Kirche

Pfarrhäuser werden überflüssig

Immer mehr Pfarrhäuser im Bezirk Meilen werden nicht mehr gebraucht. Ein Rundumblick der ZSZ zeigt: Die Kirchgemeinden gehen sehr unterschiedlich mit dieser Tatsache um.

Die Bauvisiere deuten es bereits an: Die Tage des Zolliker Pfarrhauses am Rosenweg sind gezählt. Bald schon soll an seiner Stelle ein Mehrfamilienhaus stehen.

Die Bauvisiere deuten es bereits an: Die Tage des Zolliker Pfarrhauses am Rosenweg sind gezählt. Bald schon soll an seiner Stelle ein Mehrfamilienhaus stehen. Bild: Sabine Rock

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Das traditionelle Pfarrhaus ist ein Auslaufmodell. Immer seltener wollen Pfarrpersonen in den meist grossen und bis weilen auch etwas in die Jahre gekommenen Häusern wohnen. Mit der 2019 in Kraft tretenden neuen Kirchenordnung dürfte sich dieses Phänomen noch zuspitzen. Künftig muss nämlich nur noch eine Pfarrperson in einer Pfarrliegenschaft in der Kirchgemeinde selber wohnen.

Bisher galt die Wohnsitzpflicht grundsätzlich für alle gewählten Pfarrpersonen. Ausnahmen mussten vom Kirchenrat bewilligt werden. Ausserdem hält die aktuelle Kirchenordnung fest, dass alle Pfarrerinnen und Pfarrer, die in einer Kirchgemeinde auf ein Stellenpensum von mindestens 50 Prozent gewählt sind, im Pfarrhaus oder in der Pfarrwohnung zu wohnen haben. Auch diese Voraussetzung entfällt auf 2019 hin.Immer mehr Kirchenpflegen suchen darum nach neuen Nutzungsmöglichkeiten für ihre Liegenschaften.

Offene Diskussion in Oetwil

Auch in der reformierten Kirchgemeinde Oetwil macht man sich derzeit Gedanken um die Zukunft des Pfarrhauses. Momentan wird dieses zwar noch vom Pfarrehepaar selber bewohnt, wie Kirchenpflegepräsidentin Esther Oberli-Dubach erklärt. Das Paar werde Mitte 2019 jedoch in Rente gehen. Für die Kirchgemeindeverammlung vom 2. Dezember plant die Kirchenpflege darum eine offene Diskussion über Möglichkeiten für die künftige Nutzung des Pfarrhauses.

In Erlenbach wurde diese Diskussion bereits vor einigen Jahren geführt. 2014 hat sich die reformierte Kirchenpflege schliesslich von einem ihrer Häuser getrennt: Sie liess das 100-jährige Pfarrhaus Drusberg abreissen. Auf dem 1900 Quadratmeter grossen Grundstück entstanden daraufhin zwei Häuser mit insgesamt zehn Mietwohnungen.

Fremdvermietung in Stäfa

Auch das reformierte Pfarrhaus von Zumikon wird seit 2016 nicht mehr von einer Pfarrfamilie bewohnt. In den letzten Jahren stand das Gebäude leer. Kürzlich wurde das Haus nun renoviert. So wurde unter anderem die Heizung erneuert. Gemäss Kirchenpflegepräsident Malte Müller suche man derzeit nach einem Mieter für die Liegenschaft.

Auch in Stäfa war ein Verkauf schon Thema. 2012 fasste die Kirchenpflege den Plan ins Auge, das Pfarrhaus Eich in Ürikon zu veräussern. Mit dem Erlös sollte ein Neubau finanziert werden. Auf Rückmeldungen aus der Gemeinde hin, kehrte sie aber wieder davon ab. Mittlerweile ist das Pfarrhaus extern vermietet und auch der Neubau kam zustande. Dieser befindet sich unmittelbar neben dem Pfarrgebäude.

Mehrfamilienhaus in Zollikon

Auch die reformierte Kirchgemeinde Küsnacht nützt nicht mehr alle ihrer vier Pfarrhäuser selber. Ein Verkauf war bisher aber nie Thema.

Ganz anders sieht dies in Zollikon aus. Die Kirchgemeindeversammlung entschied im Juni 2017 das Pfarrhaus am Weiherweg 8 im Zollikerberg – eines von insgesamt vier Pfarrhäuser zu veräussern. Seit Anfangs 2015 war das Haus fremdvermietet worden. Bewilligen die Stimmbürger am 25. November einen entsprechenden Kredit, sind auch die Tage des Pfarrhauses am Rosenweg gezählt. Für 7.5 Millionen Franken soll an seiner Stelle ein Mehrfamilienhaus entstehen.

Erstellt: 12.11.2018, 16:48 Uhr

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