Hombrechtikon

Neues Alterszentrum soll 28 Millionen Franken kosten

Der Verwaltungsrat der gemeinnützigen Alterszentrum AG hat über das redimensionierte Breitlen-Bauprojekt informiert. Seine Realisierung scheint auf gutem Weg.

Das neue Alterszentrum Breitlen besteht aus zwei Gebäuden: Im einen (links) sind künftig die Pflegestation und die Cafeteria untergebracht, im anderen die Alterswohnungen und die Spitex.

Das neue Alterszentrum Breitlen besteht aus zwei Gebäuden: Im einen (links) sind künftig die Pflegestation und die Cafeteria untergebracht, im anderen die Alterswohnungen und die Spitex. Bild: Visualisierung: PD/Peter Keller Architektur

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Im Juni 2018 entschieden die Hombrechtiker Stimmberechtigten über die Zukunft des Alterszentrums Breitlen. Den Vorzug gaben sie der Variante Eigenständigkeit. Die private Tertianumgruppe hatte das Nachsehen. Seitdem drangen nur wenige Neuigkeiten an die Öffentlichkeit, darunter die Gründung der Betreiberin, der gemeinnützigen Alterszentrum Breitlen (AZ) AG und wie es mit der Spitex weitergeht - sie wird Teil der AZ und in den Neubau integriert.

Anderes Architekturbüro

Die zurückhaltende Kommunikation zum Projektstand bemängelte denn auch ein Anwesender an der Informationsveranstaltung von Mittwochabend. Allerdings gab es dafür gute Gründe, wie Daniel Wenger, Verwaltungsratspräsident der AZ und Hombrechtiker Finanzvorsteher (FDP) ausführte. Die Umwandlung der Vorgänger-Organisation Hom'Care, der kommunalen Anstalt für Gesundheit und Alter, in die AG war zeitraubend gewesen. «Das hat so in der Schweiz noch nie stattgefunden», sagte Wenger. Am 27. November 2018 war die Neugründung besiegelt. Sämtliche Angestellten des heutigen Zentrums hätten die neuen Arbeitsverträge unterschrieben.

So sieht der Zugang zum künftigen Alterszentrums aus. Die Cafeteria mit Aussenbereich befindet sich im Pflegetrakt.

Intensiv beschäftigt hat den neu formierte Verwaltungsrat, dem neben Wenger zwei weitere Gemeinderäte angehören, auch das Bauprojekt selbst. Nicht alles ist so, wie es noch nach der Abstimmung schien. Denn kein Finanzinstitut wollte die ursprünglich formulierten Eckwerte zu hundert Prozent unterstützen. Für die Realisierung sind statt 38 Millionen maximal noch 30 Millionen Franken vorgesehen. Das Projekt wird nun vollumfänglich von der ZKB als Partnerin fremdfinanziert. Wenger nannte an der Informationsveranstaltung im Gemeindesaal, an der weit über 100 Interessierte teilnahmen, die Zielvorgabe von 28 Millionen Franken.

Die Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro Zach und Zünd, 2012 Gewinner des Architekturwettbewerb für das Neubauprojekt, ist inzwischen beendet. Ihr Entwurf war Teil jener Abstimmungsvorlage von Herbst 2015 gewesen, die von den Stimmberechtigten abgelehnt wurde. Mit Zach und Zünd wollte der Verwaltungsrat der AZ auch weiterfahren. «Aber sie haben die weitere signifikante Projektreduktion nicht mehr mittragen wollen», erklärte Wenger. In die Bresche ist ein Architekturbüro aus Bütschwil (SG) gesprungen (siehe Kasten). Wie Architekt Peter Keller vom gleichnamigen Büro ausführte, dienen für den Neubau in Hombrechtikon die von ihm entworfenen Alterszentren Unterterzen und Gommiswald als Vorlage.

