Hombrechtikon

«Seebueb» eröffnet eigene Brauerei

Sein Seebueb-Bier gibt es seit zwei Jahren. Gebraut wurde es in Uster. Jetzt hat Ueli Merz eine High-Tech-Brauerei in Hombrechtikon installiert.

In der Brauerei von Ueli Merz entstehen fünf Sorten Bier.

In der Brauerei von Ueli Merz entstehen fünf Sorten Bier. Bild: Manuela Matt

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Sein Bier nennt Ueli Merz «Seebueb». Angefangen hat er vor zwei Jahren mit zwei Sorten, dem hellen und süffigen «Fräche Siech» und dem bernsteinfarbenen «Chöpfler», wie er das malzbetonte Seebueb Amber nennt. Ja, bei Ueli Merz trägt jede Sorte noch einen witzigen Beinamen, der in Form einer Grafik neben dem Label mit dem grüssenden Matrosen die Etikette ziert.

Diese erwähnten Sorten schenkte er bereits als Beizer im Strandbad Meilen aus. Das Bier jedoch braute er nicht selber, sondern liess es von der Brauerei Uster produzieren. Es kam bei den Gästen an und war alsbald in der Region so gut verankert, dass Merz Ende 2016 das Beizen an den Nagel hängte und sich auf die Suche nach einer Lokalität machte, um fortan selber zu brauen. Eine eigene Brauerei, sagte er sich, «das ist doch richtig cool».

Grosses hat der neue Bierbrauer mit seinem Seebueb-Bier vor, hat er sich doch vorgenommen, die ganze Zürichseeküste sowie das Hinterland damit zu versorgen. Es sei zwar schwierig, sich im Biermarkt mit den billigen Angeboten der Grossbrauereien zu behaupten. Doch die Konsumenten würden sich je länger, je öfter nicht mehr mit einem Einheitsbier zufrieden geben.

Zwei Brauer im Dorf

«Die Leute trinken nicht mehr einfach nur ihre Stange Bier, sondern interessieren sich für neue Geschmacksrichtungen und handwerklich hergestellte Spezialitäten aus ihrer Region», sagt er zu der steigenden Nachfrage. In den letzten 25 Jahren entstanden in der Schweiz über 1000 Kleinbrauereien.

Zuvor gab es, das hat Merz als ehemaliger Journalist recherchiert, gerade mal drei Dutzend. Zahlen der Eidgenössischen Zollverwaltung, die jede Braustätte mit einer Nummer aufführt, bezeugen dies. «Meine Brauerei trägt die Nummer 1227», verkündet Merz nicht ohne Stolz. Neben ihm braut in Hombrechtikon noch der Hobbybrauer Fritz Ledermann sein Herzbräu.

Da Merz mit seiner Familie in Meilen lebt, wäre eine Lokalität an seinem Wohnort ideal gewesen. Fündig wurde er diesen Frühling aber in Hombrechtikon. Mit dem Mietvertrag in der Tasche machte er sich auf die Suche nach einer Brauanlage, die ihm Braufachleute und Querdenker aus der Steiermark seinen Bedürfnissen entsprechend geliefert haben. In der Brauerei stehen neben den Sudtanks weitere Gär- sowie Reife- und Lagertanks aus Chromstahl. Es ist eine High-Tech-Anlage, mit der er pro Jahr 100'000 Liter zu brauen gedenkt. Abgefüllt wird in Flaschen wie auch in Kegs für den Ofenausschank.

«Am 30. Juli haben wir den ersten Sud gebraut», erzählt Merz beim Gang durch die Braustätte, für die er den Braumeister Matthias Bosshard beschäftigt. Dieser entwickelt Rezepte und überwacht den Brauprozess. Obwohl moderne Technologie die Produktion steuert, muss auch vieles von Hand erledigt werden. Er selber ist für den Verkauf, Auslieferung und Büroarbeit zuständig.

Seemeitli-Bier nächstes Jahr

Angst vor der Konkurrenz in der nahen Umgebung – rund um den See gibt es einige Kleinbrauereien wie in Oetwil, Rapperswil-Jona sowie in Wädenswil – hat Merz nicht. «Es hat Platz für alle Kleinen.» Mit seinem Seebueb-Bier will er vor allem ein Lebensgefühl vermitteln: witzig, gesellig, draufgängerisch, unbeugsam. Und das mit weiteren drei Sorten: Das Pale Ale trägt den Beinamen «Schumchrönli» und zeichnet sich durch eine fruchtige Zitrusnote aus, was durch den höheren Hopfenanteil erreicht wird. Rabenschwarz ist das Porter oder «Sturmfock» mit ungewohnten Kaffee- und Schokoladearomen. Und als «Süffel» bezeichnet er das Festbier, ein goldgelbes Gebräu in «schöner bayrischer Tradition, das jedem Oktoberfest gut ansteht», wie er anfügt.

Und warum hat er kein Seemeitli-Bier im Sortiment? «Das gibt es erst ab nächsten Sommer», verspricht Merz. Ihm schwebt ein frech aromatisiertes Gebräu mit einer zarten Hibiskusnote vor.

Das Bierfest der Brauerei Seebueb steigt Samstag, 6. Oktober ab 11 Uhr an der Etzelstrasse 30 in Hombrechtikon, wo auch der Direktverkauf stattfindet. Seebueb-Biere sind erhältlich in Molki und Cavino in Stäfa sowie im Getränkehandel.

Erstellt: 28.09.2018, 15:42 Uhr

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