Küsnacht

Neue Konkurrenz im Geschäft mit Küchenabfällen

In Küsnacht soll eine Biogasanlage entstehen. Der Maschinenring Zürich hat ein entsprechendes Baugesuch eingereicht. Damit würde die Biogasanlage Chrüzlen in Oetwil Konkurrenz in der Region erhalten.

Noch befindet sich hier an der Hesligenstrasse in Küsnacht eine Kompostieranlage. An ihrer Stelle neu geplant ist eine Biogasanlage, produziert würde ab 2018 Strom statt Kompost.

Noch befindet sich hier an der Hesligenstrasse in Küsnacht eine Kompostieranlage. An ihrer Stelle neu geplant ist eine Biogasanlage, produziert würde ab 2018 Strom statt Kompost. Bild: David Baer

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In den Markt mit Nahrungsmittelabfällen kommt Bewegung. In Küsnacht plant der Maschinenring Zürich, eine Biogasanlage mit Fest­stoff­fer­men­tation zu bauen. Aus vergärten Küchenabfällen soll Strom produziert werden. Das Baugesuch ist laut Medienmitteilung des Unternehmens Anfang Januar bei der Gemeinde eingereicht worden. «Ziel ist es, die Ressource Grüngut nachhaltig und lokal zu nutzen», sagt Projektleiter Simon Bachmann vom Maschinenring.

Der im Recyclingbereich tätige Maschinenring betreibt seit 2006 in Küsnacht an der Hesligenstrasse, oberhalb der Schiessanlage Holletsmoos, eine Kompostier­anlage. Diese soll durch die am selben Ort geplante Biogasanlage ersetzt werden. Im Dezember wurden die Anwohner an einem Informationsanlass darüber informiert.

Ökostrom statt Kompost

In vier garagenähnlichen Hallen, sogenannten Fermentern, soll Biomasse aus Haushalt und Garten gelagert und fermentiert werden. Das entstehende Gas soll in einem Blockheizkraftwerk zu Strom weiterverarbeitet werden, um diesen dann ins öffentliche Stromnetz einzuspeisen. Da Biogas CO2-neutral ist, handelt es sich um Ökostrom.

«Die Abluft der geschlossenen Halle wird gefiltert», erklärt Bachmann. Geruchsemissionen seien daher kein Thema. 6500 Tonnen Biomasse pro Jahr könnten in der geplanten Anlage zu gut 1,4 Millionen Kilowattstunden Strom verarbeitet werden.

Bei der Produktion würde zudem Abwärme entstehen, mit der die Liegenschaften im nahe gelegenen Quartier beheizt werden könnten. In der jetzigen Kompostanlage werden derzeit jährlich 5000 Tonnen Grüngut zu Kompost verarbeitet. Die zusätzlichen 1500 Tonnen erhoffen die Betreiber laut Medienmitteilung aus den Grüngutsammlungen der umliegenden Gemeinden zu erhalten.

Damit könnte die Wiedag-Gär­anlage in der Chrüzlen in Oetwil – die bisher einzige Biogasanlage mit Feststofffermentation im ­Bezirk Meilen – Konkurrenz erhalten. Die Biogasanlage in der Chrüzlen wird derzeit von 18 Gemeinden mit Grüngut beliefert, um Ökostrom aus Garten- und Küchenabfällen zu produzieren. Die Anlage verarbeitet jährlich 17 000 Tonnen Biomasse zu 3,2 Millionen Tonnen Kilowattstunden Strom mit dem Gütesiegel «Naturemade Star». Damit könnten 950 Haushaltungen mit Strom versorgt werden, sagt ­Geschäftsführer Christoph Hess.

Begrenzte Biomasse

Mit einer zweiten Biogasanlage im Bezirk befürchtet Hess eine schlechtere Auslastung des Betriebs in der Chrüzlen oder längere Transportwege, da die Biomasse aus anderen Regionen zugeführt werden müsste. «Die Menge an Grüngut kann in der Region, wo bereits gut sortiert wird, nicht wesentlich gesteigert werden», sagt Hess.

Die Gemeinde Küsnacht steht laut Gemeindeschreiberin Catrina Erb Pola dem Projekt einer Biogasanlage im eigenen Dorf grundsätzlich positiv gegenüber. Dazu, ob durch eine zweite Biogasanlage im Bezirk eine Konkurrenzsituation entsteht, will sich die Gemeinde jedoch nicht äussern.

Baubeginn wäre bei Annahme des Baugesuchs frühestens im nächsten Jahr, die Inbetriebnahme frühestens Anfang 2018.

Erstellt: 26.01.2016, 08:17 Uhr

So soll die geplante Biogasanlage aus der Vogelperspektive aussehen. (Bild: zvg)

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