Küsnacht

Privatspital muss Baugesuch für neue Klinik nachbessern

Die Klinik Pyramide, die im Ortsteil Itschnach bauen will, hat ein überarbeitetes Baugesuch eingereicht. Den Anwohnern bietet sich dadurch eine weitere Möglichkeit, das Projekt juristisch zu bekämpfen.

Die Baukommission hat der Klinik mehrere Auflagen gemacht – etwa, wie stark das Terrain abgegraben werden darf.

Die Baukommission hat der Klinik mehrere Auflagen gemacht – etwa, wie stark das Terrain abgegraben werden darf. Bild: Visualisierung / PD

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Eben erst hat die Klinik Pyramide, die bis 2022 ihren Standort vom Zürcher Seefeld in den Küsnachter Ortsteil Itschnach verlegen möchte, vor Gericht einen Sieg errungen: Alle zehn Rekurse von insgesamt 22 Anwohnern, die den geplanten Klinikneubau verhindern möchten, hat das Baurekursgericht im Juni abgeschmettert. Nun hat das Privatspital aber ein weiteres Baugesuch bei der Gemeinde eingereicht – und bietet damit eine neue Angriffsfläche für Rekurse.

Das Gesuch, das derzeit öffentlich aufliegt, präzisiert die bereits erteilte Baubewilligung und enthält einige Projektänderungen. Eingereicht haben es die Verantwortlichen des Privatspitals deshalb, weil die Baukommission der Gemeinde das erste Baugesuch zwar bewilligt, aber einige Nachbesserungen verlangt hat.

Mit dem bisherigen Rekursverfahren hat das neue Gesuch hingegen nicht direkt zu tun. Brisanterweise geht es darin aber noch einmal um jene Punkte, welche die Anwohner in ihren Einsprachen besonders stark bemängelt haben – insbesondere um das Verkehrskonzept.

Gemeinde machte Auflagen

In Bezug auf das Verkehrskonzept hat nämlich die Gemeinde Küsnacht der Klinik Pyramide mehrere Auflagen gemacht, als sie die Baubewilligung erteilte. Es geht dabei um technische Details, welche die Nachbarn in ihren Rekursen ebenfalls beanstandeten. Beispielsweise kritisierten sie die Anordnung der Parkplätze in der geplanten Tiefgarage. Einige Parkplätze sowie die Fahrgassen seien zu wenig breit bemessen, fanden sie. Ebenso bemängelten sie die Zufahrt in die Tiefgarage, da die Rampe ein zu starkes Gefälle aufweise.

Tatsächlich ordnete die Küsnachter Baukommission Anpassungen in Bezug auf solche Punkte an, weshalb nun das Verkehrskonzept und teils auch die Baupläne überarbeitet wurden. Denn die Gemeinde verlangt unter anderem auch, dass das Terrain für den Bau bergseits maximal um einen und talseits maximal um drei Meter abgegraben werden darf.

All diese Auflagen sowie weitere Anpassungen haben dazu geführt, dass sich die Eckdaten des rund 80 Millionen Franken teuren Bauprojekts leicht verändert haben. Gegenüber der ersten Eingabe hat etwa die Geschossfläche des Baus um rund 4000 Quadratmeter auf 24'000 Quadratmeter zugenommen. Auch das geplante Fachärztzentrum ist um einen Viertel grösser, neu nämlich 2500 Quadratmeter. Und die Tiefgarage weist nun 108 statt wie bisher 90 Parkplätze auf.

Anfahrt über Sackgasse

Nichts geändert hat sich hingegen an der Zufahrt zur Klinik, welche die Anwohner bemängeln. Sie erfolgt ab der Zumikerstrasse über die 325 Meter lange Quartierstrasse In der Hinterzelg, eine Sackgasse, auf der Tempo 30 gilt. Die Planer rechnen damit, dass die Klinik ein Verkehrsaufkommen von täglich 445 Autofahrten ins Quartier bringt – dies zusätzlich zu den heute durchschnittlich 113 Fahrten pro Tag zu den gut 45 Wohnungen im Gebiet. Da die Strasse aber für 300 Wohneinheiten erschlossen ist, was 750 Fahrten pro Tag entspreche, ist der Mehrverkehr aus Sicht der Planer vertretbar.

Daran ändern ihnen zufolge auch die fünf bis sechs Lastwagen pro Woche nicht, die das Privatspital beliefern. Zudem sind 44 Abstellplätze für Velos von Mitarbeitern vorgesehen. Geplant sind auch Ladestationen für E-Bikes. Dies soll den motorisierten Verkehr im Quartier reduzieren. Und mit der 400 Meter entfernten Bushaltestelle «Itschnach Rebweg» an der Zumikerstrasse sei das Gebiet, wenn auch nur geringfügig, mit dem öffentlichen Verkehr erschlossen.

Dass dies die kritischen Anwohner zu beruhigen vermag, ist allerdings zu bezweifeln. Den Entscheid des Baurekursgerichts, welches die erste Baubewilligung gutgeheissen hat, haben zumindest einige von ihnen weitergezogen. Denkbar ist auch, dass das aktuelle Baugesuch zum Streitpunkt wird.

Erstellt: 30.07.2019, 18:48 Uhr

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