Zürichsee

Wer aufs Schiff will, muss künftig 5 Franken Zuschlag zahlen

«Ich bin auch ein Schiff». Dieses Motto gilt bald nicht mehr im Zürcher Verkehrsverbund. Passagiere zahlen ab 2017 für Schifffahrten 5 Franken Zuschlag. Der Regierungsrat rechnet mit Mehreinnahmen von 1,5 Millionen Franken.

Mehr als doppelt so teuer: Für eine kurze Querfahrt über den Zürichsee müssen die Passagiere zukünftig 5 Franken extra zahlen.

Mehr als doppelt so teuer: Für eine kurze Querfahrt über den Zürichsee müssen die Passagiere zukünftig 5 Franken extra zahlen. Bild: Manuela Matt

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Was seit fast einem Jahr ein Gerücht war, wird definitiv eingeführt. Die Fahrt mit der Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft (ZSG) ist ab 2017 nur noch mit einem Zuschlag möglich. «Jeder, der auf den See will, zahlt einen Fünfliber mehr», sagt Thomas Kellenberger, Sprecher des Zürcher Verkehrsverbunds (ZVV). Eine Abkehr von der Philosophie im ZVV – «ein Ticket für alle Verkehrsmittel» – sieht er darin nicht. «Wir wollen am Konzept ein Ticket für alles festhalten, die ZVV-Tickets gelten auch weiterhin für die ZSG-Schiffe», versichert Kellenberger. Das Prinzip des Zuschlags sei auch nicht neu. Der ZVV wendet es bereits auf seinem Nachtnetz an.

Am schwerwiegendsten wirkt sich der Zuschlag auf kurze Fahrten aus. Denn der Aufpreis gilt auch für die siebenminütigen Querfahrten zwischen Wädenswil und Stäfa, Wädenswil-Männedorf sowie Thalwil-Erlenbach-Küsnacht, wie ZSG-Direktor Roman Knecht bestätigt. Ein Halbtax-Billett ans andere Ufer kostet ab 2017 statt wie bisher 3 Franken 8 Franken. Knecht rechnet mit Einbussen im Passagieraufkommen: «Bei Einzelfahrten kann es eine Überlegung wert sein, auf die Überfahrt zu verzichten.»

Kellenberger hält den Zuschlag bei den kurzen Querfahrten für vertretbar: «Wenn sie mit dem Nachtbus nur drei Stationen fahren, zahlen sie auch den vollen Nachtzuschlag.» Auch der Ausflug auf die Insel Ufenau wird 5 Franken mehr kosten. Angedacht ist, dass der Schiffzuschlag auf Tagesbasis gelöst werden muss. Das heisst, für Schifffahrten an einem bestimmten Tag brauchen Kunden den Zuschlag nur einmal zu lösen.

Pendler selten betroffen

Der ZVV-Sprecher sieht die Interessen der Pendler nicht gefährdet: «Sie sind nur eine kleine Gruppe, die meisten Leute unternehmen Freizeitfahrten.» Dies werde ersichtlich, weil die überwiegende Zahl an Fahrten auf ZSG-Schiffen tagsüber bei schönem Wetter stattfänden. Dennoch deutet Kellenberger eine Entlastung für regelmässige Schiffsbenützer an. «Wir prüfen eine Lösung mit einem Abonnement oder Mehrfahrtenkarten für Pendler auf dem See.» Für den ZSG-Direktor geht die Welt wegen des Zusatzpreises nicht unter: «Wir sind heute die mit Abstand billigste Passagierschifffahrt auf allen Schweizer Seen und das werden wir auch mit dem Zuschlag noch sein.» Auf den Fähren wird es keinen Zuschlag geben. Die Zürichsee-Fähre Horgen-Meilen AG ist nicht Mitglied im ZVV. (zsz.ch)

Erstellt: 13.04.2016, 18:36 Uhr

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