Umwelt

Pestizid-Rückstände: Tests liefern beruhigende Resultate

Der Kanton hat im Sommer an mehreren Orten erhöhte Pestizidwerte im Grundwasser festgestellt. Weil sich Bürger besorgt zeigten, haben nun einige Gemeinden im Bezirk Meilen das Wasser nochmals untersucht.

Tests in den Gemeinden im Bezirk Meilen zeigen: Das Trinkwasser weist keine erhöhten Chlorothalonil-Werte auf. (Symbolbild)

Tests in den Gemeinden im Bezirk Meilen zeigen: Das Trinkwasser weist keine erhöhten Chlorothalonil-Werte auf. (Symbolbild) Bild: Keystone

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Die Werte beunruhigten viele Bürgerinnen und Bürger im Kanton Zürich. Eine Stichprobe des Amts für Abfall, Wasser, Energie und Luft (Awel) hatte im Sommer ergeben, dass 29 von 92 untersuchten Grundwasserfassungen im Kanton die erlaubten Grenzwerte für den Abbaustoff des Pestizids Chlorothalonil überschreiten. Betroffen waren vor allem Gemeinden im Zürcher Weinland.

Am Zürichsee verzeichnete hingegen nur das Grundwasserpumpwerk im Oetwiler Weiler Bäpur einen zu hohen Wert. Die Konzentration lag aber nur knapp über dem Erlaubten. Die Gemeinde versicherte daraufhin auf Anfrage dieser Zeitung, sie nehme die Befunde Ernst. Grund für Alarmismus bestehe aber keine. Das Pumpwerk stehe jedoch unter Beobachtung, und es würden unverzüglich Massnahmen eingeleitet, wenn der Kanton die Gemeinde dazu auffordern würde.

Besorgt zeigte sich die Bevölkerung selbst in Gemeinden, die gar nicht von zu hohen Werten betroffen waren. Die Befunde hätten zu Verunsicherungen geführt, schreibt etwa die Gemeinde Hombrechtikon diese Woche in einer Medienmitteilung. Die Gemeinde liess deshalb im November im Verteilnetz der Wasserversorgung drei Trinkwasserproben entnehmen. «Bei diesen Proben wurden Chlorothalonilsulfonsäure-Werte von 0,02 bis 0,06 Mikrogramm pro Liter gemessen», teilt sie nun mit.

Entwarnung am Zürichsee

Die Konzentration ist somit deutlich unter dem gesetzlich erlaubten Grenzwert von 0,1 Mikrogramm pro Liter. Das Fazit der Behörden: «Das Hombrechtiker Trinkwasser kann bedenkenlos getrunken werden.» Die verantwortlichen Personen würden jedoch die Situation weiterhin genau beobachten und stünden diesbezüglich mit den kantonalen Stellen in engem Kontakt, schreibt die Gemeinde weiter.

Eine besorgten Bürgeranfrage erreichte auch die Gemeinde Meilen. Tiefbauvorsteher Peter Jenny (SVP) beantwortete diese am vergangenen Montag an einer Informationsveranstaltung. Die Messungen des kantonalen Labors hätten keine Spuren von Chlorothalonil ergeben, sagte er. «Es sind somit keine Massnahmen erforderlich.»

«Es sind somit keine Massnahmen erforderlich.»Peter Jenny

Der Befund ist nicht überraschend. In Meilen stammt das Trinkwasser zur Hälfte aus dem Zürichsee und je zu einem Viertel von der Quelle in Goldingen und von solchen am Pfannenstiel. Aus Grundwasserfassungen bezieht die Gemeinde kein Trinkwasser. Diese sind aber am häufigsten betroffen, da das seit den 1970er-Jahren verwendete Pestizid vermutlich über die Landwirtschaft in den Boden gelangt.

In der EU ist der Einsatz des Pflanzenschutzmittels verboten, da die Abbaustoffe von Chlorothalonil möglicherweise krebserregend sind. In der Schweiz ist das Fungizid, das gegen Pilzbefall eingesetzt wird, noch zugelassen. Allerdings wird auch hierzulande ein Verbot geprüft.

Erstellt: 05.12.2019, 16:34 Uhr

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