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«Namaste» oder Fussballergruss?

Eine Kolumne von Martin Steinegger.

Das erste Fussballtraining in Männedorf nach den Sportferien war ein spezielles. Es war nicht deshalb speziell, weil ich mich nach einer Woche Skifahren wieder an den Ball am Fuss gewöhnen musste. Speziell waren vielmehr die Rahmenbedingungen. Das Training stand – so wie eigentlich fast alles in den letzten Wochen – ganz im Zeichen des Coronavirus.

Für uns Coaches sind die Vorgaben eigentlich klar: Kein Handshake mit den Spielerinnen, Distanz halten, wer krank ist, bleibt zu Hause. Erfahrungsgemäss sind solche Regeln aber mit Kindern nicht ganz einfach umzusetzen (und auch nicht immer mit den Eltern der Kinder, aber das ist ein anderes Thema). Ich war deshalb gespannt, wie das Training in der Sporthalle Hasenacker ablaufen würde. Dem Handshake, also der Begrüssung und Verabschiedung per Handschlag, kommt im Teamsport eine nicht zu unterschätzende Bedeutung zu. Es handelt sich dabei um eine Geste mit grosser Symbolkraft. Sie signalisiert einerseits den klaren Beginn und das klare Ende des Trainings. Andererseits ist sie Ausdruck des gegenseitigen Respekts. Die Frage ist also: Wie lässt sich diese Geste ersetzen?

Nach und nach trudelte das Team an diesem Mittwoch ein – krankheitsbedingte Abwesenheiten gab es keine. Zu meiner grossen Überraschung hatten unsere 15 Spielerinnen die Regeln des Bundes bereits tief verinnerlicht. Keine einzige setzte zum Handschlag an. Auf die Begrüssung wurde trotzdem nicht verzichtet. Auch wenn bezüglich der Form noch etwas Verwirrung herrschte. Etwa die Hälfte des Teams setzte auf die klassische asiatische Verbeugung («Namaste»). Die andere Hälfte machte den «Fussballergruss» (gegenseitiges Berühren der Fussinnenseiten).

Fazit: Vermisst hat den Handschlag niemand. Die Bedeutung der Geste ist nämlich stets die gleiche – egal, ob sie mit Fuss, Hand oder Verbeugung ausgeführt wird.

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