Stäfa

Poppiger Sound mit dem Jugendorchester

An ihrem Jahreskonzert offenbarte die Jugendmusik oberer rechter Zürichsee (JMOZ) mit ihren drei Formationen, was sie musikalisch drauf hat: modernen Sound, fetzigen Pop und ein sicheres Rhythmusgefühl.

Jahreskonzert des Jugendmusik-Orchesters oberer rechter Zürichsee.

Jahreskonzert des Jugendmusik-Orchesters oberer rechter Zürichsee. Bild: André Springer

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Die langen Tische im Stäfner Gemeindesaal sind alle bis auf den letzten Platz besetzt. Gekommen sind Eltern, Geschwister, Freunde, Bekannte und Fans der 54 Kinder und Jugendliche, die am Samstagabend im Aspirantenspiel, Perkussionsensemble und Jugendorchester auf der Bühne ihr Bestes geben werden. 

Nach dem Auftritt des neunköpfigen Perkussionsensembles, das von Dario Meier dirigiert wird, sind die 25 Debütanten des Aspirantenspiels an der Reihe. Die meisten von ihnen treten zum ersten Mal vor Publikum auf. Da es für Anfänger eines Orchesters keine adäquate Literatur gibt, greift ihr musikalischer Leiter Roger Näf immer wieder selber zur Feder, arrangiert und orchestriert ausgewählte Stücke, die die jüngsten Musikanten, wie er sie nennt, ansprechen und motivieren.

Pop-Sound trifft lyrisches Geigenspiel

Das tut der Musikpädagoge, der seit neun Jahren als musikalischer Leiter in der JMOZ wirkt, auch für das Jugendorchester. Darin spielen die 20 Fortgeschrittenen, die einheitlich in dunkelroten Blusen und schwarzen Hosen auftreten. Neben traditionellen Bläsern und Bläserinnen sitzen vier Streicherinnen sowie ein Gitarrist und ein Pianist im Orchester. In «Mr. Blue Sky» der britischen Rockband Electric Light Orchestra, das mit dem rockigen Sound fetzt, hat Roger Näf auch seinen Vibrafonisten integriert. Somit hat er das Stück seiner 20-köpfigen Formation sozusagen auf die Instrumente geschrieben, denn es kann sein, dass die Besetzung von Jahr zu Jahr variiert. Er selber unterstützt das Orchester auf seiner Bassgitarre, um die tiefen Töne abzudecken, wie er im Anschluss verraten wird. 

Das Medley der Blues Brothers ist ebenfalls anspruchsvoll. Es vereint verschiedene Tempi, was einen raschen Wechsel von rassigen zu ruhigen Passagen fordert. Ein hervorragendes Zusammenspiel liefert das Jugendorchester in «The Power of Love». Erstaunlich in diesem mitreissenden Pop-Sound, wie harmonisch sich das lyrisch anmutende Geigenspiel in den perkussiven Rhythmus des Schlagzeugers einfügt. Ein kleines Malheur passiert dem E-Gitarristen Mathis Egli: Er hat die Noten verlegt und muss seinen Part auswendig spielen. Doch man merkt, das gehört zum Programm, ebenso die verschwundenen Notenblätter für den abschliessenden Auftritt aller drei Formationen.

Gestohlene Noten und ein Ratespiel

Denn die Programmverantwortlichen bieten dem Publikum nebst dem musikalischen Inhalt mit allerlei Showeffekten wie Seifenblasen und Glitzerregen auch ein Szenenspiel zwischen den Darbietungen. Besagte Noten wurden gestohlen und sollen sich in einem Safe befinden, der auf der Bühne thront. Die Zuschauer werden im Verlauf des dreistündigen Abends animiert, den Zahlencode anhand eines Ratespiels herauszufinden. Was denn auch gelingt bei einem derart gefüllten Saal von Mitdenkenden. Die Noten sind also da, die über 50 Mitglieder der JMOZ können sich fürs Schlussbouquet aufstellen.

Während der entlarvte Dieb, nämlich Gitarrist Mathis Egli, flüchtet und durch den Saal flitzt, intoniert das Gesamtorchester «Run Boy Run». Der wirbelnde Trommelschlag der Perkussionisten untermalt die Hetzjagd aufs Treffendste. Und wieder verschmelzen die Streicher, diesmal mit den zusätzlichen Celli, zu einer Einheit mit den Bläsern.

Bevor mit der Filmmusik von «Harry Potter» der Abend im Höhepunkt gipfelt, muss der geschnappte Gitarrist sein Motiv preisgeben. Es sei ihm peinlich gewesen, im letzten Stück anstelle der Gitarre den banalen Triangel zu spielen, also habe er die Noten verschwinden lassen. Und weil in einem Orchester jedes Instrument wichtig ist, wie er belehrt wird, ist er bereit, den Triangel doch noch zu übernehmen. Eine gute Entscheidung, wird er doch mit seinem klirrenden Ton unüberhörbar immer wieder den Klangteppich überragen.

Erstellt: 04.02.2019, 09:24 Uhr

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