Feldbach

Schüler schrauben, fetten und tüfteln am Berufsinfotag 

Am vierten Berufsinfotag im Bezirk Meilen öffneten 109 Firmen ihre Tore. Über 700 Sekundarschüler aus dem ganzen Bezirk nahmen daran teil.

Motorgerätemechaniker Martin Bächli weist den 14-jährigen Sekundarschüler Mike an.

Motorgerätemechaniker Martin Bächli weist den 14-jährigen Sekundarschüler Mike an. Bild: Manuela Matt

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Ein Rasenmäher steht auf einem höhenverstellbaren Tisch und wird fachmännisch von Martin Bächli, Motorgerätemechaniker, begutachtet. Daneben steht der Sekundarschüler Mike Wirth und versucht, eine Radschraube unter der Anweisung Bächlis zu lösen. «Jetzt kannst du sie langsam lockern», weist Bächli ihn an. «Nur auf die Finger musst du aufpassen», ergänzt er.

Mike hat keine Probleme mit der Ausführung der Aufgabe und lauscht bald Bächlis Ausführungen über die Bedeutungen einzelner Schräubchen, während er sie einfettet.

Der 14-Jährige ist einer von 702 Schülern der 2. Sekundarstufe des Bezirks Meilen, welche zwei Halbtage in je einem Betrieb ihrer Wahl verbringen dürfen. Er konnte aus insgesamt 54 Lehrberufen auswählen, die an diesem Donnerstag von 109 Firmen vertreten wurden, und hat sich unter anderem für den Beruf Motorgerätemechaniker entschieden.

In verschiedene Berufe reinschauen

Gemeinsam mit Mike sind vier andere Sekundarschüler an diesem Donnerstagmorgen bei Elmer Maschinen und Geräte in Feldbach anwesend. Sie alle werden den Nachmittag in einem anderen Betrieb verbringen – seien die beiden gewählten Berufsfelder noch so unterschiedlich. Firmeninhaber der Elmer GmbH Daniel Müller findet das gut: «Ich sage immer, dass man querbeet in Berufe reinschauen soll, damit man weiss, was einem entspricht.»

Bei der Vorstellungsrunde im Ausstellungsraum der Elmer GmbH begründen die meisten Jugendlichen ihre Wahl des Berufsbesichtigungsbetriebs mit «Der Beruf hört sich cool an» oder «Ich will mehr darüber erfahren». Dafür sorgen Müller und sein Team. Erst zeigt Müller ein Informationsvideo über den Beruf Motorgerätemechaniker/in – «Job mit Nie-Langeweile-Garantie» –, dann eines über den Betrieb generell.

Spannendster Teil

Anschliessend folgt der spannendste Teil der Besichtigung: Die Jugendlichen teilen sich in Zweiergruppen auf und dürfen an drei Posten den Beruf einmal von seiner praktischen Seite kennen lernen. «Das ist die beste Gelegenheit, dass die Jugendlichen selbst etwas machen und den Beruf gleich praktisch erfahren können», meint Müller. Allerdings habe es auch seine Schwierigkeiten, einen Beruf in nur zweieinhalb Stunden zu vermitteln.

Die Sekschüler erproben sich derweil im Rasentraktorfahren, in der Rasenroboterwartung und dem Zerlegen ganzer Schneefräsen. An jedem Posten haben sie jeweils 40 Minuten Zeit, sich unter fachkundiger Anleitung der Mitarbeiter der Elmer GmbH an verschiedenen Maschinen und Motoren zu versuchen. «Ich finde es gut, dass die Schülerinnen und Schüler sich verschiedene Berufe anschauen können – ich hatte dazumal gar nicht gewusst, dass es diesen Beruf gibt», meint Bächli.

Vielleicht Bäcker geworden

Er sei schlussendlich eher per Zufall zur Ausbildung zum Motorgerätemechaniker gekommen. Lukas Camenisch, der den Schülern die Details der Rasenroboter näherbringt, stimmt Bächli zu: «Ein Berufsinfotag wäre bestimmt auch für mich nicht schlecht gewesen. Wer weiss, vielleicht wäre ich heute Bäcker!»

Die beiden gelernten Motorgerätemechaniker wie auch Inhaber Müller nehmen sich geduldig Zeit, den Schülern alle Fragen zu beantworten und sie in die Geheimnisse der Motorgeräte einzuweihen.

Das Engagement des Betriebs scheint sich zu lohnen: Die Schüler Altin Hamidi und Vincent Caffari berichten danach beide, dass es ihnen sehr gut gefallen habe. «Ich wusste erst nicht viel über den Beruf», so Altin. Am besten gefallen hätten ihm die Rasenroboter. «Mich interessiert alles, was mit Technik zu tun hat.» Und Vincent fügt hinzu, dass er sich sehr wohl vorstellen könnte, sich mehr mit dem Beruf auseinanderzusetzen. Das wäre ebenfalls im Interesse des Betriebs, denn die Teilnahme am Berufsinfotag erfolgte auch im Hinblick auf eine zu besetzende Lehrstelle im kommenden Jahr.

Die fünf Sekundarschüler machen sich derweil mit neuen Eindrücken und einer Mütze des Betriebs auf den Heimweg, bevor sie nachmittags einen anderen Beruf ausprobieren werden.

Erstellt: 27.01.2019, 18:54 Uhr

Über 700 Schüler

Der Berufsinfotag vom 24. Januar wurde vom Berufsinformationszentrum (BIZ) Meilen und dem Forum Berufsbildung organisiert. Er bot einen vielseitigen Einstieg in den Berufswahlprozess. Danach folgen Schnupperlehren, Beratungen und Infothekbesuche im BIZ. Am Berufsinfotag des Bezirks nahmen 702 Schülerinnen und Schüler aus 40 Klassen teil. Es waren 54 Lehrberufe vertreten, die von insgesamt 109 Firmen repräsentiert wurden. (red)

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