Männedorf/Zollikerberg

Regionale Spitäler bekommen Kosten besser in den Griff

Die beiden Spitäler im Bezirk Meilen haben 2017 ihre Fallkosten stabilisieren oder gar senken können – entgegen dem kantonalen Trend.

Das Spital Männedorf hat die Fallkosten 2017 gegenüber dem Vorjahr um 234 Franken senken können.

Das Spital Männedorf hat die Fallkosten 2017 gegenüber dem Vorjahr um 234 Franken senken können. Bild: Michael Trost

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9650 Franken – so viel haben im Kanton Zürich Akutspitäler mit Notfallstationen für jeden Patienten zugute, den sie behandeln. Diese Fallpauschale hat der Regierungsrat festgesetzt. Sie wird je nach Schwere der Krankheit mit einem bestimmten Wert multipliziert. Der Betrag reicht aber den meisten Spitälern nicht aus, um die Kosten zu decken. Dies zeigt die Statistik der letztjährigen Fallkosten, welche die Gesundheitsdirektion gestern publiziert hat.

Im Spital Zollikerberg beispielsweise – es liegt im Vergleich mit den anderen Zürcher Spitälern im Mittelfeld – kostet eine stationäre Behandlung durchschnittlich 10 015 Franken. Immerhin: Die Kosten sind vergleichbar mit dem Vorjahr, als die Fallkosten im Schnitt 9966 Franken betrugen.

Zollikerberg strebt Stabilität an

«Die Entwicklung unseres Spitals verläuft stabil, was sich auch bei den Kosten zeigt», sagt denn auch Spitaldirektorin Orsola Vettori. «Wir sind sehr zufrieden mit unserer Position im Spitalvergleich». Dies gelte insbesondere deshalb, weil das Spital den grossen Kostenschub wegen baulicher Erneuerung zum grössten Teil schon hinter sich habe – im Gegensatz zu anderen Spitälern, die vor Zollikerberg positioniert seien.

Fallkosten 2017 im Vergleich. Quelle: Gesundheitsdirektion Kanton Zürich

Das Spital arbeite kontinuierlich an der Verbesserung der Effizienz, sagt die Spitaldirektorin weiter. So habe es 2017 diverse Umstellungen rund um das ambulante Operieren vorgenommen. «Den Personalschlüssel der Kliniken passen wir zudem regelmässig dem effektiven Bedarf an, und wir bemühen uns um eine grösstmögliche Anpassung von Ressourcen und Patientenaufkommen», sagt Vettori.

Das Spital Zollikerberg strebe weiterhin eine stabile Entwicklung an, sagt die Spitaldirektorin weiter. «Wenn wir dies schaffen, ist dies ein grosser Erfolg.» Denn: «Es kommen mit E-Health grosse Kosten auf uns zu, für die wir keinen zusätzlichen Franken erhalten.»

Männedorf will Fallkosten weiter senken

Auch das Spital Männedorf hat die Fallkosten besser in den Griff bekommen. Es liegt zwar mit 10 747 Franken pro Fall nach wie vor im oberen Drittel der Skala, hat sich aber im vergangenen Jahr erneut verbessern können, nämlich um 234 Franken. «Ein Spital in unserer Grösse kann langfristig nur überleben, wenn es schnell und wendig agiert und seine Kosten in den Griff bekommt», sagt Andreas Mika, Leiter Finanzen und Dienste.

Deshalb habe das Spital bereits vor einigen Jahren Massnahmen eingeleitet, um das Angebot noch besser auf die Bevölkerung in der Region abzustimmen und die Kosten zu senken. Konkret wurden der Einkauf zentralisiert, vorhandene Verträge überprüft und neu verhandelt, Kooperationen geschlossen und die internen Prozesse verbessert. Ein grosses Thema sind in Männedorf in diesem Jahr die Personalkosten. «Unser Ziel für 2018 ist es, sie konstant zu halten», sagt Mika.

Mit Blick auf die Fallkosten zeigt sich das Spital für die nähere Zukunft optimistisch. Die Patientenzahlen seien im ersten Halbjahr konstant geblieben und die Auslastung sei gut, sagt Mika. Zudem stünden in Männedorf keine grösseren Bauprojekte an. Und der Halbjahresabschluss zeige, dass die Kosten stagnieren und der Umsatz sich dennoch leicht positiv entwickelt habe. «Sollte sich dieser Trend fortsetzen, so gehen wir 2018 erneut von einer Senkung der Fallkosten aus», sagt der Leiter Finanzen und Dienste.

Musterschüler aus Richterswil

Dennoch: Von Zahlen, wie sie beispielsweise das Paracelsus Spital in Richterswil aufweist, kann man in Männedorf nur träumen: In Richterswil liegen die durchschnittlichen Fallkosten mit 9097 Franken deutlich unter der Fallpauschale von 9650 Franken – das Spital macht somit satte Gewinne. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 07.08.2018, 17:13 Uhr

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