Meilen

Reben in Meilen sollen einer Überbauung weichen

Meilen will mit seiner neuen Richtplanung Reben in Bauzonen speziell schützen. Nun soll dennoch eine Überbauung erstellt werden – dort, wo sich heute ein Rebberg befindet.

Die Überbauung Ruebstein soll auf diesem Stück Land unterhalb der Toggwilerstrasse erstellt werden.

Die Überbauung Ruebstein soll auf diesem Stück Land unterhalb der Toggwilerstrasse erstellt werden. Bild: Michael Trost

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Rebberge auf Bauland speziell zu schützen, ist das Ziel der Meilemer Richtplanung. Diese hat die Gemeindeversammlung im letzten Dezember verabschiedet. «Einige Rebflächen sind einer Bauzone zugewiesen», steht im Bericht zum kommunalen Richtplan Siedlung/Landschaft. «Die­se Flächen sollen als Teil der Identität der Gemeinde Meilen erhalten und innerhalb der Bau- und Reservezonen langfristig von Bauten freigehalten werden.»

Nun liegt trotzdem auf der Hochbauabteilung ein Baugesuch auf, das besagt, dass ein Rebberg überbaut werden soll. Es handelt sich um ein 5000 Quadratmeter grosses Stück Land zwischen ­der Toggwiler- und der Rueb­stein­strasse, das in unmittelbarer ­Nähe zum Hallenbad liegt. Dar­auf soll die aus vier Mehr­fami­lien­häusern ­bestehende Über­bauung Ruebstein entstehen. 17 Wohnungen und eine Tiefgarage mit 41 Parkplätzen sind vorgesehen.

«Der Rebberg ist im gültigen kommunalen Richtplan nicht als Freihaltegebiet eingetragen», erklärt der Meilemer Hochbau­vorsteher Heini Bossert (FDP). Die Eigentümer hätten sich mit dem Argument, dass es sich um gut erschlossenes Bauland handelt, gegen eine solche Eintragung gewehrt.

Tatsächlich liegt das Areal nicht nur in einer Wohnzone und damit auf Bauland, sondern ist auch ringsum von Häusern um­geben. Bossert betont, dass die ­Gemeinde bei der Erarbeitung des kommunalen Richtplans im Gespräch mit der Besitzerfamilie gewesen sei. «Dort, wo das Land schon gut erschlossen ist, ergibt es weniger Sinn, dieses auszuzonen, wenn die Mittel beschränkt sind», sagt er. Der Gemeinderat verweist darauf, dass man insbesondere das Land von Rebbauern schützen wolle. Mit Winzern gebe es auch Verhandlungen, und bei der nächsten Revision der Bau- und Zonenordnung werde allenfalls die Auszonung beantragt. Bei der Bauernfamilie, die Eigentümerin ist, sind die Reben hingegen nur ein Nebenverdienst.

Land ist Millionen wert

Bossert nennt zudem finanzielle Aspekte als Grund, weswegen die Gemeinde bei einigen Flächen auf eine Umzonung verzichtet. Eine solche Auszonung aus dem Bauland hätte eine Entschädigung für den Eigentümer zur Folge. Bei einem ortsüblichen Quadrat­meterpreis von 3000 Franken für erschlossenes Land wäre das Rebland 15 Millionen Franken wert. Letztlich müssten die Stimmbürger einer Zahlung zustimmen.

Trotzdem tut es Bossert leid um den Verlust von Rebland: «Es ist ein Rebberg mehr, der verschwindet.» An der Philosophie der ­Gemeinde, Rebland zu erhalten, ­habe sich nichts geändert, betont er. Dass die Gemeinde im Zwiespalt zwischen Machbarem und Wünschbarem ist, zeigt auch der Bericht zum Richtplan. Dort steht nämlich auch, dass es nicht vor­gesehen sei, sämtliche Rebgrundstücke in der Bauzone auszuzonen. Für die Familie, der das Land gehört, hat nicht zuletzt Ärger mit einem Nachbarn dazu geführt, dass sie bauen will. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 29.08.2018, 08:45 Uhr

Meilemer Überbauung Ruebstein

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