Meilen

Neues Heim wächst jetzt in die Höhe

Auf der grössten Baustelle von Meilen geht es vorwärts: Die Arbeiter beginnen mit dem Rohbau des neuen Alterszentrums Platten. 2021 soll es bezugsbereit sein.

Die Zimmer verfügen über Balkone mit Blick auf den Garten, den See und die Berge.

Die Zimmer verfügen über Balkone mit Blick auf den Garten, den See und die Berge. Bild: PD / Althammer Hochuli Architekten AG

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Bis jetzt gings immer nur hinab, tief ins Erdreich. Das ist seit Montag anders: Von nun an treiben die Bauarbeiter das neue Alterszentrum Platten in Meilen in die Höhe. Sinnbildlich dafür ist der zweite Kran, den sie am Nachmittag auf der Grossbaustelle montieren. Er wächst Modul für Modul in den Himmel. Metallene Klänge, verursacht von Hammerschlägen, übertönen die Worte von Heinz Pfenninger, dem Präsidenten des Stiftungsrats des Alterszentrums.

Der Wind peitscht ins Gesicht, Schneeflocken fallen. An so etwas denken Architekten nie, wenn sie Visualisierungen erstellen und ihre geplanten Neubauten in warmes Sommerlicht tauchen. Man wünscht den Bauarbeitern, dass das Wetter bald ändert. Davon, und von einem schönen künftigen Zuhause für Meilens Senioren, sprechen Heinz Pfenninger und Architekt René Hochuli, bevor der Grundstein für das Gebäude gelegt wird.

Die Architekten René Hochuli, Margrit Althammer, Stiftungsratspräsident Heinz Pfenninger, Direktorin Gisela Kessler-Berther und Arthur Genswein, Stiftungsrat und bis vor kurzem Heimarzt, packen auf der Baustelle an (von links). Foto: Michael Trost

Filz und Wein aus Meilen

Auf den Tag genau vor fünf Jahren hat die Stiftung die Studie von Hochuli und seiner Partnerin Margrit Althammer zum Siegerprojekt erkoren. Die Zeit, die seither verstrichen ist, verdeutlicht, wie viel Arbeit dahintersteckt. «Für Architekten ist es immer ein guter Moment, wenn man endlich mit dem Rohbau beginnen kann», sagt Hochuli.

Ein letztes Mal richtet sich der Blick aber noch einmal nach unten, auf eine metallene Kiste, die im Erdreich versenkt wird. Darin sind allerlei Gegenstände, die an den heutigen Tag erinnern sollen. Nebst aktuellen Zeitungen findet sich auch sehr Persönliches, wie Platten-Direktorin Gisela Kessler-Berther ausführt: «Etwa Basteleien aus Filz aus den Aktivierungstherapien.» Ausserdem: die Baupläne des früheren Gebäudes und die aktuellen Tariflisten, die ihre Gültigkeit verloren haben werden, wenn die Kiste dereinst ausgegraben wird. Auch die edlen Tropfen aus Meilen werden bis dann vermutlich ihre beste Zeit hinter sich haben. Als Beilage für das über 50 Millionen Franken teure Projekt eignen sie sich aber allemal.

«In der Kiste befinden sich auch Basteleien aus Filz aus den Aktivierungstherapien.»Gisela Kessler-Berther, Direktorin Alterszentrum Platten

Bis jetzt liegt dieses im Zeitplan: Die Bauarbeiten haben wie geplant im vergangenen Jahr begonnen, 2021 soll das neue Alterszentrum Platten fertig sein. Vom ehemaligen Heim ist nur noch das 1996 erbaute Berghaus übrig. Die drei älteren Gebäude – das Weierhaus, das Tobelhaus und das Seehaus – wurden abgerissen, um Platz für den Neubau zu schaffen.

Flagge in Küsnacht gehisst

Mit Ausnahme der Bewohner des Berghauses wohnen derzeit alle Meilemer Pensionärinnen und Pensionäre in Küsnacht. Die Stiftung hat dort für 60 Personen das ehemalige Alterswohnheim am See gemietet, das sich direkt bei der Schiffsstation Heslibach befindet. Das sei wie Ferien, freute sich eine Seniorin damals beim Umzug.

Im Sommer, erzählt Direktorin Kessler, habe man auf dem grosszügigen Areal sogar die Meilemer Flagge gehisst – worauf sich eine Bewohnerin besorgt erkundigt habe, ob das denn erlaubt sei. Ist es. Jedenfalls ist nicht bekannt, dass es zwischen den beiden Gemeinden zu diplomatischen Verstimmungen gekommen ist, weil Meilen in einem feindlichen Akt ein Stückchen Küsnachter Erde annektiert hat.

Erstellt: 11.03.2019, 21:19 Uhr

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