Männedorf

Perlen aus Oper und Operette

Nach dem Neujahrsapéro hat der Kulturkreis Männedorf zum Konzert in die reformierte Kirche geladen. Mit Cecilia Berglund und Roberto Saccà sangen zwei Koryphäen ihres Fachs.

Tenor Roberto Saccà und Sopranistin Cecilia Berglund erfreuen zusammen mit Pianistin Kelly Thomas die Zuhörerschaft am Männedörfler Neujahrskonzert mit beliebten Melodien.

Tenor Roberto Saccà und Sopranistin Cecilia Berglund erfreuen zusammen mit Pianistin Kelly Thomas die Zuhörerschaft am Männedörfler Neujahrskonzert mit beliebten Melodien. Bild: Patrick Gutenberg

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Der Neujahrsapéro der Gemeinde Männedorf ist in der Bevölkerung beliebt. 250 Personen haben sich am Dreikönigstag im Gemeindesaal eingefunden, um sich zum neuen Jahr zuzuprosten (siehe Kasten). Und da beim Apéro kein Champagner ausgeschenkt wurde, habe sich der Kulturkreis mit seinem Programm vorgenommen, das Publikum mit «Perlen aus Oper und Operette», so das Motto des Konzertes, dennoch in Champagnerlaune zu versetzen. Mit diesen Worten kündigte Gemeindepräsident André Thouvenin (FDP) den Liederabend in der bis zum letzten Platz gefüllten Kirche an. Durchaus einleuchtend, denn von den 250 Gästen haben nach dem Apéro wohl die meisten den Weg hinauf zur Kirche unter die Füsse genommen.

Am Klavier hat Kelly Thomas Platz genommen und eröffnet den Abend mit dem Preludio aus «La Traviata». Die gebürtige Amerikanerin mit Schweizer Pass wurde 1979 als Korrepetitorin ans Opernhaus Zürich berufen, wo sie 35 Jahre lang tätig war. Kaum sind die letzten Takte verklungen, zieht die inzwischen auf die Bühne gerauschte Cecilia Berglund als Violetta mit dem mitreissenden «Sempre Libera» die Aufmerksamkeit auf sich. Wunderschön ist nicht nur die stimmliche Vielfalt der schwedischen Sopranistin, wunderschön ist auch ihr körperbetontes bodenlanges Kleid mit den glitzernden Pailletten.

Gefüllte Gläser

Es wird nicht die einzige Robe sein, in der sie sich an diesem Abend präsentiert. Schon für das folgende Duett mit dem Tenor Roberto Saccà aus Johann Strauss’ «Fledermaus» hat sich Berglund umgezogen und erscheint in einem betörend eleganten Taftkleid in lila Farbe. Zu ihrem «Trinke, Liebchen, trinke schnell» stossen die beiden während des Gesangs mit gefüllten Champagnergläsern an, verkörpern dabei mit Leichtigkeit ihre Rollen als spielten sie in der wahren Operette und verzaubern mit ihren Stimmen ihr Publikum. Der tosende Applaus im Anschluss spricht für sich.

Cecilia Berglund tritt nicht nur auf grossen Bühnen weltweit auf, auch in der Region ist die Sängerin keine Unbekannte. Für die Operettenbühne Hombrechtikon sang sie 2016 den Part der Baronin im «Wildschütz» und letzten Herbst bewies sie als Kurfürstin Marie in Carl Zellers «Vogelhändler», dass ihr auch das Schauspiel im Blut liegt. In eben dieser Rolle interpretiert sie an der Seite von Roberto Saccà, der den Vogelhändler Adam mimt, das unsterbliche «Schenkt man sich Rosen in Tirol». Es ist mitunter wohl eines der schönsten Duette in der Welt der Operetten und mittlerweile ein regelrechter Ohrwurm.

