung nicht definiert. Dies heisst jedoch nicht, dass die Vereine freie Hand beim Bauen haben. «Die Qualität wird bei jedem Projekt beurteilt», betont der Hochbauvorsteher. Eine «besonders gute bauliche und landschaftliche Gestaltung» soll denn auch Pflicht sein. Auch der Durchblick zum See wird als Bedingung im erläuternden Bericht zur Umzonung der Seeanlage erwähnt. Ebenso wie der Schutz der Bäume auf dem Areal, die nur in begründeten Ausnahmefällen und wenn sie ersetzt werden, gefällt werden dürfen.

Auf eine Gestaltungsplanpflicht verzichtet der Gemeinderat hingegen. «Ein Gestaltungsplan würde bedingen, dass alle zukünftigen Bauvorhaben bereits heute erarbeitet und festgelegt werden müssten, was hohe Mehrkosten und grossen administrativen Mehraufwand mit sich bringen würde». begründet Utz. Zudem kenne man die zukünftigen Bedürfnisse nicht, was mit einem starren Gestaltungsplan kaum mehr korrigiert werden könne.

Belasteter Standort

Beachtung schenken müssten die Gemeinde sowie die Verein bei Bauarbeiten aber nicht nur den Gegebenheiten über, sondern auch jenen unter dem Boden. Da sich bis 1950 eine wilde Deponie am See befand, gilt das Areal als belasteter Standort. Was für Schadstoffe genau im Boden lagern, wissen die Behörden indes nicht. Trotzdem haben die Stoffe nicht zwangsläufig einen Einfluss auf Baupläne. «Wenn der Seeclub einen Keller bauen und Material wegführen will, müsste eine Untersuchung veranlasst werden», erläutert Utz. Werde das Erdreich bei Bauarbeiten nicht verletzt, sei eine solche aber nicht nötig.

Ob der Seeclub bald nicht mehr aus allen Nähten platzt, hängt allerdings auch von den Stimmbürgern ab. Bis zum 13. Dezember haben sie noch die Gelegenheit einen Blick in die Auflage zu werfen und Einwendungen einzureichen. Über das Projekt entscheiden wird die Gemeindeversammlung voraussichtlich im Juni 2018.

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