Stäfa

Sauna-Fans können am See einheizen

Die Genossenschaft, die in der Stäfner Badi eine Sauna eröffnen möchte, ist einen grossen Schritt weiter: Sie hat genug Geld gesammelt, um das Projekt zu finanzieren.

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Im Bademantel und bei misslicher Witterung schritten sie am Stäfner Herbstmärt durch die Strassen. Im Einkaufszentrum Goethestrasse sprachen sie – ebenfalls in weisses Frottee gehüllt – mögliche Geldgeber an. Der Einsatz der Initianten für eine Wintersauna am See hat sich gelohnt, wie sich nun zeigt: Die erforderlichen 250'000 Franken haben sie nach nur vier Monaten auftreiben können.

Vor zehn Tagen hatte es allerdings noch anders ausgesehen: Bis dahin hatte die Genossenschaft Seesauna Stäfa erst 150000 Franken gesammelt. Es war somit unklar, ob die Sauna in der Stäfner Badi Lattenberg zustande kommen würde. Die Interessengemeinschaft hatte sich selbst eine Frist gesetzt: Bis zum vergangenen Wochenende sollte Klarheit herrschen, ob es mit der Finanzierung klappt.

Rund 70 Leute machen mit

Die Entscheidung brachte das «Platzfest» am vorletzten Wochenende. Dank des Werbeanlasses vor Ort konnte die Genossenschaft den ausstehenden Betrag innert kurzer Zeit auftreiben. Wichtig sei gewesen, dass Interessierte sich vor Ort ein Bild hätten machen können, wo die Sauna entstehen soll, sagt Michael Kistler, der zuständige Kampagnenleiter.

Doch brauchte es dazu etwas Vorstellungsvermögen, da das alte Garderobenhäuschen derzeit nicht sehr einladend wirkt. Immerhin konnten die Besucher es sich aber schon auf Probeliegen bequem machen. Und sie erhielten eine Idee davon, wie es sein könnte, sich nach der Sauna im nahen Zürichsee abzukühlen.

Die Aktion mobilisierte offenbar noch einmal einige Gönner. Das sei nicht untypisch, sagt Kistler: «Am Anfang laufen Sammelaktionen gut an, dann gibt es eine Flaute, und am Schluss kommt noch einmal viel zusammen.»

«Am Anfang laufen Sammelaktionen gut an, dann gibt es eine Flaute, und am Schluss kommt noch einmal viel zusammen.» Michael Kistler, Kampagnenleiter.

Nun stehen gut 70 Genossenschafter hinter dem Projekt. Sie haben sich bereit erklärt, Anteilsscheine zu 2000, 5000 oder 9000 Franken zu zeichnen. Etwa zwei Drittel der Unterstützer wohnen in Stäfa, der Rest verteilt sich überwiegend auf umliegende Gemeinden wie Hombrechtikon und Männedorf. «Die Sauna ist nicht gewinnorientiert. Das hat uns sicher geholfen, da die Leute dies sympathisch finden», sagt Kistler.

Von der Gemeinde Stäfa hingegen fliesst kein Geld. Als Raymond Gillardon, der Präsident der Genossenschaft, die Idee vor einigen Jahren lancierte, machte der Gemeinderat den Initianten schnell klar, dass die Sauna von Privaten finanziert werden muss. Die Gemeinde ist aber bereit, der Genossenschaft das alte Garderobenhaus zu vermieten, das seit Jahren nicht mehr genutzt wird.

Vielleicht mit Dampfbad

Als nächstes wird ein Baugesuch ausgearbeitet. Geplant ist der Einbau von modularen Holzboxen, sodass die Gebäudehülle kaum verändert werden muss. Vorgesehen sind ein Empfangsraum, Garderoben, Saunakabinen, Duschen sowie ein Ruheraum mit Aussicht. Allenfalls wird diese Minimalvariante noch ausgebaut. «Es wird immer wieder der Wunsch nach einem Dampfbad geäussert», sagt Kistler. Dazu müssten sich aber noch weitere Genossenschafter finden. Beteiligen können sich Interessierte nach wie vor.

Geht alles nach Plan, wird die Sauna im Winter 2020 eröffnet.Gesichert ist dank des Geldes bereits der Betrieb für das erste Jahr. Mit der Stäfnerin Sylvie Appenzeller wird die Sauna eine eigene Betriebsleiterin erhalten, damit immer eine Ansprechperson vor Ort ist. «Ein professioneller Betrieb ist uns wichtig», sagt Kistler mit Blick auf Sauberkeit, Ordnung und Sicherheit.

Mehr Infos: www.seesauna-staefa.ch (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 11.02.2019, 16:35 Uhr

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