Idealer Partner

Der Tenor mit den deutsch-italienischen Wurzeln erweist sich als idealer Partner für die Sopranistin. Seine Arien sowohl als Alfredo in «La Traviata» als auch sein «Dein ist mein ganzes Herz» des Sou-Chong im «Land des Lächelns» von Franz Lehár singt Saccà mit eruptiver Kraft und zartester Leichtigkeit zugleich. Sein lyrischer Tenor verfügt über eine unangestrengt klingende Farbe, die seinen Gesang so facettenreich macht. Der 1961 geborene Saccà, der schon lange mit seiner Familie in Männedorf zuhause ist, gehört unangefochten zu den gefragtesten Tenören unserer Zeit. Von 1993 bis 2002 war er Mitglied im Ensemble des Opernhauses Zürich, wo ihm 1995 der Durchbruch an der Seite von Cecilia Bartoli in Haydns «L’Anima del Filosofo» gelang. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 07.01.2019, 16:14 Uhr

Ein Rück- und Ausblick in sechseinhalb Minuten

Am Neujahrsapéro steht die Begegnung mit der Männedörfler Bevölkerung im Vordergrund, findet André Thouvenin. «Die Gäste kommen ja nicht wegen mir, sondern wegen des Apéros», meinte der gutgelaunte Gemeindepräsident am Rande des Anlasses vom Sonntag. Entsprechend kurz fasste er sich denn in seiner Ansprache vor den rund 250 Personen, die sich am späten Nachmittag des Dreikönigstags im Gemeindesaal eingefunden haben. Rückblickend sei es ein intensives Jahr gewesen, sagte er und erinnerte unter anderem an das im Sommer mit einem grossen Fest eingeweihte Mehrzweckgebäude Blatten.

Als erfolgreiche Abstimmung nannte das Gemeindeoberhaupt jene vom 25. November, an der sowohl dem Kauf des Grundstücks an der Seestrasse 214 als auch der Auflösung des Feuerwehr- und Zivilschutzverbands Männedorf/Uetikon zugestimmt wurde. Dazu verkündete Thouvenin: «Wir haben die Urnenbeschlüsse bereits umgesetzt.» Seit dem 1. Januar dieses Jahres werden der Zivilschutz von Meilen und die Feuerwehr Männedorf-Uetikon von Uetikon aus geführt. Und seit dem 3. Januar ist die Gemeinde als Eigentümerin des Grundstücks Seestrasse 214 im Grundbuch eingetragen.

Was die Zentrumsplanung betrifft, an der sich die Bevölkerung beteiligen kann, habe der erste von vier Workshops bereits im November mit 60 Teilnehmern stattgefunden, der zweite stehe am 24. Januar an.

Mit einem Blick nach vorne erwähnte Thouvenin, dass die Arbeit am Masterplan Sport- und Freizeitanlage Widenbad abgeschlossen sei: «Wir wissen jetzt, wo das nächste Kunstrasenfeld sowie weitere Spielfelder hinkommen, wie die Fussgänger sicherer ins Widenbad gelangen und wo die über 100 Parkplätze zu liegen kommen.» Der Gemeinderat werde an ersten Sitzung 2019 festlegen, wie es weiter vorwärts geht.

Und bevor die sechseinhalb Minuten seiner Neujahrsrede um waren, stellte das Gemeindeoberhaupt seinem Publikum die rhetorische Frage: «Wie soll sich Männedorf weiterentwickeln und was sind die politischen Schwerpunkte der nächsten Jahre?» Um Antworten darauf zu finden, habe der Gemeinderat mit der Schulpflege in einem Workshop eine Strategie 2028 erarbeitet und darin festgelegt, wie sich Männedorf weiter entwickeln soll (die Strategie ist auf der Website der Gemeinde). Dabei stehe eine Vision im Zentrum: «Männedorf soll lebenswert, lebendig und zukunftsorientiert sein.»

Einen ersten Schritt, Männedorf lebendiger zu machen, habe der Gemeinderat bereits vollzogen: «Wir werden einen digitalen Dorfplatz einrichten.2 Das Projekt dieser Plattform werde im Frühling an einer öffentlichen Veranstaltung vorgestellt. Mit «Sie sehen, im Gemeinderat geht uns die Arbeit nicht aus» und dem abschliessenden Dank des Redners an allen Mitarbeitenden der Gemeinde prostete dieser seinen Gäste zu und wünschte allen «ein gutes und glückliches neues Jahr hier bei und mit uns in Männedorf». mz

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