Erlenbach

SBB erneuern Gleise im Bahnhof Erlenbach

Die beiden Gleise im Bahnhof Erlenbach werden erneuert. Um den S-Bahnverkehr möglichst wenig zu behindern, sollen die Arbeiten nachts durchgeführt werden.

Verschlissene Gleise: Die beiden Gleise im Bahnhof Erlenbach werden für 3,5 Millionen Franken erneuert.

Verschlissene Gleise: Die beiden Gleise im Bahnhof Erlenbach werden für 3,5 Millionen Franken erneuert. Bild: Michael Trost

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Schienen, Schwellen, Schotterbett: Die SBB wollen die zwei Gleise im Bahnhof Erlenbach erneuern. 500 respektive 600 Meter lang sind die Gleisstränge, die im nächsten Jahr überholt werden. 3,5 Millionen Franken kostet das Projekt und betrifft nicht nur die Schienen auf Erlenbacher Boden, sondern reicht auch noch einige Meter aufs Küsnachter Gemeindegebiet.

In Erlenbach wiederum werden die Gleise bis kurz nach der Lerchenbergstrasse saniert. Die Gleisarbeiter sind vorwiegend nachts tätig. Dadurch soll der S-Bahn-Takt am rechten Seeufer möglichst wenig gestört werden. Doch gemäss SBB-Sprecher Oliver Dischoe werden die Arbeiten trotzdem Auswirkungen auf den S-Bahnverkehr haben. «Das genaue Ersatzkonzept wird rechtzeitig an den Bahnhöfen und im Online-Fahrplan kommuniziert», sagt er. Die SBB rechnen mit 48 Nachtschichten: Die Hauptarbeiten finden jeweils von 21.35 bis 5 Uhr morgens statt.

Stopfarbeiten am Lautesten

Während die Nachtarbeit für die ÖV-Passagiere Vorteile birgt, bringt sie für die Anwohner unweigerlich Lärm mit sich. Immerhin sind im näheren Umkreis, etwa an der Erlenbacher Drusberg- oder an der Küsnachter Wiesenstrasse zahlreiche Wohnhäuser zu finden. «Die lärmintensiven Arbeiten werden auf ein Minimum reduziert und in einer möglichst kurzen aber intensiven Zeitspanne durchgeführt», sagt der SBB-Sprecher. Besonders laut dürfte es in den drei Nächten werden, wenn die Schienen gestopft werden.

«Mit der Stopfmaschine wird der Schotter zwischen und unter den Schwellen mittels Vibration verdichtet und das Gleis milimetergenau ausgerichtet», erklärt Dischoe das Vorgehen. Dank der exakten Gleislage werde die spätere Abnutzung der Gleise reduziert. Wie laut es in den jeweiligen Nächten wird, kann Dischoe nicht sagen. Die Lautstärke hänge von verschiedenen Faktoren ab.

Auf den neusten Stand gebracht wird nicht nur das Offensichtliche wie Schienen und Schwellen, sondern an manchen Stellen auch der Unterbau des Gleisbetts. Hier muss eine Tragschicht aus Kiessand eingebaut werden. Einher gehen mit den Arbeiten auch die Erneuerung des Entwässerungsanlage der Gleise. Um dafür die Leitungen zu legen, will die SBB ein 2 Quadratmeter grosses Stück Land der Gemeinde Küsnacht nutzen. Die Verhandlungen über einen Dienstbarkeitsvertrag für das Land, welches bergseitig der Gleise liegt, sind nach Angaben der Gemeinde Küsnacht noch am Laufen.

Verschleiss der Gleise

«Es handelt sich um einen Substanzerhalt der Fahrbahn», führt Dischoe die Gründe für die Sanierung aus. «Infolge Abnützung und Verschleiss des Gleiskörpers haben die Gleise/Weichen ihre Lebensdauer erreicht», ist wiederum im technischen Bericht zu lesen. Regelmässige Unterhaltsarbeiten seien nötig, damit die Züge auch künftig pünktlich und sicher verkehren könnten, fügt Dischoe an.

In den Unterlagen, welche im Plangenehmigungsverfahren zum Projekt aufliegen, gehen die SBB davon aus, dass die Bauarbeiten im nächsten Januar starten und die Gleise im Dezember 2018 in Betrieb genommen werden können. Die genaue Festlegung des Zeitplans findet nach Angaben der SBB aber noch statt. Zu Verzögerungen des Projektes könnten nämlich Einsprachen führen, die noch bis zum 26. August beim Bundesamt für Verkehr eingereicht werden können. Bis zu diesem Datum liegen die Unterlagen auch noch auf den Gemeindeverwaltungen in Erlenbach und Küsnacht auf. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 14.07.2017, 15:23 Uhr

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