Meilen

Nur noch halb so viele Testkäufer kamen an Bier ran

Ein besseres Resultat als im Vorjahr ergaben die Bier-Testkäufe 2015 im Bezirk Meilen. In 21 Prozent der Fälle kamen die Jugendlichen an den Stoff, der für sie noch verboten ist. Letztes Jahr lag die Quote bei 38 Prozent.

Kein Bier unter 16: In 25 Betrieben kamen jugendliche Testpersonen denn noch dazu.

Kein Bier unter 16: In 25 Betrieben kamen jugendliche Testpersonen denn noch dazu. Bild: Keystone/Symbolbild

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

An 344 Orten im Bezirk Meilen kann man Alkohol kaufen. Unter anderem bei Grossverteilern, an Tankstellen, Schnellimbissen und Kiosken, in Restaurants und in Festzelten. Bei 118 von den 334 Betrieben tauchten dieses Jahr jugendliche Testkäufer auf und wollten Bier kaufen, obwohl sie noch nicht 16 Jahre alt waren. Der Verkäufer dürfte ihnen diese Getränke nicht abgeben, weil das Gesetz es verbietet.

In 25 Fällen kamen die Grünschnäbel trotzdem zum Ziel. Das entspricht 21 Prozent und ist wieder im Bereich des Gewohnten. Letztes Jahr war der Anteil fehlbarer Verkäufer mit 38 Prozent ungewöhnlich hoch gewesen.

Unerklärlicher Ausreisser

Den Ausreisser im Jahr 2014 kann sich auch Enrico Zoppelli nicht abschliessend erklären. Er arbeitet bei der Regionalen Suchtpräventionsstelle Samowar in Meilen und koordiniert die Testkäufe im Bezirk. Einen Anteil am Resultat hat die Gemeinde Stäfa, die in den zwei Jahren zuvor auf Testkäufe verzichtet hatte. Aber die Zahl war 2014 nicht nur in Stäfa hoch, sondern auch in anderen Gemeinden, hat Zoppelli beobachtet.

Dass Stäfa von einer Welle illegalen Alkoholverkaufs heimgesucht wurde, weil die Kontrollen wegfielen, ist von da her nicht beweisbar. Auch als im Jahr 2009 im ganzen Bezirk fast keine Testkäufe stattfanden, waren die Ergebnisse in den Jahren darauf nicht markant bedenklicher.

Der runde Tisch von Gemeindevertretern und Samowar setzte sich 2005 zum Ziel, dass die Testkäufer einst nur noch bei 10 Prozent der Betriebe Bier bekommen. «Das werde ich wohl nicht mehr erleben», sagt Zoppelli: Der Trend über die Jahre ist zwar sinkend, aber nur langsam.

Genügend Tester

Stäfa hatte die Testkäufe ausgesetzt, weil das Bundesgericht befand, dass sie nicht als Beweis gelten. Der erwischte Betrieb wird also nicht bestraft. Erlenbach, Herrliberg und Meilen erheben eine Gebühr für die Kontrollen. Diese wird nach dem Verursacherprinzip nur bei fehlbaren Betrieben eingezogen.

Die Tests geben die Gemeinden beim Blauen Kreuz in Auftrag. Sie kosten je 60 bis 100 Franken pro Verkaufsstelle, abhängig davon, auf was alles geprüft wird (Bier, Spirituosen, Tabak) und ob der Betrieb gleich vor Ort über das Ergebnis informiert wird. Die Tester sind geschult und diskret begleitet. Sie erhalten ein Taschengeld – für die Rekrutierung braucht es keine Inserate. «Die Mundpropaganda genügt», sagt Angela Gerber vom Blauen Kreuz des Kantons Zürich.

Erstellt: 17.11.2015, 20:46 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zsz.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 928 55 82. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zsz.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 928 55 82. Mehr...

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben