Wahlen

«Schade, dass die Frage nach dem Geld immer wieder auftauchte»

Kein Kandidat war im Bezirk Meilen mit so vielen Plakaten präsent wie der Herrliberger Wirtschaftsanwalt Wolfram Kuoni (SVP). Erfolg hatte er trotzdem nicht.

Fast vor jedem Feld ein Plakat: Der Herrliberger Wolfram Kuoni war im Bezirk Meilen omnipräsent.

Fast vor jedem Feld ein Plakat: Der Herrliberger Wolfram Kuoni war im Bezirk Meilen omnipräsent. Bild: Keystone

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Herr Kuoni, Sie haben einen aufwendigen Wahlkampf geführt, viel Geld investiert – und sind auf der SVP-Liste trotzdem zurückgefallen. War alles umsonst?
Ich bin sicher etwas enttäuscht. Man tritt ja stets in der Hoffnung an, dass man nach vorne kommt. Aber nein, umsonst war es nicht.

Der teure Wahlkampf, der angeblich eine Million Franken gekostet haben soll, gab in den Zeitungen zu reden. Ist es dem Wähler suspekt, wenn jemand so viel Geld investiert?
Ich glaube nicht, dass das ausschlaggebend war. Ich habe ja auch immer betont, dass ich dieses Geld selber hart verdient habe. Schade ist, dass diese Frage immer wieder aufgetaucht ist, statt dass über meine Botschaften gesprochen wurde. Ich habe einen ausgesprochen themenorientierten Wahlkampf geführt. Die Zahl ist übrigens total falsch – investiert habe ich vor allem Zeit und Herzblut zusammen mit meinem tollen Wahlkampfteam.

Sie waren zwar früher im Bündnerland politisch aktiv, für die Zürcher Wähler kamen Sie aber aus dem Nichts. War das ein Nachteil?
Für gewisse Wähler mag das natürlich eine Rolle gespielt haben. Das ist verständlich. Dass ich früher andernorts politisch aktiv war, sollte aber auch etwas zählen. Eine gewisse Durchlässigkeit braucht es in diesem Land. Ich denke, es ist gut, wenn in der Politik – wie übrigens auch in der Wirtschaft – gelegentlich Quereinsteiger mit neuem Erfahrungsbackground einsteigen. Ich bin sicherlich nicht den klassischen Weg gegangen. Das ist aber auch nicht immer nötig, um zum Erfolg zu kommen.

Der klassische Weg beinhaltet die sogenannte Ochsentour: Man fängt lokal an und arbeitet sich hoch. Können Sie sich vorstellen, sich auch lokal zu engagieren?
Ausschliessen will ich das auf keinen Fall. Ich bin ja auch im Vorstand der SVP Herrliberg. Aber es ist schon so, dass ich mich aufgrund meines Berufslebens primär mit nationalen und internationalen Themen beschäftige: mit dem Wirtschaftsstandort Schweiz, unseren Wirtschaftsbeziehungen mit dem Ausland und mit Steuerfragen zum Beispiel.

Heisst das, Sie setzen Ihre politische Karriere fort?
Ich bleibe sicher am Ball. Ich bin ein politischer Mensch. Ich hatte viel Freude an der Wahlkampagne und auch sehr viel Herzblut investiert. Meine Freunde waren eher darüber erstaunt, dass ich so lange politisch abstinent war. Der Einsatz für unser Land und unseren Wirtschaftsstandort ist eine noble Sache. Wir sollten Menschen, die diesen Einsatz leisten, grundsätzlich nicht mit Häme, sondern mit Respekt begegnen. (zsz.ch)

Erstellt: 19.10.2015, 17:46 Uhr

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