Sturmschäden

Schadholzmenge ist im Bezirk Meilen besonders hoch

Rund 10'000 Kubikmeter Holz hat Sturm «Burglind» nach ersten Schätzungen im Bezirk Meilen zu Boden geworfen. Etwa die Hälfte davon liegt allein in Stäfa, Oetwil und Hombrechtikon.

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Der Höhepunkt des Sturms Burglind im Bezirk Meilen dauerte knapp eine Stunde. Die Aufräumarbeiten im Wald hingegen werden noch viele Wochen in Anspruch nehmen. Unzählige Bäume liegen nach wie vor entwurzelt oder abgeknickt am Boden, zahlreiche Waldwege sind noch immer unpassierbar.

Inzwischen lässt sich regional etwas genauer abschätzen, wie viel Holz Burglind zu Fall gebracht hat. Andreas Guggisberg, Kreisforstmeister für das rechte Zürichseeufer, schätzt die Schadholzmenge im Bezirk Meilen auf rund 10 000 Kubikmeter. «Das entspricht etwa 500 Lastwagenladungen Holz à 20 Kubikmeter.»

Die Jahresnutzung im Bezirk liegt bei 15 000 bis 20 000 Kubikmeter. Demnach hat der Sturm die Hälfte bis zwei Drittel dieser Menge gefällt. Zum Vergleich: Im Kanton Zürich wird die Schadholzmenge auf ein Drittel bis die Hälfte der jährlich 400 000 Kubikmeter Nutzholz geschätzt.

Schneise der Verwüstung

Die Unterschiede seien nicht weiter erstaunlich, sagt der Zürcher Kantonsforstingenieur Konrad Noetzli. Dafür gebe es diverse Gründe wie die Sturmgeschwindigkeit, die im Kanton verschieden hoch war oder dass je nach Gegend unterschiedliche Baumarten wachsen würden. Das Alter der Bäume sowie die Bodenbeschaffenheit spielen ebenfalls eine Rolle.

In den Gemeinden Stäfa, Oetwil und Hombrechtikon sind überdurchschnittlich viele Bäume umgestürzt. «Nebst dem Sturm wütete hier ein Wintergewitter», erklärt Kreisforstmeister Guggisberg. Während der Sturm viele Streuschäden verursachte, habe das Gewitter eine Schneise der Verwüstung hinterlassen. Revierförster Alexander Singeisen ist zuständig für die Gemeinden Meilen, Uetikon, Männedorf, Stäfa und Oetwil. Er schätzt, dass in diesen Gemeinden insgesamt 5000 Kubikmeter Holz am Boden liegen. Das entspreche einer Jahresnutzung.

Die Räumungsarbeiten sind vielerorts in vollem Gange. Oft sind Profis im Einsatz. Aber auch Privatwaldbesitzer sind mit Motorsägen unterwegs. «Es bereitet mir Bauchweh, wenn ich sehe, wie manche davon an die Sturmsituation herangehen», sagt Alexander Singeisen.

Als fahrlässig bis grobfahrlässig bezeichnet er deren Umgang mit den umgestürzten Bäumen. «Bereits das ordentliche Holzen ist gefährlich.» Umso heikler sei die Ausgangslage nach einem Sturm. Der Förster mahnt vor zurückschnellenden Stämmen und Baumtellern oder Astteilen, die sich aus Baumkronen lösen. Gerade bei stark ineinander verhakten Stämmen sei ohnehin schweres Geschütz nötig, etwa Forstfahrzeuge mit Greifzangen.

Der Aufenthalt im Wald ist auch für Freizeitsportler und Spaziergänger mit Risiken verbunden – zumindest in gewissen Gebieten. Die Förster im Bezirk mahnen deshalb zur Vorsicht. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 12.01.2018, 17:13 Uhr

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