Küsnacht/Herrliberg

Neuer Veloweg auf der Forch nimmt Gestalt an

Der Kanton will zwischen dem Herrliberger Weiler Rütihof und der Forch einen kombinierten Fuss- und Veloweg erstellen. Damit soll eine Lücke im kantonalen Radwegnetz geschlossen werden.

Ausserorts gibt es an der Hohrütistrasse noch keinen Veloweg oder auch nur ein Trottoir.

Ausserorts gibt es an der Hohrütistrasse noch keinen Veloweg oder auch nur ein Trottoir. Bild: Archiv Manuela Matt

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Fast schon idyllisch verläuft die Hohrütistrasse zwischen Waldrand und Feldern. Sie verbindet Herrliberg mit der Forch. Weniger idyllisch gestaltet es sich, wenn man per Velo oder gar per pedes diese Strecke zurücklegen will: Ein Trottoir hat nämlich nur ein kleiner Teil des 2,8 Kilometer langen Stücks zwischen der Forch-Autobahn und dem Weiler Rütihof – einen Veloweg sucht man gar vergeblich.

Dies soll sich nun ändern: Der Kanton plant einen kombinierten Rad- und Wanderweg entlang der 80er-Strecke und ihrer Herrliberger Verlängerung, der Forchstrasse, zu erstellen. So soll zudem eine Lücke im kantonalen Radwegnetz geschlossen werden. Nachdem die Pläne bereits im Dezember 2016 das erste Mal auflagen, nimmt das Projekt nun Gestalt an. Es liegt nämlich zum zweiten Mal auf den Gemeindeverwaltungen Herrliberg und Küsnacht sowie online auf der Website der kantonalen Baudirektion auf.

60er-Zone verlängert

Bei einem ersten Stück zwischen der Forch-Autobahn und der Chisligstrasse verläuft der Veloweg auf beiden Seiten, wobei auf der Ostseite einfach das Trottoir verbreitert wird. Bei der zweiten Passage bis zum Weiler Rütihof liegt der neue Weg westlich der Strasse und somit auf der talseitigen, vom Wald abgewandten Seite. Beim untersten Stück müssen Velofahrer und Fussgänger die Strasse überqueren, um ihren Weg auf der östlichen Strassenseite fortsetzen zu können. Dass gebaut wird, hängt mit der kantonalen Radwegstrategie zusammen. Laut dieser ist nämlich ab einem Schwellenwert von 3000 Fahrzeugen pro Tag ein «spezieller Radfahrerschutz» erforderlich.

Doch nicht nur baulich wird es Änderungen geben, sondern auch bei der Signalisation. So ist eine Ausweitung der Tempo-60-Zone bei Chaltenstein um etwa 120 Meter geplant. «Der Tempo-60-Bereich wird leicht ausgedehnt, damit die Veloquerung innerhalb dieses Bereichs erfolgen kann», erklärt Thomas Maag, Sprecher der kantonalen Baudirektion.Der Rest der Strasse liege im Ausserortsbereich, und es gebe dort keinen triftigen Grund, Tempo 60 einzuführen. Durch einen anderthalb Meter breiten Trennstreifen zwischen Strasse und Velo wird auf der Strecke, auf welcher sich regelmässig Unfälle ereignen, allerdings ein gewisser Schutz der Radfahrer und Fussgänger erreicht.

Bei der ersten Auflage erwies sich unter anderem die Linienführung des Velowegs als Thema. So regte ein Bürger in seiner Einwendung an, die Lage des Radwegs zu prüfen und diesen bergseitig statt talseitig verlaufen zu lassen. Als Gründe nannte er weniger Landerwerb von Privaten und einen besseren Schutz vor «abirrenden Fahrzeugen». Als Knackpunkt bei dieser Variante erwies sich aber die dafür nötigen Waldrodungen und die Quellfassung beziehungsweise die Quelle Rütiholz. «Aufgrund der Quellwasserfassung kann der Radweg nicht durchgehend auf der Ostseite erstellt werden, da sonst die Quellfassung überdeckt würde und sie dadurch stark eingeschränkt oder evtl. gar nicht mehr genutzt werden könnte», sagt Maag dazu.

Linienführung überprüft

Ein weiterer Einwender sah das Laub als Sicherheitsproblem an. So befürchtete er gefährliche Strassenverhältnisse durch Laub und Raureif entlang des Waldes und dass schleudernde Autos auf dem Veloweg enden könnten. Im technischen Bericht werden diese Befürchtungen aufgenommen: Auf der Westseite sei die Gefährdung aufgrundvon Laub und Raureif kleiner alsauf der Ostseite. Weiter ist zu lesen, dass das Projekt mittels Road Safety Audit geprüft wurde. «Ein Sicherheitsdefizit infolge abirrender Fahrzeuge wurde nicht festgestellt.»

Durch die talseitige Lage wird tatsächlich ein Erwerb von Landparzellen zahlreicher privater Eigentümer notwendig. Dies macht nicht nur einen gewissen Anteil der 2,8 Millionen Franken aus, die das Projekt kosten soll, sondern könnte auch den Zeitplan tangieren. Die Verhandlungen mit den Grundbesitzern erfolgten erst nach der Planauflage, wie von Maag zu erfahren ist. Von Direktbetroffenen sowie von Verbänden und Organisationen, die dem Verbandsrecht unterstellt sind, sind zudem noch Einsprachen möglich. Sollte alles nach Plan gehen, wir die Bauzeit von Juli 2020 bis August 2021 sein.

Erstellt: 12.06.2019, 15:52 Uhr

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