Zum Hauptinhalt springen

Neue Glockenklöppel bringen das Klangvolumen zurück

In letzter Zeit war das Geläut der Glocken in der reformierten Kirche in Hombrechtikon kaum mehr zu hören. Ursache sind zwei gebrochene Klöppeln. Die schwingenden Teile werden nun ersetzt.

Vom Turm der reformierten Kirche Hombrechtikon schwebten gestern die Klöppel der Glocken sachte herunter.
Vom Turm der reformierten Kirche Hombrechtikon schwebten gestern die Klöppel der Glocken sachte herunter.
Manuela Matt
Gestern wurden die Glockenklöppel der reformierten Kirche Hombrechtikon demontiert.
Gestern wurden die Glockenklöppel der reformierten Kirche Hombrechtikon demontiert.
Manuela Matt
Die Kirchenglockenklöppel werden ausgewechselt, die alten Klöppel sind zum Teil abgebrochen.
Die Kirchenglockenklöppel werden ausgewechselt, die alten Klöppel sind zum Teil abgebrochen.
Manuela Matt
1 / 7

Das Warnschild ist am Donnerstagmorgen vor dem auf dem Trottoir stehenden Lastwagen bei der reformierten Kirche in Hombrechtikon mit der Anschrift «Kanalbauten» versehen. Gearbeitet wird aber in die Höhe. Der Kran am Lastwagen ist auf die Höhe des Glockenturms ausgefahren. Im Innern des Turms befinden sich die vier Glocken. Sachkundige einer auf Kirchturmtechnik, Glockenguss und Turmuhren spezialisierten Firma aus dem Aargau montieren die Fracht an den Kran. Es sind die vier Klöppel der Glocken. Einer nach dem andern wird sachte heruntergelassen.

Schliesslich liegen die gusseisernen Teile am Boden, der grösste wiegt 80 Kilo. «Dieser gehörte zur Hauptglocke, auch Glocke 1 genannt», sagt Mario Fieramonte, Liegenschaftsverwalter in der Hombrechtiker Kirchenpflege. «Im Januar dieses Jahres stellten wir fest, dass er gebrochen ist.» Der Zahn der Zeit nagte auch am Klöppel der zweitgrössten Glocke, der Glocke 2: «Im Mai merkten wir, dass auch dieser zerbrochen war und im Kirchturm am Boden lag.»

Zeitangabe blieb intakt

«Die Kirchenpflege beschloss nun, gleich alle vier Klöppel zu ersetzten», sagt Sigrist Christian Walliker. Wieso der Schaden, dessen Wiedergutmachung einen Betrag im mittleren fünfstelligen Bereich kostet, entstanden ist, hat für ihn einen simplen Grund: «Das Material hat sich abgenutzt.»

Was weiterhin funktionierte: Die Zeitangabe im 15-Minuten-Takt blieb bestehen. «Sie wird durch den Hammer ausgelöst.» Nicht mehr zu hören war jedoch das Geläut mit den Klöppeln – zu gewissen Zeiten. Die Glocke 2 ertönt normalerweise um 6 Uhr und beim Dämmerungsgeläut (während der Sommerzeit um 21 Uhr), die Glocke 1 um 11 Uhr und die Glocke 3 um 16 Uhr. Ausserdem fiel zeitweise das Geläut für Gottesdienste, Abdankungen und Hochzeiten aus.

Bevölkerung reagierte

Was denn mit dem Geläut los sei, wieso man es kaum mehr zu hören kriege, wollten viele Hombrechtiker vom Sigrist und der Kirchenpflege wissen. «Es gab Leute, die vermissten den Glockenschlag», sagt Walliker. Zur Gewohnheit wurde insbesondere das 11-Uhr-Geläut. «Hausfrauen meldeten sich, für sie sei es der akustische Hinweis, mit dem Kochen des Mittagessens für die Familie zu beginnen», sagt Walliker. Einmal orientiert über die Gründe des Klangverlustes, zeigten die Hombrechtiker Bürger jedoch Verständnis für das Vorgehen der Kirchenpflege.

Wieder im vollen Klang

Am Ende dieser Arbeitswoche werden die Fachkräfte der Spezialfirma die neuen Klöppel montiert haben. In der kommenden Woche folgt die computergesteuerte Justierung der Klangfarben und des Klangvolumens. Am Samstag, 1. Juli, steht eine Hochzeit an, die wieder mit vollem Geläut angekündigt werden soll. «Das verdient die Kirche», sagt Walliker. In der Tat steht das 1759 fertiggestellte Gotteshaus unter Denkmalschutz.

Erbaut hat es der bedeutende Appenzeller Architekt Jakob Grubenmann. Walliker hält fest: «Die Kirche ist ein überregionales Wahrzeichen.» Er fügt an: «Sie weist eine hervorragende Akustik auf. Sowohl für Konzerte im Innenraum wie auch im Glockenturm.»

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch