Erlenbach

Per App zum Babysitter

Bénédicte van der Beken und Nadine Moser Balas aus Erlenbach haben eine App entwickelt, die die Brücke von Familien zu möglichen Babysittern schlägt: Kidsitt. Seit Juni ist die App verfügbar.

Nadine Moser Balas und Bénédicte van der Beken (von links) haben eine App entwickelt, mit welcher sich Babysitter und Eltern besser koordinieren können.

Nadine Moser Balas und Bénédicte van der Beken (von links) haben eine App entwickelt, mit welcher sich Babysitter und Eltern besser koordinieren können. Bild: Manuela Matt

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«Wir haben unsere Küchentische zum Büro gemacht», sagt Nadine Moser Balas. «Und arbeiten eher dann, wenn andere Feierabend haben», ergänzt ihre Nachbarin Bénédicte van der Beken. Nämlich dann, wenn ihre eigenen Kinder im Bett sind.

Die Schwierigkeit, für ihre eigenen Kinder eine Betreuungsmöglichkeit zu finden, ist der Grund ihrer Zusammenarbeit. Auch an der Namensgebung der App sind die eigenen Kinder beteiligt. «Wenn ein Babysitter angekündigt wurde, beschwerten sie sich, dass sie doch keine Babys mehr seien. Dann kam dann eben der Kidsitter – daher der Name unserer App: kidsitt», erklärt Moser Balas.

Problem Kinderbetreuung

Die gebürtige Belgierin und Ressource Managerin van der Beken hatte in der Vergangenheit oft Mühe, jemanden zu finden, der auf ihre drei Kinder aufpasst. «Ich habe keine Familie hier, deshalb bin ich auf gute Babysitter angewiesen», sagt sie. Auch Marketing- und Kommunikationsmanager Moser Balas kennt das Betreuungsproblem, sie selbst hat zwei Kinder. «Oft habe ich jemanden angefragt, dann ging es drei Tage bis zur Antwort und schliesslich hat es dann doch nicht geklappt», erinnert sie sich. Ein Problem, dass die beiden anpacken wollten.

Die Idee für die App entstand in der Berufspause der beiden Frauen. Den Erlenbacherinnen wurde die Aufteilung zwischen Berufs- und Familienleben mit dem Eintritt ihrer ältesten Kinder ins Schulsystem zu kompliziert. Aus diesem Grund gaben sie ihre Festanstellungen auf. «Irgendwie kam dann an gemeinsamen Spielnachmittagen mit unseren Kindern plötzlich die Lust, etwas Neues anzupacken», sagt Moser Balas. «Zuerst haben wir alles auf Papier aufgezeichne. Dann suchten wir einen App – Entwickler, der unsere Idee umsetzen konnte», erzählt van der Beken. Dieser wurde schliesslich gefunden und entwickelte einen Prototyp, den die beiden Mütter ein Jahr lang testeten und perfektionierten.

Kidsitter gesucht

Seit Juni können sich Jugendliche ab 13 Jahren mit einer Einverständniserkärung der Eltern bewerben. «Von Vorteil ist es, wenn sie einen Babysitterkurs absolviert haben, bei kidsitt müssen sie ausserdem einen ausführlichen Fragebogen ausfüllen.», sagt Moser Balas, In einem nächsten Schritt würden sie eine Art Bewerbungsgespräch durchführen, meist per Telefon.

Nur die Profile derjenigen, welche diese Prüfung bestehen, werden aufgeschaltet. «Schliesslich möchten die Eltern die Sicherheit haben, dass eine geeignete Person auf ihre Kinder aufpasst», spricht van der Beken aus Erfahrung. «Aus diesem Grund haben wir auch ein Bewertungssystem eingebaut», beschreibt Moser Balas weiter, «mit Smileys können Kidsitter beurteilt werden».

Unkomplizierte Buchung

Für die Eltern soll der Ablauf möglichst einfach sein: Sie registrieren sich auf der App und geben die Zeitspanne an, in der sie eine Kinderbetreuung suchen. Die Eltern erhalten Einblick auf die Babysitter – Profile und suchen geeignete Betreuer für ihre Kinder aus. Diese erhalten eine Push – Nachricht auf ihr Handy und können innerhalb kürzester Zeit die Anfrage annehmen oder ablehnen. Zusatzaufgaben wie «Snack anrichten» oder «leichte Hausarbeit» können ebenfalls angegeben werden, damit die Babysitter einschätzen können, was sie erwartet. Schliesslich braucht es nur noch einen Klick und der Einsatz ist gebucht.

Dadurch, dass die Familien der beiden Frauen eng befreundet sind, beteiligt sich auch der Rest der Familien am Arbeitsprojekt. «Unsere Männer stehen hinter unserer Idee, passen gemeinsam auf die Kinder auf, wenn wir am Wochenende arbeiten möchten und bewerben die App unter Bekannten», sagt Moser Balas. Und die Kinder? «Die sind sehr interessiert an unserer Arbeit und schätzen es gleichzeitig, dass wir Zuhause verfügbar sind», erklärt sie. Die Arbeitsaufteilung mussten die beiden Geschäftspartnerinnen noch nie regeln, «es packt einfach diejenige an, die gerade Zeit hat», fasst van der Beken ihre Arbeitsabläufe zusammen. Nutzen sie dazu gelegentlich selbst ihre App? «Ja klar», ruft van der Beken und lacht, «ich habe gerade einen Kidsitter über die App gebucht» (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 04.09.2018, 17:13 Uhr

Kidsitt-App

Die Babysitter, die über die Kidsitt-App­ vermittelt werden, legen ihren Lohn selber fest. Er ist jeweils in ihrem Profil hinterlegt. Der Dienst ist am rechten und linken Zürichseeufer buchbar. Für eine erfolgreiche Vermittlung beträgt die Gebühr 8.50 Franken. Es werden laufend neue Babysitter gesucht. Kontakt unter www.kidsitt.ch.

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