Küsnacht

Parkdeck schwer umsetzbar mit Rampe

Die Neugestaltung der SBB-Unterführung im ­Küsnachter Zen­trum soll statt 15 Millionen nur noch 8 Millionen Franken kosten. Ob die erar­bei­te­te Lösung mit dem ­Parkdeck umgesetzt werden kann, ist allerdings fraglich.

In der Mitte des Perrons befinden sich derzeit nur Treppen. Ob mit dem Parkdeck eine bergseitige Rampe möglich wäre, ist noch unklar.

In der Mitte des Perrons befinden sich derzeit nur Treppen. Ob mit dem Parkdeck eine bergseitige Rampe möglich wäre, ist noch unklar. Bild: Sabine Rock

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Die Küsnachter Zen­trums­pla­nung bleibt spannend. Ende Ja­nu­ar wurde bekannt, dass der Kan­ton dem Parkdeck von Herman Gericke aus raumplanerischen Gründen wahrscheinlich nicht zustimmen wird (ZSZ vom 28. Januar), nun zeichnet sich ein weiteres Pro­blem ab. Die in beiden Zen­trums­projekten geplante Fussgängerunterführung in der Mitte des Küsnachter Bahnperrons soll mit 8 statt 15 Millionen Franken zwar wesentlich weniger kosten als ursprünglich gedacht, doch eine Machbarkeitsstudie der SBB stellt infrage, ob sie in dieser Form überhaupt mit dem Gericke-Projekt kombiniert werden könnte.

Die Topo­grafie am Bahn­hof Küs­nacht stellt Ingenieure vor gros­se Herausforderungen: Gleise, die erneuerte Fussgängerun­ter­füh­rung und der Strassentunnel würden dicht beieinanderliegen. Während das Zen­trums­pro­jekt des Gemeinderats mit der güns­ti­geren Unterführung umgesetzt werden kann, könnte dies beim Parkdeck nicht der Fall sein.

Bewilligung der SBB fraglich

«Wir bräuchten für das Park­deck in Teilen eine neue Unter­füh­rungs­lösung», erklärt der Küsnachter Gemeindepräsident Markus Ernst (FDP). Fraglich ist, ­ob die SBB der nun er­ar­bei­te­ten ­Un­ter­füh­rung in Kombination mit dem Parkdeck überhaupt ­eine Bewilligung erteilen würden. «Der Abstand zwischen den Gleisen und dem Autotunnel könnte beim Parkdeck zu gering sein», erläutert Ernst.

Da das von den Behörden angestossene Zen­trums­pro­jekt Änderungen im Strassentunnel vorsieht, fallen bei diesem die Abstände zwischen Gleisen und Tun­nel genügend gross aus. Durch die unterirdischen Parkplätze würden bauliche Veränderungen am Oberwachttunnel unum­gänglich: Ein Kreisel soll die Zufahrt zur Tiefgarage ermöglichen.

Beim Gericke-Projekt liegen die Parkplätze hingegen ober­irdisch – Anpassungen am Tunnel waren bis jetzt nicht vorgesehen. «Unser Ehr­geiz ist es, das Parkdeck hinzubekommen, ohne dass wir am Tun­nel etwas ändern müssen», sagt Markus Ernst. Jede bauliche Anpassung am Strassentunnel würde nämlich zusätzliche Kosten generieren.

«Die Unterführung im Gericke-Projekt wird nicht zwingend teurer, aber die Frage stellt sich, ob sie in dieser Form überhaupt machbar ist», präzisiert Ernst. Gefährdet ist die bergseitige Rampe, welche die Unterführung unter anderem für Rollstuhlfahrer, Kinderwagen und Velofahrer erschliessen würde. «Eventuell müssten wir das Parkdeck ­ohne bergseitige Rampe bauen», bestätigt Ernst. Vorgesehen sind zusätzlich drei Liftanlagen auf beiden Seiten der Bahngleise sowie als Verbindung von der Unterführung zum Perron. «Der Lift stellt kein Problem dar, aber es könnte sich zeigen, dass alle drei zusammen – Rampe, Treppe und Lift – bergseitig nicht gebaut werden können», erklärt Ernst.

Gesetzlich verpflichtet, den Per­ron an dieser Stelle für Behinderte zugänglich zu machen, ist die Gemeinde Küsnacht indes nicht. Die Bahnstation ist weiter südlich bereits über eine grosse Rampe erreichbar. Allerdings ist der Umweg, den Rollstuhlfahrer nehmen müssten, ziemlich umständlich. Zudem wurde auch in den Empfehlungen des Mitwirkungsverfahrens von der Bevölkerung der Wunsch geäussert, den Perron an dieser Stelle mit Rampen besser zu erschliessen.

Günstiger, weil schmaler

Für Hermann Gericke ist es absolut klar, dass sein Projekt mit Rampe und Lift zur Unterführung umgesetzt werden muss: «Ja, natürlich, das ist in den Unterlagen zur Planung enthalten. Ein Generalplaner, der den Auftrag bekommt, muss sich an diese Vorgabe halten.» Der Initiant verweist dar­auf, dass die Detailprojektierung erst am 5. Februar 2016 ausgeschrieben worden sei. «Die Gemeinde kann nicht einfach etwas behaupten, wofür die Detailpläne noch nicht erstellt sind», sagt Gericke. Weniger kosten soll die Unterführung, weil sie gemäss Machbarkeitsstudie schmaler aus­fiele als ursprünglich gedacht. «Wenn wir sie breiter und damit auch höher gebaut hätten, wäre dies extrem teuer geworden», erklärt der Gemeindepräsident. Mit der nun angedachten Lösung ­habe man das beste Kosten-Nutzen-Verhältnis.

Bekannt wurde vonseiten der Gemeinde Küsnacht zudem, dass die Züge während der Bauarbeiten an der Überführung an einem provisorischen Perron zwischen Gleis 1 und 2 halten sollen. Sieben bis neun Monate werden die Bauarbeiten an der Unterführung vor­aussichtlich dauern. Ob und wie das Parkdeck doch mit bergseitiger Rampe gebaut werden könnte, sollen nun weitere Abklärungen zeigen.

Erstellt: 02.03.2016, 21:53 Uhr

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