Stäfa

Oden an das kleine Leben

Die Sängerin Gigi Moto präsentierte mit ihrer gleichnamigen Band ihr jüngstes Album «Local Heroes» im Rössli Stäfa.

Jean-Pierre von Dach, Gigi Moto und Roland Sumi (von links) traten vor dem rund 100-köpfigen Publikum im Rössli Stäfa mit Liedern aus ihrem neunten Album auf.

Jean-Pierre von Dach, Gigi Moto und Roland Sumi (von links) traten vor dem rund 100-köpfigen Publikum im Rössli Stäfa mit Liedern aus ihrem neunten Album auf. Bild: Manuela Matt

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Sie hat kein Sitzleder, obschon für Gigi Moto auf der Bühne des Rössli Stäfa ein Barhocker vor dem Mikrofon zur Verfügung steht. Es gibt kaum einen Song, bei dem die als Bluessängerin und Rockröhre bekannte Zürcherin nicht vom Hocker springt, um sich trotz ihrer klobigen Stiefeletten leichtfüssig tanzend dem Beat der Musik hinzugeben.

In «Rocket Girl» spornt sie das rund 100-köpfige Publikum, in dem lauter Fans sitzen, laut klatschend an. Und die Sängerin lässt sich dadurch zu einer wilden Tanzekstase hinreissen. Ohne dass ihre raue, passioniert phrasierende Stimme auch nur eine Sekunde abbricht.

Zarte Klänge werden zum bluesigen Soul

Den rockigen Soundteppich dazu hat bereits Jean-Pierre von Dach einleitend ausgebreitet: Er holt aus seiner verstärkten Gitarre und dank seiner Loopstation jene verzerrten Töne heraus, die unverkennbar zu seiner Musik gehören. Auch er scheint in Trance zu verfallen, spielt mal schrill, dann vibrierend oder perkussiv währenddessen Gigi Moto seine solistischen Einlagen mit ihrem Luftgitarrespiel noch zusätzlich einheizt.

Überhaupt schaukelt sich das Paar zu Höchstleistungen hoch. Und im Saal toben die Fans. Einzig der Bassist Roland Sumi bleibt die Ruhe selbst: In seiner unförmigen Jacke eingepackt nimmt er auf seinem Hocker gelassen den Beat auf und streut seine Akkorde dort, wo der Blues danach verlangt. Für «Summercloud» wechselt Sumi seelenruhig zum Akkordeon, während von Dach sich die akustische Gitarre umgehängt hat. Die zarten Klänge zu Beginn des Songs halten nicht lange an, werden rauer und entwickeln sich zu einem bluesigen Soul.

Der Durchbruch liess auf sich warten

Gigi Moto, das ist nicht nur der Name der Leadsängerin, so heisst auch die 1993 gegründete Band aus Zürich. Von Anfang an dabei sind Gigi Moto und Jean-Piere von Dach, die auch privat ein Paar sind. Vor allem in den ersten Jahren trat die Band immer wieder in verschiedenen Besetzungen auf, schaffte erst nach sieben Jahren mit dem dritten Album „Superstar“ den Durchbruch. Was folgte waren erfolgreiche Konzerte, Auftritte an Open-Airs und Tourneen sowie weitere Alben.

Dazwischen gestattete sich Gigi Moto den Alleingang: Sie wirkte in verschiedenen Produktionen im Bereich Musicals. Derweil von Dach als gefragter Ausnahmegitarrist sich von anderen Formationen engagieren liess. Ihr letztes gemeinsames Album liegt vier Jahre zurück. Auf ihrem Jüngsten Werk, «Local Heroes», mit dem sie seit der CD-Taufe im März als Trio unterwegs sind, zeigen sie die Essenz ihres Schaffens: «Seele, Groove und Mut», wie sie selber sagen. Wobei Gigi Moto am Samstagabend vorweg klarstellt, sie sei zum Singen gekommen, und nicht um ihre Songs zu erklären.

Geschichten von lokalen Helden

Und so machen die drei, was sie am besten können: Sie erzählen mit ihrer Musik ihre Geschichten vom kleinen Leben, von den lokalen Helden, «die wir doch alle sind», wie Gigi Moto ins Publikum schreit und dafür Applaus erntet. Um sich sogleich mit ihrem stimmlichen Feuer in den nächsten Song «Don’t Die Before I Do» zu werfen. Zuerst noch auf dem Hocker wippend, um alsbald runterzuhüpfen und sich tanzend dem Sog des herben Blues hinzugeben. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 03.12.2018, 15:00 Uhr

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