Zürichsee

Schwimmen im kalten Seewasser birgt Gefahren

Dank der warmen Temperaturen gehen Schwimmer bereits jetzt bei 16 Grad in den Zürichsee. Ein Vergnügen, das nicht ohne Risiko ist, wie eine Nachfrage bei der Schweizerischen Lebensrettungsgesellschaft ergibt.

Ein Bad im Zürichsee ist nicht ganz ohne Risiko, wie eine Nachfrage bei der Schweizerischen Lebensrettungsgesellschaft zeigt.

Ein Bad im Zürichsee ist nicht ganz ohne Risiko, wie eine Nachfrage bei der Schweizerischen Lebensrettungsgesellschaft zeigt. Bild: Symbolbild/Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Am Wochenende tummelten sich schon zahlreiche Menschen nicht nur am Zürichsee, sondern auch im oder auf dem Wasser– etwa auf dem Stehpaddel-Board. Während die Lufttemperatur bereits deutlich über 20 Grad lag, ist das Wasser noch empfindlich kalt. Auf 16 Grad ist die Seetemperatur gemäss der Oberriedener Messstation des kantonalen Amtes für Abfall, Wasser, Energie und Luft am gestrigen Montag geklettert.

Eine Temperatur, die Risiken für Schwimmer birgt, wie Philipp Binaghi, Mediensprecher der Schweizerischen Lebensrettungsgesellschaft, bestätigt. «Es ist absolut entscheidend, dass Schwimmer den Körper benetzen, um sich an den Unterschied zwischen Luft- und Wassertemperatur zu gewöhnen», sagt er. Wenn man überhitzt ins Wasser springe, verstärke dies einen Schockeffekt. «In extremen Fällen wird man ohnmächtig und ertrinkt.» Das zweite Risiko, vor dem Binaghi warnt, ist die Unterkühlung. «Das Blut konzentriert sich im Rumpf, weswegen kein Blut mehr in die Extremitäten fliesst.» Dies fördere die Wahrscheinlichkeit eines Muskelkrampfes.

«Schwimmweste ist zentral»

Und gibt es Menschen, die bei 16 Grad das Wasser komplett meiden sollten? «Menschen mit Kreislauf- oder Herzproblemen sollen, warten bis es ein paar Grad wärmer ist», rät er. Auch für Stand up-Paddler hat Binaghi einen Tipp. Eine Schwimmweste sei zentral: Sie sei eine Absicherung, wenn man ins Wasser falle. «Wir wollen den Spass am Wasser nicht unterbinden», betont er. «Aber Schwimmer können mit einem angepassten Verhalten das Risiko minimieren.»

Die ersten Badegäste fanden sich am Wochenende etwa im Küsnachter Kusenbad ein. «Wir hatten einen guten Start», sagt Bademeister Franky Gall. «Einige gingen auch ins Wasser und schwammen bis zum Floss.» Das Strandbad Küsnacht öffnet am 12. Mai seine Tore. Wie sieht es da mit der Gefahr aus, dass Leute überhitzt vom 3-Meter-Turm ins noch kühle Wasser springen? «Bis jemand zum Sprungturm hinaus geschwommen ist, hat er sich an die Wassertemperatur gewöhnt», gibt Andreas Tanner, Abteilungsleiter Liegenschaften, Entwarnung.

Lieber im beheizten Becken

Trockenen Fusses gelangt man im Horgner Sportbad Käpfnach, das bereits seit dem 1. Mai geöffnet hat, zum Sprungturm. «Aber da gibt es auf dem Weg eine Dusche, und die ist kalt», sagt Christoph Boller, Abteilungsleiter Liegenschaften der Gemeinde Horgen. Überhaupt zeigen sich die Horgner noch etwas zurückhaltend, wenn es um den Schwumm im Zürichsee geht – sie haben nämlich eine Alternative. «Wir hatten am Samstag 300 und am Sonntag 500 Gäste im Sportbad Käpfnach», sagt Boller. Aber diese seien mehrheitlich im geheizten Aussenbecken schwimmen gegangen. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 07.05.2018, 17:28 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zsz.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 928 55 82. Mehr...

Newsletter

Das Beste der Woche.

Endlich Zeit zum Lesen! Jeden Freitagmorgen Leseempfehlungen fürs Wochenende. Den neuen Newsletter jetzt abonnieren!

Kommentare

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben