Natur

Pilz bedroht Eschen in der Region

Die als Eschenwelke bekannte Pilzkrankheit bedroht die Eschen überall in der Schweiz – auch in Regionen um den Zürichsee. Im Bezirk Meilen sind mittlerweile fast alle Bäume dieser Art betroffen. Förster beurteilen die Lage als dramatisch, zumal es bisher kein Mittel gegen den Pilz gibt.

Das Triebsterben der Eschen, wie hier im Wald in Rapperswil-Jona, beginnt in den Kronen zuoberst in den Bäumen. Zunächst sterben Seiten- und Endtriebe ab.

Das Triebsterben der Eschen, wie hier im Wald in Rapperswil-Jona, beginnt in den Kronen zuoberst in den Bäumen. Zunächst sterben Seiten- und Endtriebe ab. Bild: Archiv Michael Trost

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«Es ist wirklich schlimm», sagt Res Guggisberg zum Zustand der Eschen. Er ist als Kreisforstmeister beim Kanton auch für die Wälder in der Region Pfannenstiel zuständig. Gerade bei alten Beständen seien praktisch alle Eschen von der verheerenden Pilzkrankheit betroffen.

Der Anteil dieser Baumart beträgt laut Guggisberg im Bezirk Meilen zwischen 5 und 10 Prozent. Die meisten davon befinden sich in Wäldern und an ihren Rändern. Es gibt aber auch Eschen auf offenem Feld und in Pärken. Noch gravierender ist die Lage am Obersee, wo wegen der Eschenwelke mittlerweile bis zu einem Viertel des Waldes vom Absterben bedroht ist, wie der Revierförster von Rapperswil-Jona, Urs Fuchs, erklärt.

Hoffen auf Resistenz

Der Pilz, der nur Eschen befällt, ist landesweit auf dem Vormarsch. Er befällt Bäume jeglichen Alters, nistet sich in den Blättern ein und lässt sie vorzeitig welken. Äste sterben ab – und oft ist der ganze Baum nicht mehr zu retten. Gegen die Krankheit gebe es bis jetzt kein wirksames Gegenmittel, bestätigt Kreisforstmeister Guggisberg. Die einzige Hoffnung liege darin, dass die Art eine Resistenz entwickle: «Es kann durchaus sein, dass das passiert», sagt Guggisberg. Er verweist dabei auf junge Eschen, die nicht vom Pilz befallen seien. Forscher versuchten nun, herauszufinden, ob es bereits Ansätze für eine Resistenz gebe. Denkbar ist auch, dass man Bäume züchten könnte, die gegen den Pilz immun sind.

Unter den Folgen der Eschenwelke leiden die Waldeigentümer am meisten, weil das Absterben der Bäume für sie auch wirtschaftlich einen Verlust bedeutet. Die betroffenen Bäume müssen sie unter Umständen abholzen, weil diese umstürzen oder ganze Äste verlieren können. Das kann gerade an Strassen und Wegen gefährlich werden, wie Guggisberg und Revierförster Fuchs betonen.

Über 80 Eschen gefällt

Massnahmen wie das Kontrollieren der Eschen durch Förster, das Fällen und ein Aufforsten in den entstandenen Lücken sind wiederum mit zusätzlichen Kosten verbunden. Und dies bringt gemäss Guggisberg ein weiteres Problem mit sich: «Es ist mitunter fraglich, wer abholzen muss – und ob die Gemeinden oder die Waldeigentümer die Kosten übernehmen sollen.» Das ist laut Guggisberg oft unklar und wird derzeit auch von einer Taskforce des Bundes diskutiert, die ausserdem allfäl­lige Hilfsgelder des Bundes ins ­Auge fasst.

Einschneidende Massnahmen wurden bereits in Uznach ergriffen, wo aus Sicherheitsgründen Anfang Jahr über 80 Eschen gefällt werden mussten. Bedrohlich ist die Entwicklung für Schutzwälder wie in Schänis, Amden oder Eschenbach. Dort wird durch das Absterben die Schutzfunktion des Waldes reduziert. Im Bezirk Meilen mussten laut Guggisberg noch keine Abholzaktionen durchgeführt werden: «Das passiert erst, wenn es dringend nötig ist.» Es ­habe zudem noch keine Schäden durch umstürzende Eschen gegeben – und man könne immer noch hoffen, dass sich einzelne Bäume wieder erholen. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 10.07.2017, 08:58 Uhr

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