Applaus und Kritik

Das Bauprojekt sieht zwei dreigeschossige Gebäude vor, die über einen gedeckten Unterstand miteinander verbunden sind. Im einen ist der Pflegetrakt gelegen, der nebst 50 Zimmern von jeweils 30 Quadratmetern auch eine Dementenabteilung mit 11 Zimmern umfasst. Ebenfalls in diesem Teil untergebracht ist die Cafeteria. Im anderen Gebäude wird im Erdgeschoss die Spitex einziehen, in den oberen beiden Geschossen entstehen 24 Alterswohnungen mit Balkonen, 18 davon mit 2,5 Zimmern, 6 mit 3,5. Die geplante Tiefgarage wird von beiden Gebäuden zugänglich sein.

Die Anwesenden im Gemeindesaal applaudierten der Präsentation spontan. Kritische Anmerkungen formulierten sie dennoch - etwa, dass der Technikraum klein sei, Sonnenkollektoren auf dem Dach fehlten und die Nasszellen in den Wohnungen für Rollstuhlfahrer zu eng bemessen seien. Fragen gab es zudem zum Baustandard und zur Beheizung beziehungsweise Lüftung, und Anwohner bemängelten das Parkplatzangebot als unzureichend.

So soll der Empfang im neuen Alterszentrum dereinst ausschauen.

Noch in Diskussion

Viele der Fragen konnten Daniel Wenger und Peter Keller nicht abschliessend beantworten, weil die Projektarbeiten noch andauern. Die Sonnenkollektoren auf dem Flachdach beispielsweise sind aktuell Gegenstand von Diskussionen und die Anzahl der benötigten Parklätze muss erst noch berechnet werden. Anderes, so zeigten ihre Ausführungen, entspricht den gesetzlichen Anforderungen – wie die Grösse der Badezimmer in den Wohnungen – oder ist aus Kostengründen kleiner geraten als im Entwurf von Zach und Zünd.

So gab es Abstriche bei der Unterkellerung, Büroräumlichkeiten und beim Technikraum. «Uns war der die Dementenabteilung wichtiger als ein grösserer Keller», sagte Wenger. Ein Entscheid, der an der Veranstaltung auf Wohlwollen stiess. Der Verwaltungsrat habe ein gefälliges Projekt präsentiert, sagte ein Redner und forderte, dass nun den aufgeworfenen Fragen nachgegangen werde.

Am Tag der Spitex, am Samstag, 7. September, steht der Verwaltungsrat der Alterszentrum Breitlen AG von 9 bis 11 Uhr für weitere Fragen zum Bauprojekt zur Verfügung. Im Zentrum 10, Hombrechtikon.

Von Zach und Zünd zu Zeller
Kann für maximal 30 Millionen Franken überhaupt ein qualitativ hochstehendes Alterszentrum gebaut werden? Diese Frage stellte sich dem Verwaltungsrat der gemeinnützigen Alterszentrum Breitlen AG, als das Zürcher Architekturbüros Zach und Zünd dies für ausgeschlossen erklärte. Der VR wandte sich an die Abstimmungsverliererin vom letzten Jahr, an die Tertianumgruppe, die mit einem privaten Investor für 26 Millionen Franken bauen wollte. Für eine AG in öffentlicher Hand ein unerreichbar Vorgabe, weil sie unter dem Submissionsrecht steht und bei der Vergabe von Aufträgen keinen Verhandlungsspielraum hat. Die Tertianumgruppe konnte dennoch einen entscheiden Tipp geben: Sie stellte den Kontakt zum Architekten Peter Keller her, der an der Realisierung zweier Alterszentren beteiligt gewesen war, die von der Tertianum betrieben werden. Er ist es nun, der seine eigene Arbeiten von Unterterzen und Gommiswald auf Hombrechtikon überträgt. Kostenpunkt: 135 000 Franken. Auf diese Weise kommt die AZ laut VR-Präsident Daniel Wenger um die erneute Ausschreibung eines Architekturwettbewerbs herum.(rli)

Erstellt: 22.08.2019, 18:00 Uhr

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