Meilen

Neubau am Meilemer Dorfplatz wird konkreter

Die Gemeinde Meilen hat den privaten Gestaltungsplan für den geplanten Neubau am Dorfplatz aufgelegt. Für die Erschliessung des Gebäudes soll eine neue Gasse entstehen.

Der Neubau «Les Halles» an Stelle des heutigen Anbaus des Sekundarschulhauses soll von allen Seiten begehbar sein.

Der Neubau «Les Halles» an Stelle des heutigen Anbaus des Sekundarschulhauses soll von allen Seiten begehbar sein. Bild: Visualisierung: PD/Von Ballmoos Partner Architekten AG

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Ende August gab die Gemeinde Meilen bekannt, wie der geplante Neubau eines Wohn- und Gewerbehauses am Dorfplatz dereinst aussehen wird. Nun liegt der dafür notwendige private Gestaltungsplan öffentlich auf. Dieser regelt neben der Zu- und Wegfahrt, den Fusswegen und der Parkierung auch die äusseren Abmessungen des Gebäudes sowie dessen Nutzweise.

Der private Gestaltungsplan wurde nötig, weil das Gebiet im Dorfkern 2008 mit der Planung um das Projekt «Nucleus» auch einen neuen Kernzonenplan erhielt. Zwar unterlag «Nucleus» in der Folge an der Urne. Der im Vorfeld dafür angepasste Kernzonenplan behielt aber seine Gültigkeit bis heute, erklärt der Meilemer Gemeindepräsident Christoph Hiller (FDP). «Das damalige Projekt aber sah andere Gebäudeanordnungen und -höhen vor.» Mittels privatem Gestaltungsplan werden nun die baurechtlichen Voraussetzungen geschafffen, dass der Neubau an Stelle des Anbaus des ehemaligen Sekundarschulhauses gemäss der Projektidee umgesetzt werden kann.

Landi will nicht mehr

Das Projekt «Les Halles», das sich in einem Investorenwettbewerb durchgesetzt hat, sieht ein Gebäude im Stil einer Markthalle vor. Mehrere Geschäfte und 18 Wohnungen sollen darin unterkommen. Verantwortlich für die Planung und Umsetzung zeichnen sich die Stiftung Gemeinnütziger Wohnungsbau Letzigraben, die Hochbau Immobilien AG und die von Ballmoos Partner Architekten AG. Sie bilden die Investorengruppe die den Bau auf der 1210 Quadratmeter grossen Landparzelle finanziert. Wie hoch die Kosten für den Neubau werden, wird derweil noch nicht kommuniziert. Fest steht aber: Für die Realisierung des Baus soll die Liegenschaft der Gruppe im Baurecht abgegeben werden.

Bei den geplanten Wohnungen soll es sich gemäss dem Richtprojekt zum grössten Teil um 2,5-Zimmer-Wohnungen handeln. Vorgesehen sind aber auch 3,5-, 4- und 4,5-Zimmer grosse Appartements. Während die Wohnungen in den drei oberen Stockwerken geplant sind, sollen in den beiden Erdgeschossen Geschäfte untergebracht werden.

«Landi hat sich letzte Woche entschieden, ihre Volg-Filiale am bisherigen Standort an der Dorfstrasse 78 zu belassen.»Christoph Hiller, Gemeindepräsident

Bereits noch während des laufenden Projektwettbewerbs hatte sich die Landi Mittlerer Zürichsee interessiert gezeigt, mit einer Volg-Filiale als Ankermieterin dereinst ins neue Gebäude einzuziehen. Dem ist nun aber nicht mehr so. «Landi hat sich letzte Woche entschieden, ihre Volg-Filiale am bisherigen Standort an der Dorfstrasse 78 zu belassen», erklärt Christoph Hiller. Am Betriebskonzept ändere sich dadurch aber nichts.

Stimmbürger entscheiden

Vorgesehen ist, das Gebäude dereinst über eine neue Gasse zu erschliessen. Diese soll auf der Westseite der Markthalle an den Hüniweg anschliessen. Zusätzlich kann die Zu- und Wegfahrt aber auch über das Parkhaus Dorfplatz erfolgen. Da auf dem Grundstück selber keine Parkierungsmöglichkeiten geplant sind, werde die Nachbarschaft an der neuen Gasse und am Hüniweg aber nicht durch zusätzlichen Verkehr belastet, heisst es im Gestaltungsplan der Gemeinde.

Auf der Nordseite des Gebäudes wird indes eine neuer öffentlicher Fussweg vom Dorfplatz zur neuen Gasse realisert. Das Areal werde damit für die Fussgänger auf allen Seiten durchlässig, schreibt die Gemeinde. Der Bau eines Trottoirs ist auf der neuen Gasse nicht vorgesehen. Dafür soll dort künftig Tempo 20 und damit eine Begegnungszone eingerichtet werden.

Parkierungsmöglichkeiten für die zukünftigen Besucher des Neubaus werden gemäss Information der Gemeinde im Parkhaus Dorfplatz sichergestellt. Gemäss dem Gemeindepräsidenten werden die Mieter der Wohnungen ebenfalls die Möglichkeit haben, in Dauermiete einen Einstellplatz im Parkhaus zu bekommen. «Das Parkhaus wurde seinerzeit mit seinen über 200 Einstellplätzen bewusst grosszügig konzipiert, um eben auch der künftigen Zentrumsentwicklung gerecht zu werden», hält Hiller fest.

Der private Gestaltungsplan «Wohn- und Gewerbehaus am Dorfplatz Meilen» liegt noch bis zum 29. Januar öffentlich auf. Danach wird er durch den Gemeinderat gegebenenfalls überarbeitet und anschliessend – gleichzeitig mit der Genehmigung des Baurechtsvertrags – der Gemeindeversammlung vorgelegt. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 07.12.2018, 16:53 Uhr

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Schulhaus soll bestehen bleiben

«Nun hat der Gemeinderat Klarheit»

Mitte Mai hatte der Meilemer Gemeinderat das einstige Primar- und spätere Sekundarschulhaus am Dorfplatz aus dem kommunalen Inventar schutzwürdiger Bauten entlassen. Nach einem Rekurs des Zürcher Heimatschutz ist die Inventarentlassung nun wieder vom Tisch. Wie der Gemeinderat an der Informationsstunde vor der Gemeindeversammlung vom Montag bekannt gab, hat er das alte Schulhaus mit Beschluss vom 20. November wieder in das kommunale Inventar schutzwürdiger Bauten aufgenommen.

Weshalb aber dieses Hin und Her? «Wir wollten mittels Provokationsverfahren Klarheit darüber gewinnen, ob das Gebäude tatsächlich schutzwürdig ist», erklärt Gemeindepräsident Christoph Hiller (FDP). Nun habe der Gemeinderat diese Klarheit. «Wir wissen jetzt, dass das Gebäude mit seinem Charakter grundsätzlich bestehen bleiben soll.» Klar sei nun auch, dass bei einer Sanierung die eine oder andere Änderung an der Fassade oder im Inneren des Hauses möglich sei.

Damit habe der Gemeinderat eine wichtige Vorarbeit für die weitere Planung und Weiterentwicklung des Meilemer Dorfkerns gemacht, sagt Hiller. «Kommt es dereinst zu einem Projektwettbewerb werden uns genau diese Erkenntnisse helfen, die Vorgaben klar zu definieren.»

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